Die Teilentschlammung des Waldsees macht sichtbare Fortschritte. Bei einem Vor-Ort-Termin informierte sich der* Bezirksumweltstadtrat Urban Aykal* gemeinsam mit den Projektbeteiligten über den aktuellen Stand der Arbeiten und die komplexe technische Umsetzung der Maßnahme.
Nachdem die Finanzierung der Teilentschlammung über das „Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung“ (BENE 2) gesichert werden konnte, laufen die Arbeiten seit mehreren Monaten planmäßig. Über den Winter wurde auf engstem Raum im nördlichen Bereich des Erdmann-Gräser-Wegs an der Goethestraße eine umfangreiche Baustellenlogistik aufgebaut. Trotz der langen Frostperiode liegen die Arbeiten aktuell im Zeitplan. Die technische Anlage wird voraussichtlich noch bis Juni in Betrieb sein.
Die Entschlammung erfolgt in einem modernen und nachhaltigen Saug-Spülverfahren. Der Schlamm wird mit einem Nassbagger aus dem See gewonnen und über Schlauchleitungen zur Aufbereitungsanlage transportiert. Dort erfolgt die Trennung in Feststoffe und Wasser. Das anfallende Rücklaufwasser wird in einer modernen Filterstraße gereinigt und anschließend dem See wieder zugeführt. Davor durchläuft es mehrere Reinigungsstufen: Absetz- und Belüftungsbecken sowie Aktivkohle-, Kies- und Sandfilter. Am Ende erreicht das gereinigte Wasser Trinkwasserqualität. Damit wird ein besonders ressourcenschonendes und umweltverträgliches Verfahren eingesetzt. Die Stoffe, die über die Straßenentwässerung in den See eingetragen wurden, werden fachgerecht auf einer Sondermülldeponie entsorgt.
Bezirksstadtrat Urban Aykal: „Es freut mich sehr, dass die Arbeiten gut vorankommen und wir so auf einem sehr guten Weg sind, den Waldsee vom Schlamm weitgehend zu befreien. Dadurch stärken wir die Stadtnatur im Südwesten Berlins. Bedanken möchte ich mich vor allem für die gute Zusammenarbeit zwischen unserem Grünflächenamt und dem Verein „Umweltschutz und Landschaftspflege für den Waldsee in Berlin Zehlendorf e.V.“
Iris Pribilla, vom Waldseeverein, freut sich: „Der Waldsee Verein ist beeindruckt von der Professionalität, mit der die Entschlammung des Waldsees umgesetzt wird. Unsere jahrelangen Vorarbeiten für den Erhalt dieses wertvollen Biotops haben sich ausgezahlt.
Unser großer Dank gilt dem Amtsleiter, Stadtrat Aykal, und dem Projektleiter, Herrn Meißner, ohne deren großer Einsatz das Projekt nicht realisiert worden wäre.“
Im Verlauf der Arbeiten zeigte sich , dass der Waldsee deutlich mehr Schlamm enthält als ursprünglich angenommen. Das Bezirksamt hat daher zusätzliche Finanzmittel beantragt und hofft auf eine kurzfristige Zusage. Dadurch könnten die Arbeiten über den Juni hinaus fortgeführt werden.
Ziel bleibt es, den gesamten Schlamm aus dem flacheren Südbecken des Sees zu entfernen, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass die vorgesehenen Initialpflanzungen mit heimischen Wasser- und Uferpflanzen schnell dichte Bestände entwickeln können und die ökologische Aufwertung des Waldsees nachhaltig gelingt.