Welches Geheimnis trägt der schlaue Hund Dingo auf Jules Vernes Walfänger Pilgrim mit sich? Was faszinierte Jean Genet so an Giacomettis bronzenem Hund? Wer wagte es, die im römischen Heer eingesetzten Löwen als „Hunde der Römer“ zu titulieren? Und was wurde eigentlich aus den Hunden, die die Berliner Mauer bewachten, nach deren Fall?
Am Donnerstag, den 25.06.2026 um 19 Uhr ist der Autor Kostas Mavroudis gemeinsam mit der Griechischen Buch- und Kulturstiftung, Abteilung Berlin in der Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf zu Gast. In seinem Buch „Die Unsterblichkeit der Hunde“ taucht der Autor ein in einen faszinierenden Kosmos von siebzig Prosaminiaturen ein, in denen Schauplätze, Epochen, Erzählstimmen und Themen kaleidoskopartig wechseln. Die Hunde jedoch durchziehen alles wie ein Leitmotiv: Mal treu und ergeben, mal neugierig oder eigensinnig, mal weltberühmt, mal namenlos – stets begleiten sie das Geschehen, stehen im Mittelpunkt oder streifen scheinbar beiläufig durch menschliche Dramen. Ob als geliebter Gefährte, stiller Beobachter oder als Detail in Kunst und Literatur: Die Hunde erscheinen als beinahe höhere Wesen, als selige Flaneure des Lebens. In ihrem Spiegel wird die menschliche Existenz sichtbar – vergänglich, sterblich, einsam und voller Irrtümer; dazu verurteilt, vergessen zu werden und spurlos zu verschwinden.
Kostas Mavroudis, 1948 auf der ägäischen Insel Tinos geboren, studierte Rechtswissenschaften in Athen. Als Autor von fünf Gedicht- und acht Prosabänden sowie Herausgeber der renommierten Literaturzeitschrift DENTRO prägt er seit Jahrzehnten die griechische Literaturszene. Seine Prosa zeichnet sich durch essayistische Elemente und eine dichte, pointierte Sprache aus. „Die Unsterblichkeit der Hunde“ wurde von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – darunter der griechische Staatspreis für Literatur 2014 – und mehrfach neu aufgelegt.
Elena Pallantza (* 1969) lebt als Gräzistin, Literaturübersetzerin und Autorin zwischen Bonn und Athen. Sie studierte Klassische Philologie in Athen, wurde in Freiburg promoviert und war von 2006 bis 2022 Dozentin für Neugriechische Literatur an der Universität Bonn. Sie übersetzt vom Griechischen ins Deutsche und umgekehrt und engagiert sich vielfach für die Sichtbarkeit griechischer Gegenwartsliteratur im deutschsprachigen Raum.
Die Gruppe LEXIS ist ein Übersetzerskreis, der 2013 von Elena Pallantza an der Universität Bonn gegründet wurde. Ihm gehören an: Andreas Gamst, Anne Gaßeling, Rainer Maria Gassen, Milena Hienz de Albentiis, Christiane Horstkötter-Brüssow, Jannis Kompsopoulos, Klaus Kramp und Alkinoi Obernesser.
2018 erhielten Elena Pallantza und LEXIS den griechischen Staatspreis für Literarische Übersetzung.
Peter Holland (*1982) lebt als Literaturvermittler und Spracharbeiter in Berlin. Organisator und Kurator von Lesungen, Verlagspräsentationen und Büchermärkten, Literaturausstellungen und Buchbinde-Werkstätten. Herausgeber, Lektor und Mitübersetzer diverser Lyrikbände. Letzte Buchveröffentlichung als Übersetzer: “Mögliche Landschaften” von Danae Sioziou (parasitenpresse, Köln 2024, zus. mit Elena Pallantza)
TERMIN: Donnerstag, der 25.06.2026 um 19 Uhr
EINTRITT: frei. Ohne Voranmeldung.
ORT: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Steglitz-Zehlendorf, Grunewaldstr. 3, 12165 Berlin
KOOPERATION: Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Griechischen Buch- und Kulturstiftung, Zweigstelle Berlin statt.