Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Europa und bilden mit rund zwölf Millionen Menschen die größte Minderheit des Kontinents. Dennoch sind viele von ihnen weiterhin Diskriminierung ausgesetzt. Das zeigt auch der aktuelle „Berlin-Monitor, der verbreitete antiziganistische Einstellungen in der Stadt dokumentiert.
Nicht zuletzt verweist der 8. April auf die historische Verantwortung: Rund 500.000 Sinti und Roma wurden im Nationalsozialismus ermordet. Lange blieb dieser in Romanes, der Sprache der Roma, „Porajmos“ genannte Genozid wenig beachtet; erst 2012 wurde in Berlin ein zentrales Denkmal für die Opfer eingeweiht. Zum 55. Weltromatag hat sich auch die transkulturelle Roma-Jugendselbstorganisation Amaro Foro e.V. in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Darin warnt der Verein, dass „die Realität vieler Menschen weiterhin von Diskriminierung geprägt ist“. Rassistische Hetze und die Ausgrenzung von Sinti und Roma nähmen zu, so Amaro Foro.Einer Initiative von Amaro Foro von 2020 ist es zu verdanken, dass seither am 8. April die Roma-Flagge vor den Berliner Bezirksrathäusern aufgezogen wird. Betroffene antiziganistischer Vorfälle können diese niedrigschwellig der Dokumentationsstelle Antiziganismus – DOSTA/MIA Berlin melden.