29. RegioTalk „Zero Waste und Kreislaufwirtschaft“ bei der Berliner Stadtreinigung (BSR)

Pressemitteilung vom 06.05.2025

Nadine Gerks, Managerin Public Affairs der BSR, gibt den RegioTalk-Gästen eine Führung durch die Hauptwerkstadt der BSR

Wie können Unternehmen Abfallvermeidung und Ressourcenschonung wirtschaftlich sinnvoll verbinden? Beim 29. RegioTalk am Dienstag, 29. April 2025, im Bildungs- und Informationszentrum der Berliner Stadtreinigung in Tempelhof informierten sich über dreißig Unternehmerinnen und Unternehmer zu konkreten Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft und Wege hin zu mehr Zero Waste im Unternehmensalltag.

Nach einer Führung durch die historische Ausstellung und Hauptwerkstatt der Berliner Stadtreinigung (BSR) sowie Einblicke in das Engagement des Unternehmens für Abfallvermeidung von Nadine Gerks, Managerin Public Affairs der BSR, gab Meike Al-Habash, Leiterin der Zero-Waste-Agentur der BSR, praxisnahe und leicht umsetzbare Tipps zur Abfallvermeidung im Büroalltag. Sie machte deutlich, dass Zero Waste längst zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema geworden ist. Von 90 Millionen Tonnen gewerblichen Siedlungsabfalls seien rund die Hälfte vermeidbar. Ihre Botschaft: Ein ressourcenschonender Arbeitsalltag beginnt mit kleinen, machbaren Schritten – und steigert zugleich die Arbeitgeberattraktivität.

v.l.n.r.: Professor Dr. Philipp Adelhelm (Humboldt Universität zu Berlin und Helmholtz Zentrum Berlin), Wenke Hebold, Managerin Innovation Circular Design der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz (KEK), Veronika Pfender, Mitbegründerin und Mitgeschäftsführerin der dotch GmbH, Meike Al-Habash, Leiterin der Zero-Waste-Agentur der BSR, Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest)

Einen Ausblick auf technologische Lösungen gab Professor Dr. Philipp Adelhelm von der Humboldt Universität zu Berlin. Er forscht an der Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien als nachhaltige Alternative zur bislang vorherrschenden Lithium-Technologie. Generell sehe Adelhelm umfassendes Recycling und die Erforschung neuer Technologien als zwei zentrale Hebel für eine klimafreundliche Zukunft.

Wenke Hebold, Managerin Innovation Circular Design der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz (KEK), stellte die vielfältigen Förder- und Beratungsangebote für Berliner KMU vor. Sie betonte, dass die EU nicht nur Anforderungen stelle, sondern mit Initiativen wie dem Circular Economy Action Plan gezielt den Wandel unterstütze – etwa durch Vorgaben für kreislauffähiges Produktdesign und den geplanten digitalen Produktpass.

Blick auf die Fahrzeuge in der Hauptwerkstadt der BSR

Auch die dotch GmbH aus Berlin-Pankow zeigte, wie Kreislaufwirtschaft konkret aussehen kann. Mit einem eigenen Mehrwegsystem für Speiseölflaschen will das junge Unternehmen „Mehrweg so einfach wie Einweg“ machen, erklärte Mitgründerin Veronika Pfender. Das Konzept „Mehrweg as a Service“ soll den Handel entlasten und nachhaltigen Konsum flächendeckend ermöglichen.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich: Es fehlt nicht an Wissen oder Technologien – sondern oft an einfachen Zugängen, Anreizen und etablierten Standards. Einig waren sich alle Teilnehmenden: Der Weg in eine zirkuläre Zukunft beginnt jetzt – mit kleinen Schritten, großer Wirkung und dem Mut, Neues auszuprobieren.