Unternehmensnachfolge Der 32. RegioTalk zeigte Wege für eine gelungene Übergabe

Pressemitteilung vom 11.02.2026

32. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest bei der Dosch Messapparate GmbH

Beim 32. RegioTalk am Mittwoch, den 4. Februar 2026, stand das Thema Unternehmensnachfolge im Mittelpunkt. Mehr als 30 Gäste folgten der Einladung zur Dosch Messapparate GmbH, um Einblicke in unterschiedliche Modelle der Übergabe sowie Unterstützungsangebote in Berlin zu erhalten.

Im Rahmen einer Betriebsführung stellte Geschäftsführer Sven Dosch das über 90 Jahre alte Familienunternehmen vor, das mit 40 Mitarbeitenden hochpräzise Instrumente und Bauteile für Differenzdruckmessungen entwickelt und weltweit vertreibt.

In seinem Vortrag schilderte Sven Dosch die Übergaben innerhalb der Familie und die damit verbundenen Veränderungen in Führungsstruktur und Rollenverständnis. „Mir war bewusst, dass ich als Geschäftsführer aufgrund meiner anderen Qualifikation auch einen anderen Job als mein Vater im Unternehmen machen würde“, erklärte er. Entscheidend sei vor allem das Vertrauen aller Beteiligten: „Es geht immer um Personen, die den Wechsel von alt zu neu mittragen müssen.“

Wolfgang Priedemann, ehemaliger Inhaber der international tätigen Priedemann Fassadenberatung GmbH, berichtete über die Übergabe seines Unternehmens an zwei langjährige Führungskräfte im Rahmen eines Management-Buy-outs. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wichtigste Gut eines Unternehmens“, betonte er. Nachfolge müsse frühzeitig vorbereitet werden, Kandidatinnen und Kandidaten sollten im Unternehmen „heranreifen“ dürfen. Besonders wichtig sei dabei der Erhalt der Unternehmenskultur: „Die Unternehmenskultur ist ein immenser Wert, der bei einer Übergabe unbedingt geschützt werden muss.“ Sein Fazit: „Das Know-how der Personen ist wichtiger als das Geld!“.

Timur Türel Sastimdur stellte das kostenfreie Beratungsangebot der Nachfolgezentrale Berlin vor, einem Gemeinschaftsprojekt der Bürgschaftsbank Berlin, der Handwerkskammer Berlin und der Industrie- und Handelskammer Berlin. Bundesweit stünden durchschnittlich 52 von 1.000 Unternehmen zur Übergabe an. Während es bundesweit mehr übergabebereite Unternehmen als Interessierte gebe, sei das Verhältnis in Berlin umgekehrt.

„Unternehmensübergaben sind immer ein sehr individueller Prozess, der auch sehr individuell motiviert ist“, so Sastimdur. Ziel der Beratung sei es, Transparenz zu schaffen, wirtschaftliche Kennzahlen aufzubereiten und passgenaue Matchings zwischen Anbietenden und Nachfolgeinteressierten zu ermöglichen.

Die anschließende Diskussion machte deutlich: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist kein rein wirtschaftlicher Vorgang, sondern ein sensibler Prozess, bei dem Vertrauen, Kompetenz und Unternehmenskultur eine zentrale Rolle spielen.

  • Geschäftsführer Sven Dosch (vorne rechts) gibt Betriebsführung seines Unternehmens Dosch Messapparate GmbH
  • (v.l.n.r.): Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest), Sven Dosch (Dosch Messapparate GmbH), Wolfgang Priedemann (ehem. Priedemann Fassadenberatung GmbH), Timur Türel Sastimdur (Nachfolgezentrale Berlin)