Der mehrtägige Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf Anfang des Jahres hat deutlich gemacht, wie wichtig eine verlässliche Krisenkommunikation und gut abgestimmte Abläufe in Ausnahmesituationen sind. Die während des Ereignisses gewonnenen Erfahrungen sollen dazu beitragen, die Krisenvorsorge und die Kommunikation mit der Bevölkerung weiter zu verbessern. Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg: „Als Projektpartner unterstützt das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf diese Befragung und ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Erfahrungen zu teilen. Die Perspektiven der Betroffenen sind ein wichtiger Bestandteil, um aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete Verbesserungen für zukünftige Krisensituationen abzuleiten.“
Zwischen Juli und Mitte September 2026 führt ein Projektteam der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) Befragungen an öffentlichen Plätzen durch.
Unter dem Titel „Licht weg. Netz weg. Akku leer. Heizung kalt. Wie haben Sie den Stromausfall erlebt?“ sind Bürgerinnen und Bürger in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten angesprochen. Damit soll erfasst werden, wie die Bevölkerung die Krisensituation erlebt hat, welche Kommunikationsbedarfe bestanden und welche Erwartungen an den Umgang mit künftiger Krisenkommunikation bestehen.
Erkennbar ist das Befragungsteam durch einheitliche Projekt-T-Shirts vor Ort. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und anonym.
Hier geht’s zur Umfrage
https://www.soscisurvey.de/kriko-be-umfrage-2026/
Hintergrund des Projekts:
Es handelt sich um ein wissenschaftliches Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, der Berliner Hochschule für Technik (BHT), der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin sowie der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin sowie das Institut für angewandte Forschung Berlin.
Wenn in Berlin der Strom ausfällt, zählt jede Minute. Kommunikation entscheidet mit darüber, wie gut eine Stadt durch die Krise kommt. Die Stromausfälle der letzten Zeit haben deutlich offengelegt, wo Berlin verwundbar ist. Informationen kommen nicht überall an, digitale und analoge Wege greifen nicht ineinander, und gerade Menschen mit Sprachbarrieren oder in Pflege werden zu spät erreicht.
Den Ausgangspunkt der Forschung bilden damit die Bürger*innen mit ihren Erlebnissen in den vergangenen Krisen. So sollen Lösungen entstehen, die auch unter realen Bedingungen tragen. KRIKO-BE entwickelt dafür drei Bausteine: spielbasierte und VR-gestützte Formate für die Vorsorge, einen mehrsprachigen KI-gestützten Kommunikationskanal, der im Krisenfall per Telefon erreichbar ist, auch ohne Smartphone oder Internet, sowie einen Governance-Rahmen, der Zuständigkeiten, Zusammenarbeit und rechtliche Anforderungen bündelt – das »Berlin Framework for Crisis Management«. Bezirksämter, Feuerwehr, soziale Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure gestalten das Projekt von Anfang an mit. (https://www.ifaf-berlin.de/projekte/kriko-be/)