Charkiw / Februar 2023
Eine Art Feuertaufe war der 5. Februar für den Charkiw-Park: Die Frage stand im Raum, ob er als Bühne für Freiluftkonzerte – vorzugsweise für ukrainische Musikerinnen und Musiker – taugt. Den Realitätscheck hat der Park, der seit 24. Oktober 2022 unsere ukrainische Partnerstadt im Namen trägt, mit Bravour bestanden.
Mit einem fetzigen Mix aus Rock ‘n‘ Roll und Country begeisterte die aus Charkiw stammende Kultband Papa Karlo um Gitarrist und Leadsänger Wasil Riabko ihr Publikum. Es ist keine Übertreibung, dieses Konzert als „historisch“ einzustufen. Bei aller Zurückhaltung mit Superlativen bleibt festzuhalten, dass Papa Karlo vielleicht am Anfang einer Tradition deutsch-ukrainischer Begegnung in diesem kleinen, aber feinen Park steht. Der Charkiw-Park wird bleiben und auch in Friedenszeiten daran erinnern, mit welch unbändigem Überlebens- und Selbstbehauptungswillen die Menschen der Stadt der russischen Aggression die Stirn geboten haben.
Neben der menschlichen Stimme kamen am 5. Februar Gitarre, Percussion und Akkordeon zum Einsatz. Wie in der Tagespresse zu lesen war, hatte das Konzert sogar einen Besucher aus dem fernen Prenzlauer Berg in den Südwesten gelockt. Für Berliner Verhältnisse und bei der stadttypischen Kiezanhänglichkeit ist das fast eine halbe Weltreise.
„Als jemand, der aus Charkiw stammt, darf ich dieses historische Geschehnis einfach nicht verpassen: Eine Charkiwer Band spielt im Charkiw-Park – ein Pflichttermin!“,
schreibt der Autor Yuriy Gurzhy, der gleichzeitig DJ und Musiker ist.
Wo er Recht hat, hat er Recht.