06/2026 – Martin-Niemöller-Haus lädt zu Vortrag und Gespräch über Gefährdungen der Demokratie

Veranstaltungsplakat Vortrag und Diskussion Moshe Zimmermann am 02.06.2026

Juni 2026

Wann und warum kommen Demokratien vom Kurs ab? – Diese Frage drängt sich auf, wenn man die Entwicklung einst gefestigter Demokratien in der westlichen Welt betrachtet.

Zusammen mit der Buchhandlung Schleichers (Dahlem-Dorf) lädt das Martin-Niemöller-Haus am 2. Juni 2026 um 19:00 Uhr zu einem Vortrag mit anschließendem Gespräch in die evangelische Jesus-Christus-Kirche, Hittorfstraße 23, 14195 Berlin, ein. Als Gastredner warnt Prof. Dr. Moshe Zimmermann vor einem möglichen „point of no return“, wenn sich die Feinde der Demokratie durchsetzen. Tatsächlich besteht Anlass zur Sorge, wenn Demokratien mit einer starken Zivilgesellschaft ins Wanken geraten und populistische Kräfte nach politischer Macht streben.

Nach seinem Vortrag diskutiert Zimmermann mit dem Journalisten und Autor Werner Sonne und dem Historiker und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Peter Steinbach über Kipppunkte demokratischer Systeme und die aktuelle Situation in Israel.

Moshe Zimmermann, geboren 1943 in Jerusalem, zählt zu den renommiertesten israelischen Historikern der deutschen und deutsch-jüdischen Geschichte. Er entstammt einer deutsch-jüdischen Familie: Seine Eltern waren vor dem Nationalsozialismus aus Hamburg nach Palästina geflohen. Zimmermann ist Professor emeritus für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Nationalismus, Antisemitismus, deutsch-jüdische Beziehungen sowie die Geschichte Israels. Über die Fachwelt hinaus bekannt wurde Zimmermann auch durch seine kritische Haltung gegenüber der Politik der Regierung von Benjamin Netanjahu. Er kritisiert den Ausbau israelischer Siedlungen im Westjordanland, wendet sich aber zugleich gegen pauschale Versuche, den Zionismus oder den Staat Israel als kolonialistisches Regime zu charakterisieren. Den Zionismus versteht Zimmermann vielmehr als nationale Emanzipationsbewegung von Juden, die vor Verfolgung und Vertreibung in Europa flohen. Für seine wissenschaftliche Arbeit und seine Beiträge zur öffentlichen Debatte erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1993 den Humboldt-Preis.

Das Martin-Niemöller-Haus in Berlin-Dahlem ist das historische Pfarrhaus von Pastor Martin Niemöller (1892-1984), eines führenden Vertreters der „Bekennenden Kirche“ während des Nationalsozialismus. Heute ist es ein Erinnerungsort, Lernort und Friedenszentrum, an dem Fragen von Widerstand und Zivilcourage im Mittelpunkt stehen.

Antisemitismusprävention

Beauftragter gegen Antisemitismus

Christian Urlaub