In der ersten Woche der Herbstferien 2025 reisten 23 junge Menschen im Alter von 13 bis 23 Jahren gemeinsam mit sechs Mitarbeitenden aus vier kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen – dem Haus der Jugend Zehlendorf, der JFE G. Marshall, der JFE Albrecht Dürer sowie dem Kinder- und Jugendzentrum Dr. Wolf – zu einer mehrtägigen Gedenkstättenfahrt nach Krakau. Ziel der Reise war es, historisch-politische Bildung erlebbar zu machen und die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust nachhaltig zu fördern.
Intensiv vorbereitet wurde die Fahrt durch fünf Treffen im Vorfeld. Dazu zählten ein Kennenlerntreffen, der Besuch des jüdischen Museums, ein Zeitzeug*innengespräch, ein Workshop im Anne-Frank-Zentrum sowie ein Informationsabend für Teilnehmende und Sorgeberechtigte. Die Interessen, Fragen und Vorkenntnisse der Jugendlichen flossen gezielt in die Planung ein. Bereits auf der Anreise vertiefte der gemeinsame Film „Schindlers Liste“ die inhaltliche Annäherung an das Thema.
Den zentralen Schwerpunkt der Reise bildete der zweitägige Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. In pädagogisch begleiteten Führungen setzten sich die Jugendlichen mit der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Stammlager Auschwitz I sowie des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau auseinander. Neben der Vermittlung historischer Fakten stand dabei auch der Raum für Fragen, Emotionen und gemeinsame Reflexion im Mittelpunkt. Die Begegnung mit den authentischen Orten sowie den Lebens- und Leidensgeschichten der Opfer hinterließ bei allen Beteiligten einen tiefen Eindruck.
Am dritten Tag erkundete die Gruppe im Rahmen geführter Rundgänge die Krakauer Altstadt. Untergebracht war die Gruppe in einem zentral gelegenen Hostel in der Nähe der Altstadt und des Jüdischen Viertels. Tägliche Gesprächs- und Reflexionsrunden begleiteten das Programm und ermöglichten es den Teilnehmenden, ihre Eindrücke einzuordnen und Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Ergänzende Freiräume am Nachmittag boten Gelegenheit zur individuellen Verarbeitung und zum Kennenlernen der Stadt.
Auf der Rückfahrt wurde der Film „Es war einmal in Deutschland“ gezeigt, der einen weiteren Zugang zur jüdischen Geschichte eröffnete und zur Reflexion über Erinnerung, Neubeginn und unterschiedliche Perspektiven anregte.
Die Gedenkstättenfahrt wurde von den Teilnehmenden als sehr eindrücklich und bereichernd erlebt. Sie förderte historisches Bewusstsein, Empathie sowie eine kritische Haltung gegenüber Ausgrenzung und Diskriminierung. Für alle Beteiligten stellte die Reise eine prägende Erfahrung dar, die noch lange nachwirken wird.
Ein Film mit Eindrücken und besonderen Momenten der Fahrt ist auf YouTube verfügbar: https://youtu.be/X0ijcenLvto
Link zum Short: https://youtube.com/shorts/JOq4vch_k1o