12/2025-CHARKIW – Botschafter empfängt Städtepartnerschaftsverein

1. Dezember 2025: Städtepartnerschaftsverein zu Gast in der Ukrainischen Botschaft. Botschafter Oleksij Makejew (7.v.l.) posiert u.a. mit Altbezirksbürgermeister Norbert Kopp (4.v.r.), dem stellv. Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Rolf Breidenbach (8.v.r.) und Vereinsvorstandsmitglied Olga Pischel (rechts neben dem Botschafter).

1. Dezember 2025: Städtepartnerschaftsverein zu Gast in der Ukrainischen Botschaft. Botschafter Oleksij Makejew (7.v.l.) posiert u.a. mit Altbezirksbürgermeister Norbert Kopp (4.v.r.), dem stellv. Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Rolf Breidenbach (8.v.r.) und Vereinsvorstandsmitglied Olga Pischel (rechts neben dem Botschafter).

Charkiw / Dezember 2025

In diesem Jahr feiern Charkiw und Steglitz-Zehlendorf ihr 35-jähriges Partnerschaftsjubiläum. Am 1. Dezember 2025 nahm sich S.E. Botschafter Oleksij Serhijowytsch Makejew eine ganze Stunde Zeit, um aus diesem Anlass eine Besuchergruppe aus Steglitz-Zehlendorf zu empfangen: Angeführt von Rolf Breidenbach, dem stellvertretenden Vorsitzenden, machte sich eine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. auf den Weg nach Berlin-Mitte, dem Standort der Ukrainischen Botschaft. In seiner Ansprache wies der ukrainische Chefdiplomat, dessen Residenz sich im Ortsteil Dahlem befindet, auf die besondere Bedeutung von Städtepartnerschaften für das ukrainisch-deutsche Verhältnis hin. Außerdem dankte er den Gästen für ihre Unterstützung der Ukraine, die jeder Einzelne in seiner oder ihrer Eigenschaft als Steuerzahler leiste. „Sie befinden sich auf ukrainischem Territorium“, hatte der Hausherr eingangs mit einem Augenzwinkern klargestellt.

Der Delegation gehörten auch Altbezirksbürgermeister Norbert Kopp und der Partnerschaftsbeauftragte des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf, Christian Urlaub, an.

Botschaft der Ukraine: Die ukrainische Flagge enträchtig neben der Bundesflagge und der europäischen Flagge

Botschaft der Ukraine: Die ukrainische Flagge enträchtig neben der Bundesflagge und der europäischen Flagge

Historische Kontinuität: Hilfeleistungen für Charkiw

Von Anfang an standen Hilfstransporte im Fokus der Beziehungen zwischen Zehlendorf und Charkiw. Schon in den Umbruchzeiten im Kontext der Unabhängigkeitsbestrebungen organisierten und begleiteten Vereinsmitglieder Hilfsgütertransporte in die Ukraine. Durch ihr uneigennütziges Handeln gaben sie ein Beispiel für Solidarität und Mitmenschlichkeit. Mitglieder der ersten Stunde, die schon damals dabei waren, berichteten anhand von Fotos und Aufzeichnungen aus erster Hand. Zu den Glanzlichtern der solidarischen Hilfe zählten die Förderung einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, der Aufbau einer Suppenküche, die Installation eines Aufzugs in einem Kinderkrankenhaus und die Versorgung von Krankenhäusern mit lebenswichtigen medizinischen Geräten.

Über die Jahrzehnte haben sich Persönlichkeiten wie Tamara Möwius und Otto Höhne besondere Verdienste im Bereich der Hilfslieferungen erworben. Beide wurden in der Botschaft auch namentlich genannt und entsprechend gewürdigt. „Der Schmerz über das, was Charkiw heute durch den Krieg erleidet, ist für alle spürbar, die die Stadt lieben“, klagt Olga Pischel, die aus Charkiw stammt und dem Vereinsvorstand angehört. „Doch gerade weil unsere Freundschaften und die gewachsenen Strukturen existieren, wussten wir seit Kriegsbeginn genau, wo Hilfe am nötigsten ist“.

Ukrainische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Ukrainische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Vor dem Botschaftsgebäude: Die Ukraine grüßt Berlin

Vor dem Botschaftsgebäude: Die Ukraine grüßt Berlin

Auf Einladung des Bezirks und des Städtepartnerschaftsvereins reisten früher regelmäßig Schülerinnen und Schüler sowie Kindergesangs- und Tanzgruppen nach Steglitz-Zehlendorf, aber auch in ein Kinderferienlager nach Nentershausen. Mit dieser nordhessischen Kommune ist Steglitz-Zehlendorf bereits seit Mitte der 1960er Jahre freundschaftlich verbunden. „Diese behutsam und freundlich aufgebauten Kontakte waren stets im Sinne einer lebendigen Partnerschaft, die Jugendaustausch, Sport und Kultur förderte“, schreibt Olga Pischel.

1. Dezember 2025: Botschafter Oleksij Makejew empfängt eine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. Rechts stehend: Botschaftssekretärin Nina Masol

1. Dezember 2025: Botschafter Oleksij Makejew empfängt eine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. Rechts stehend: Botschaftssekretärin Nina Masol

Aus Charkow-Ordshonikidse wird Charkiw-Industrialnyi

Noch in spätsowjetischer Zeit, im Jahre 1990, wurde die Partnerschaft zwischen dem Altbezirk Zehlendorf und dem einstmaligen Bezirk Charkow-Ordshonikidse begründet. 2016 erfolgte die Umbenennung dieses Bezirks in Charkiw-Industrialnyi. Um 2009/2010 wurde begonnen, die städtischen Bezirksverwaltungsorgane aufzulösen. Deshalb existieren in Charkiw keine Bezirksbürgermeister. Offizielle Kontakte zu auswärtigen Städtepartnern werden daher ausschließlich durch das Departement für Internationale Zusammenarbeit des Rates der Stadt Charkiw, also auf gesamtstädtischer Ebene, wahrgenommen. Aufgrund dieser Verwaltungsreform wurde die einstmals auf einen bestimmten Bezirk bezogene Partnerschaft auf die Gesamtstadt ausgedehnt.

Auf seiner Webseite dankt der Städtepartnerschaftsverein seinem Vorsitzenden Sebastian Leskien und der Zweiten Botschaftssekretärin Nina Masol für die Organisation des Jubiläumstreffens am 1. Dezember. Den langjährigen Mitgliedern Peter Welsch, Klaus Schwarz, Gerd Harms und Rolf Breidenbach wird Dank „für die bewegenden Reden“ und aufschlussreiche Retrospektiven in die Partnerschaftsgeschichte gezollt. „Es war uns eine Ehre, dass er sich trotz seiner unglaublichen Belastung Zeit für unseren Verein genommen hat“, wendet sich der Verein direkt an Botschafter Makejew.

Offizielle Begegnungen mit Vertretern des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf und dem Botschafter hat es in den letzten Jahren zweimal gegeben: Am 16. Mai 2023 traf er im Charkiw-Park Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg, am 5. Mai 2025 Cerstin Richter-Kotowski, die seinerzeit als stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport fungierte.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub