Gemeinsam Perspektiven für den Hindenburgdamm entwickeln – 34. RegioTalk diskutiert die Zukunft einer belasteten Einkaufsstraße

Pressemitteilung vom 30.04.2026

John Marquart (IHK Berlin) bei seinem Vortrag vor den Gästen des 34. RegioTalks

Beim 34. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest in der Villa Kult stand die Zukunft des Hindenburgdamms im Mittelpunkt. Die seit Jahren andauernden Bauarbeiten, anhaltende Verkehrseinschränkungen sowie wirtschaftliche Einbußen im Einzelhandel und Gewerbe prägen die Situation entlang der traditionsreichen Straße.

Zum Auftakt der ausgebuchten Veranstaltung mit 35 Teilnehmenden wurden aktuelle Planungen des Tiefbauamtes vorgestellt. Demnach ziehen sich einzelne Bauabschnitte und verkehrliche Einschränkungen, abhängig von den jeweiligen Bauphasen, voraussichtlich bis ins Jahr 2028. Trotz bereits abgeschlossener Teilbereiche bleiben viele Einschränkungen weiterhin bestehen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung schilderte Franziska Buhre von der „Initiative Hindenburgdamm“ die Lage der ansässigen Betriebe. Sie verwies auf deutlich spürbare wirtschaftliche Auswirkungen und die schwierige Entwicklung des Standorts: „Das Geschäft hat vor Jahren geschlossen, der Fahrradständer ist geblieben“, sagte Buhre mit Blick auf exemplarische Leerstände und strukturelle Veränderungen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass aus ihrer Sicht eine stärkere Koordination der Baustellen dringend erforderlich sei. Zudem sprach sie sich für kundenfreundliche Kurzzeitparkplätze aus und forderte eine verbesserte Baustellenkoordination durch den Senat.

Impulse aus der Standortentwicklung kamen von John Marquart, Stadtentwickler und BID-Koordinator der IHK Berlin sowie Fenja Sabath und Gernot Mann von der bezirklichen Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf. Vorgestellt wurde das Modell der Business Improvement Districts (BID), das eine gemeinsame Finanzierung und Entwicklung von Standortmaßnahmen durch Immobilieneigentümer vorsieht. Die Wirtschaftsförderung stellte das Förderprogramm der Wirtschaftsdienlichen Maßnahmen (WdM) vor. Letzteres unterstützt insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen bei nicht-investiven Maßnahmen wie Standortmarketing, Konzeptentwicklung und Vernetzung mit hoher Förderquote von zurzeit 90 Prozent.

In der Diskussion wurde deutlich, dass sowohl BID- als auch WdM-Ansätze eine enge Zusammenarbeit lokaler Akteure erfordern. Eine Vereinsgründung zur Bündelung der Interessen wurde als möglicher nächster Schritt für die Initiative Hindenburgdamm bewertet. Gernot Mann unterstrich ergänzend die Bedeutung verbindlicher Zusammenschlüsse: „Wichtig ist, dass es für die Kofinanzierung eine Verbindlichkeit gibt. Es kann ein Zusammenschluss sein, aber auch ein Sponsor ist möglich.“ Diskutiert wurden zudem Standortmerkmale wie die gemischte Struktur aus Wohn- und Gewerbenutzung, die Angebotsvielfalt sowie die Bedeutung der Straße als Verkehrsachse und Aufenthaltsraum.

Zum Abschluss bestand Einigkeit darüber, dass der begonnene Austausch auch über die Bauphase hinaus verstetigt werden sollte. Als Ziel wurde formuliert, frühzeitig gemeinsam an Konzepten für die Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten zu arbeiten – insbesondere mit Blick auf Leerstand, Mietentwicklung und mögliche Zwischennutzungen.

Trotz der angespannten Ausgangslage überwog am Ende die Bereitschaft, die aktuellen Herausforderungen als Ausgangspunkt für eine gemeinsame, langfristige Standortentwicklung zu nutzen.

  • (v.l.n.r.): Gernot Mann und Fenja Sabath (Wirtschaftsförderung Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf), Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest), Franziska Buhre (Initiative Hindenburgdamm), John Marquart (IHK Berlin)

    (v.l.n.r.): Gernot Mann und Fenja Sabath (Wirtschaftsförderung Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf), Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest), Franziska Buhre (Initiative Hindenburgdamm), John Marquart (IHK Berlin)

  • Gäste des 34. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest in der Villa Kult

    Gäste des 34. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest in der Villa Kult

  • (v.l.n.r.): Gernot Mann und Fenja Sabath (Wirtschaftsförderung Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf) während ihres Vortrags vor den Gästen des 34. RegioTalks

    (v.l.n.r.): Gernot Mann und Fenja Sabath (Wirtschaftsförderung Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf) während ihres Vortrags vor den Gästen des 34. RegioTalks