April 2025
Was hat das Leben einer jungen Berlinerin in der finsteren Zeit des Nationalsozialismus mit uns heute zu tun? Mit dieser Frage setzten sich 18 Studentinnen und Studenten der Alice-Salomon-Hochschule zwei Semester lang künstlerisch auseinander. Ausgangspunkt waren die Tagebücher von Gerda M. Meyer (1910-2009), in denen sie zwischen 1929 und 1948 ihr Leben, die politischen Umbrüche und die Verfolgung ihrer jüdischen Familie schilderte.
Initiiert und begleitet von Ulrike Cordier – Gerda M. Meyers Urgroßnichte – wurde das umfangreiche Archivmaterial digitalisiert und als Grundlage für das Seminar genutzt. Unter der künstlerischen Leitung von Johanna Kaiser und Filmemacherin Johanna Pohland entstanden ausdrucksstarke Filmszenen, die persönliche Zugänge zum Schicksal von Gerda M. Meyer ermöglichen – gedreht an Originalschauplätzen in Steglitz. Unterstützt wurden die Arbeiten durch das Historikerlabor e.V., vertreten durch Olaf Löschke (Historische Beratung) und Sebastian Wießner (Verwaltung und Finanzen), sowie durch die studentische Hilfskraft Carolin Pieper.
Der Film „Ich leb’ so gern“ verbindet biographische Erinnerung mit gegenwartsbezogener Reflexion, leistet einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit und fördert die Erinnerungskultur. Die Auseinandersetzung mit den Tagebüchern stellt einen wertvollen Beitrag zur Antisemitismusprävention im Bezirk Steglitz-Zehlendorf dar.