Am 8. April 2026 wird auch in Steglitz-Zehlendorf der 55. Internationale Tag der Roma begangen. Zu diesem Anlass wird in allen Berliner Bezirken die Flagge der Roma gehisst, um ein klares Statement für Respekt und Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung zu setzen.
Die Flaggenhissung durch Bezirksbürgermeisterin Schellenberg findet am 08.04.2026 um 16:00 Uhr vor dem Rathaus Zehlendorf statt.
Der Roma Day erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress vom 8. April 1971 in London, der das Ziel hatte, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu fördern. Diese erste internationale Vereinigung war Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins, das seinen Ausdruck in einer eigenen Hymne und einer eigenen Flagge und der Einigung auf die Selbstbezeichnung Roma fand. Inzwischen ist auch die Selbstbezeichnung Sinti*zze und Rom*nja verbreitet.
An diesem weltweiten Aktionstag will das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf einen Beitrag dazu leisten, die Roma- und Sinti-Communitys in ihrer Vielfalt sichtbarer zu machen, aber auch darauf hinweisen, dass der Kampf um gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen andauert – Solidarität und Unterstützung dürfen nicht auf den 8. April beschränkt bleiben.
Obwohl Romn*ja und Sinti*zze seit mindestens 600 Jahren in Europa leben und mit ca. 12 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit Europas bilden, erfahren Angehörige oder als Angehörige gelesene Menschen nach wie vor tagtäglich Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Berlin-Monitor 2025 zeigt, dass Antiziganismus zuallererst eine Form von Rassismus ist und dass negative Einstellungen gegenüber Romn*ja und Sinti*zze in Berlin weit verbreitet sind. Beispielsweise fanden 30% der Befragten, dass Sinti und Roma „nicht so zivilisiert“ sind und 25% vertraten die Ansicht, dass sie aus den Innenstädten verbannt werden sollten. Es gibt viel tun.
Aktivist*innen aus den Communities, Selbstorganisationen und der Zivilgesellschaft setzen sich seit vielen Jahren in verschiedensten Bereichen mit Sensibilisierung, Dokumentation, Empowerment und Bildung für die Belange von Sinti*zze und Rom*nja ein. Dieser unermüdliche Einsatz verdient Respekt, Anerkennung und Unterstützung.
Der Kampf um gleichberechtigte Teilhabe und Antizganismus liegt allerdings nicht in der Verantwortung der Community sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Roma-Tag bietet eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern.
Auch die historische Verantwortung gerät noch zu oft in Vergessenheit. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden ca. 500.000 Sinti und Roma Opfer eines Genozids (“Porajmos”), der lange nicht als solcher anerkannt wurde. Erst seit 2012 gibt es in Berlin ein Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.
• Flaggenhissung: 08.04.2026 um 16:00 Uhr vor dem Rathaus Zehlendorf (Haupteingang).
• Der Berlin-Monitor 2025, mit Schwerpunkt auf antiziganistische Einstellungen gegenüber Sinti und Roma: https://berlin-monitor.de/23-02-2026-veroeffentlichungen/
• Weitere Informationen zum Internationalen Tag der Roma: https://amaroforo.de/materialien/wissenswertes/