Des Wahnsinns fette Beute

Josefine Mindus

Konzert mit Josefine Mindus & dem Adamello Quartett

Liebe und Wahnsinn – kaum ein Doppel liegt in der Kunst näher zusammen, nicht zuletzt dank William Shakespeares Drama „Hamlet“. Dort ist Ophelia, die einsame Geliebte der tragischen Titelfigur, zum Sinnbild der wahnsinnig werdenden Frauenfigur geworden. Der australische Komponist Brett Dean vertonte das Werk mit seiner 2017 uraufgeführten und weltweit gefeierten Oper „Hamlet“. Als Vorarbeit diente ihm dabei sein Streichquartett Nr. 2 mit dem Beinamen „And once I played Ophelia“ („Und einst spielte ich Ophelia“). In diesem legen Dean und sein Librettist Matthew Jocelyn der Sopranistin kongenial nicht nur die Stimme Ophelias in den Mund, sondern vor allem die Zuschreibungen, die die anderen Charaktere Shakespeares über diese fällen. Und so schält sich – mal sinnlich, mal schroff, mal empörend – ein Portrait einer Figur daraus hervor, die sich so gar nicht als nur „wahnsinnig“ abstempeln lässt.

Dem gegenüber stehen Claude Debussys Streichquartett in g-Moll sowie Ausschnitte aus seinem Liederzyklus „Ariettes oubliées“: Ausdrucksstark findet Debussy in beiden Werken zu seiner unverwechselbaren musikalischen Form- und Farbensprache. Farbig sind diese im wahrsten Sinne des Wortes, tragen doch einige der Ariettes, die Opheliagleich zwischen ekstatischem Liebestaumel und fragilem Verlust pendeln, ein „Aquarelle“ im Titel. Debussys rauschhaftes Streichquartett hingegen betört mit seiner breiten Palette an Klangfarben und unterschiedlichsten Einflüssen und zieht die Zuhörenden so in seinen unwiderstehlichen Bann.

Für „Des Wahnsinns fette Beute“ wird einmal mehr der Lichthof der Schwartzschen Villa zum spektakulären Klangraum, der es dem Publikum im ungewöhnlichen Setting ermöglicht, voll und ganz in die musikalische Architektur der Werke einzutauchen. Nach seinem großen Erfolg mit Winterberg & Winterberg vergangenen Sommer kehrt das Adamello Quartett für dieses Programm zurück in die Schwartzsche Villa. Sopranistin Josefine Mindus, Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, und Pianistin Hyerim Byun sind erstmals hier zu erleben.

Programm

Claude Debussy (1862–1918)
• Ariettes oubliées (Ausschnitte), Texte: Paul Verlaine
• Streichquartett in g-Moll op. 10

Henry Purcell (1659–1695)
• „Sweeter than roses“, Arrangement: Josefine Mindus

Brett Dean (*1961)
• Streichquartett Nr. 2 „And once I played Ophelia“, Text: Matthew Jocelyn nach William Shakespeare

Mit

Josefine Mindus – Sopran

Adamello Quartett
Clemens Linder – Violine
Hyojin Jun – Violine
Susanne Linder – Viola
Adele Bitter – Violoncello

Hyerim Byun – Klavier

Konzert in englischer und französischer Sprache
Dauer ca. 75 Minuten, keine Pause

Kurzeinführung
19.30 Uhr im Salon mit Programmkoordinator Maximilian Hagemeyer

Schwartzsche Villa, Lichthof
Samstag, 28. Juni 2025, 20 Uhr
Kostenlose Eintrittskarten:
www.pretix.de/kultur-berlin-sz
ggf. Restkarten an der Abendkasse