„Klimasensibler Umbau der Waldparkanlagen an Krumme Lanke und Schlachtensee“ Jugendveranstaltung am 07.05.2025 - Nachbericht

Pressemitteilung vom 20.06.2025

Bezirksstadtrat Urban Aykal sowie Beschäftigte des Jugendamtes führten am Mittwoch den 07.05.2025 eine Beteiligungsveranstaltung im Haus der Jugend Zehlendorf durch. Junge Menschen wurden zu einem Austausch eingeladen, um von ihnen zu hören, was sie sich wünschen, was sie brauchen und was sie für sinnvoll halten, wenn es um den klimasensiblen Umbau der Waldparkanlagen an Krumme Lanke und Schlachtensee geht.

Zu den Themen der Veranstaltung und der vorab durchgeführten Umfrage in einer Jugendfreizeiteinrichtung gehörten:

  • Uns ist der Schutz der Bäume wichtig. Doch gerade die Bäume in Ufernähe werden oft als Sprungbäume verwendet. Es werden Bretter und Seile befestigt, die den Bäumen schaden. Eine Lösung wären Stege oder schwimmende Inseln, von denen man springen könnte. Eine schwimmende Insel würde auch das Unfallrisiko minimieren, das beim Sprung ins flache Wasser am Ufer sehr hoch ist.
  • Wir wünschen uns Schaukeln am Ufer, mit denen man mit Blick aufs Wasser schaukeln kann.
  • Ein sehr wichtiger Aspekt ist für uns die Beleuchtung. Beleuchtete Wege erhöhen nachweislich die Sicherheit. Das ist besonders wichtig, weil es an beiden Seen zu sexualisierter Gewalt und Übergriffen kam und kommt. Uns ist bewusst, dass dies vermutlich nicht ganz einfach mit dem Schutz der Tiere zu vereinbaren ist, aber zumindest die Hauptwege und den Bereich um die Toiletten könnte man nachhaltig mit Solarlampen beleuchten.
  • Wir wünschen uns, dass alle Menschen gleichberechtigt die Seen zur Erholung nutzen können. Obdachlose Menschen sollen nicht vertrieben werden.
  • Es fehlen saubere Toiletten in erreichbarer Nähe. Darunter leiden Wald und Seen. Wir wünschen uns Pissoirs und Missoirs. Gerne ökologisch nachhaltige Toiletten, wie die von Öklo oder Goldeimer.
  • Toiletten, die nicht komplett ekelig sind wären toll.
  • Die Badestrände werden jährlich kleiner, da sie nach und nach durch Witterung abgetragen werden. Wenn es möglich ist, wünschen wir uns, dass die Strände regelmäßig aufgeschüttet werden können.
  • Wir wünschen uns Möglichkeiten wo man sich bei Regen unterstellen kann. Diese könnten auch als Hitzeschutz dienen.
  • Es fehlen sichere und stabile Fahrradständer. Momentan werden die Naturschutzzäune zum Abschließen hunderter Fahrräder genutzt. Dies trägt natürlich zum Verschleiß bei und sicher sind die auch nicht.
  • Es fehlen Mülleimer. Darunter leiden Tiere und Natur. Man könnte z.B. temporär während der Saison Mülltonnen aufstellen. Insgesamt wäre eine saisonbedingte dynamische Anpassung der Maßnahmen sinnvoll.
  • Wir wünschen uns mehr Bänke auf denen wir auch gemeinsam gegenübereinander sitzen können. Also mehr Sitzgruppen, als Einzelsitzplätze.
  • Wenn man Naherholung als Klimaschutz begreift, dann wäre es sinnvoll die Attraktivität vor Ort an den Seen zu erhöhen. Das motiviert die Menschen vor Ort zu bleiben, anstatt sich ins Auto zu setzen und ins Umland zu fahren oder in den Urlaub ans Meer zu fliegen.
  • Die freilaufenden Hunde ohne Maulkorb machen manchen Menschen Angst. Gerade wenn sie nicht erzogen sind und bellen oder einen anspringen. Wir wünschen uns wieder eine Beschilderung vor Ort, wo auch darauf hingewiesen wird, dass es in direkter Nähe einen Hunde See gibt (den Grunewaldsee).

Zum Hintergrund:

Das Projekt „Klimasensibler Umbau der Waldparkanlagen an der Krumme Lanke und dem Schlachtensee“ wird gefördert durch das Bundesprogramm: Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel.

Das Projektziel ist gemäß Zuwendung:

„Mit dem Umbau der Waldparkanlage an der Krummen Lanke und am Schlachtensee soll ein Lebens- und Erholungsraum sowie eine wichtige Kaltluftquelle für die Großstadt Berlin nachhaltig gesichert werden. Die Ziele des Projektes bestehen darin, im Hinblick auf die ökologische Qualität die Wirkung der vorhandenen waldartigen Grünflache auf die lokale Umwelt zu verbessern sowie die gegebenen Risiken wie Hitze und Starkregenereignisse zu minimieren. Im Zuge dessen soll ein nachhaltiges Regenwassermanagement (Leiten, Sammeln, Versickern) eingeführt, der Versiegelungsanteil verringert und Wegeführungen so modifiziert werden, dass sowohl die baulichen Barrieren reduziert werden als auch der anfallende Niederschlag gezielt abgeleitet werden kann. Die bestehende Vegetation soll gesichert und durch neue, klimaresiliente Pflanzungen ergänzt werden und so die CO2-Bindung erhöhen. Darüber hinaus soll die Bodenerosion reduziert, die Biodiversität erhöht und die Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen sensibilisiert werden. Übergreifend soll ein Pflege- und Entwicklungsplan zur nachhaltigen Sicherung der Ziele aufgestellt werden.“