Der 27. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest: „Kunst und Kultur als Wirtschaftsfaktor“

Pressemitteilung vom 31.01.2025

v.l.n.r.: Steffen Otte (Direktor und Vorstand der Domäne Dahlem), Notker Schweikhardt (Senior Manager Kultur bei visitBerlin), Moritz Senff (Geschäftsführer von "Zeit ist knapp"), Cerstin Richter-Kotowski (Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport), Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest)

Berlin als Kulturmetropole: Vielfalt bewahren, Identität schützen

Der 27. RegioTalk des Regionalinkubators Südwest fand am 28. Januar 2025 im ehemaligen Globetrotter-Gebäude in Steglitz statt. Das Zwischennutzungsprojekt “Zeit ist knapp” stellte seine Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung und bot damit den perfekten Rahmen für eine lebhafte Diskussion über die wirtschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur.

Mit dabei waren Cerstin Richter-Kotowski, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Steffen Otte, Direktor und Vorstand der Domäne Dahlem, Notker Schweikhardt, Senior Manager Kultur bei visitBerlin, sowie Gastgeber Moritz Senff, Geschäftsführer von “Zeit ist knapp”. Vor rund 40 Teilnehmenden diskutierten die Podiumsgäste, wie Kunst und Kultur als Motor für wirtschaftliches Wachstum genutzt werden können.

Moritz Senff betonte die Bedeutung der niederschwelligen Zugänglichkeit zu kulturellen Räumen und hob hervor, dass sein Projekt Orte für kreative Entfaltung schaffen wolle. “Wir bieten Flächen für Kunst, Kultur, Musik, Jugendarbeit oder Sozialarbeit. Wer eine Idee hat, kann sich bei uns melden und seine Vision verwirklichen”, so Senff.

Cerstin Richter-Kotowski unterstrich das Potenzial des Bezirks für den Kulturtourismus und erinnerte an das erfolgreiche Projekt “Kulturkorso”, ein Netzwerk aus 14 Museen und Kultureinrichtungen im Südwesten Berlins. Notker Schweikhardt von visitBerlin plädierte dafür, die Vielfalt Berlins stärker hervorzuheben und auch weniger bekannte Stadtteile für Touristen attraktiver zu machen. Steffen Otte von der Domäne Dahlem zeigte anhand der Synergien zwischen Kultur, Gastronomie und Wirtschaft, wie Kunst- und Kulturangebote auch wirtschaftlichen Mehrwert schaffen können.

Gäste beim RegioTalk

Trotz der positiven Ansätze blieb ein brisantes Thema nicht unerwähnt: die künftige Kürzung der Kulturbudgets um 12 Prozent. Notker Schweikhardt warnte vor den Folgen: “Die Förderung der Kultur ist keine Subvention, sondern vielmehr eine Investition in eine Stadt wie Berlin, die vom Tourismus profitiert und lebt.”

In der abschließenden Fragerunde wurden generationsübergreifende Themen angesprochen – von fehlenden Clubkultur-Angeboten bis hin zur Zukunft bestehender Kultureinrichtungen. Einigkeit herrschte darüber, dass Berlin als Kulturmetropole ohne seine vielfältigen Kultureinrichtungen an Identität verlieren würde.

Der 27. RegioTalk verdeutlichte einmal mehr: Kunst und Kultur sind nicht nur essenzielle Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens, sondern auch entscheidende Wirtschaftsfaktoren. Die Diskussion zeigte, dass es innovative Ansätze braucht, um Kultur nachhaltig zu fördern und ihre wirtschaftliche Relevanz weiter zu stärken.