Zentrale Heiligtümer von vier Weltreligionen im Heiligen Land
Das Christentum stellt im Heiligen Land heute nur eine kleine Minderheit dar, sieht man von der Geburtsstadt des Jesus von Nazareth, Bethlehem, und der Stadt Nazareth einmal ab. Zentrale christliche Heiligtümer sind die Geburtskirche in Bethlehem und die Grabeskirche in Jerusalem. Hinzu kommt die Via Dolorosa in Jerusalem, die dem Leidensweg Jesu Christi bis zur Kreuzigungsstätte auf Golgatha folgt.
Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem gilt den Muslimen nach Mekka und Medina als drittwichtigstes Heiligtum überhaupt. Mit der Al-Aqsa-Moschee befindet sich eine weitere zentrale Gebetsstätte an diesem Ort. In Jericho verehren gläubige Muslime das mutmaßliche Grab Mose, in Hebron die Gräber der Erzeltern bzw. Patriarchen, darunter die Grablege Abrahams/Ibrahims. Diese Stätte gilt Juden, Muslimen und Christen gleichermaßen als heilig – sie ist daher politisch besonders sensibel.
Gleiches gilt für den Tempelberg, dem Standort des zerstörten Tempels der Israeliten. Die Westmauer als der letzte erhaltene Teil der Umfassungsmauer des Zweiten Tempels ist der heiligste Ort des Judentums. Gläubige Juden stecken kleine Zettel mit persönlichen Bitten oder Segenswünschen in die Mauerritzen der sogenannten „Klagemauer“.
Die Bahai-Religion ist die jüngste der vier im Heiligen Land vertretenen Weltreligionen. Sie ist erst im 19. Jahrhundert im früheren Persien (dem heutigen Iran) entstanden und versteht sich als Religion der Einheit. Moses, Buddha, Jesus und Mohammed gelten als aufeinanderfolgende Offenbarer ein- und desselben göttlichen Willens. Das spirituelle Zentrum dieser Religion im Heiligen Land ist Akko, das an der israelischen Mittelmeerküste im Norden von Haifa liegt.
Damit Menschen unterschiedlicher Religionen einander verstehen, ist es unverzichtbar, zumindest über ein Grundwissen dessen zu verfügen, was den Anhängern der jeweils anderen Religion heilig ist. Toleranz und Akzeptanz helfen Antisemitismus, Islamophobie und Christenfeindlichkeit zu verhindern.
Auch wenn man sich vielleicht die eine oder andere Vertiefung gewünscht hätte, hat Seethalers virtuelle Reise ins Heilige Land dazu einen wertvollen Beitrag dazu geleistet.