- Neues Berliner Eingangsportal für UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“
- Behutsame Sanierung sichert bedeutendes denkmalgeschütztes Ensemble
- Besucherzentrum verbindet künftig Geschichte, Kultur und Gegenwart
Heute, am 20. Mai 2026, starten die Bauarbeiten für ein Besucherzentrum mit Gastronomie im von Ludwig Persius entworfenen Wirtschaftshof von Schloss Glienicke – an einem der geschichtsträchtigsten Orte Berlins und der deutschen Teilung. Der Standort an der Grenze zwischen Berlin und Potsdam soll dabei künftig als Berliner Eingangsportal für das UNESCO Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ fungieren. In unmittelbarer Nähe zur Glienicker Brücke und zum Berliner Mauerweg realisiert die landeseigene Grün Berlin, Gesellschaft für nachhaltige Stadtentwicklung, innerhalb des denkmalgeschützten Gebäudeensembles im UNESCO-Weltkulturerbe ein umfassendes touristisches Informations und Serviceangebot für Besucherinnen und Besucher aus dem In und Ausland. Zum offiziellen Auftakt begleiteten die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg, die Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt, der Leiter des Referates Regionale Strukturpolitik, Wirtschaftsförderung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Dr. Michael Knieß, sowie Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, und Prof. Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin, den Start der Arbeiten. Bis voraussichtlich 2029 entsteht am Standort eine nachhaltige und leistungsfähige touristische Infrastruktur.
Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Mit dem neuen Besucherzentrum am Schloss Glienicke schaffen wir einen zentralen Anlaufpunkt, der Orientierung bietet, Interesse weckt und Lust macht, die wunderschönen Schlösser von Berlin und Potsdam zu entdecken. Dass wir hier rund 10 Millionen Euro aus GRW-Mitteln investieren, ist ein klares Bekenntnis zur Tourismuswirtschaft in Berlin und zu attraktiven Angeboten auch jenseits der Innenstadt. Der Tourismus mit rund 12 Millionen Besucherinnen und Besuchern und fast 30 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr ist ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft: Jeder zehnte Arbeitsplatz in Berlin hängt direkt oder indirekt mit dem Tourismus zusammen. In diese Stärke investieren wir.“
Maren Schellenberg, Bezirksbürgermeisterin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin: „Mit dem neuen Besucherzentrum schaffen wir nicht nur ein Berliner Eingangsportal zum UNESCO-Welterbe ‚Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin‘, sondern auch einen Ort, der Geschichte, Kultur und Gegenwart verbindet. Die Sanierung dieses denkmalgeschützten Ensembles sichert dessen Erhalt und macht es gleichzeitig für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt zugänglich. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt einen Beitrag zur touristischen Infrastruktur und zur Stärkung des Bezirks Steglitz-Zehlendorf leisten können.“
Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Der heutige Baustart am Wirtschaftshof von Schloss Glienicke, der von Ludwig Persius entworfen wurde, ist sowohl aus denkmalpflegerischer als auch stadtplanerischer Sicht ein bedeutender Schritt. Mit dem neuen Besucherzentrum wird nun der Landschaftspark Glienicke, der Teil des Welterbes ist, für die Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht. Es bildet zukünftig das Berliner Eingangsportal zum UNESCO-Welterbe ‚Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin‘. Die Welterbestätte erhält damit an der Berliner Landesgrenze einen angemessenen Informationsort.“
Christoph Schmidt, Geschäftsführung Grün Berlin: „Das Projekt steht exemplarisch dafür, wie durch die behutsame, bestandswahrende Sanierung ein wertvolles Denkmalensemble im UNESCO-Welterbe nicht nur bewahrt, sondern durch eine zukunftsfähige Nutzung als Besucherzentrum mit Gastronomie dauerhaft gesichert wird. Wir freuen uns, hier unsere Expertise im sensiblen Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz einbringen zu können.“
Prof. Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin: „Das UNESCO-Welterbe ‚Schlösser und Parks von Berlin und Potsdam‘ ist eine weltweit einzigartige Denkmallandschaft. Mit dem Tourismus-Besucher-Zentrum erhält die Welterbestätte einen ihrer Bedeutung angemessenen Eingangsort an der Berliner Landesgrenze. Besonders freut mich, dass es damit gelingt, den wertvollen Gebäudebestand des historischen Wirtschaftshofs einer neuen Nutzung zuzuführen und ein Ankunfts- und Informationsangebot für Besucherinnen und Besucher zu schaffen. Der Baustart des Tourismus-Besucher-Zentrums ist ein wichtiger Schritt in den Bemühungen des Landes Berlin diesen besonderen Ort zu stärken.“
Mit der umfassenden Sanierung und der künftigen touristischen Nutzung des ehemaligen Wirtschaftshofes wird der dauerhafte Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles gesichert. Der Komplex, der nach Plänen von Ludwig Persius ab 1843 um beziehungsweise neugebaut wurde, umfasst das Turmgebäude, die Remise und die Konditorei. Die Planung sieht vor, die touristischen Nutzungen behutsam und bestandswahrend in die historische Bausubstanz und die Freianlagen einzubinden.
Berliner Eingangsportal zum UNESCO-Welterbe
Der Standort des künftigen Besucherzentrums verbindet Geschichte, Kultur und Gegenwart auf besondere Weise und wird künftig als zentrale Anlaufstelle für Touristen dienen. Bestandteil des Projekts ist die Konzeption und Umsetzung einer zeitgemäßen Ausstellung, die einen Überblick über die vielfältigen touristischen Angebote und Attraktionen im UNESCO-Weltkulturerbe im Umfeld des Besucherzentrums vermittelt. Dazu zählen unter anderem die Pfaueninsel, das benachbarte Schloss Glienicke, das Marmorpalais im Neuen Garten und das Schloss Babelsberg. Auch Themen der deutschen Teilung sowie des Mauerwegs werden inhaltlich aufgegriffen. Das barrierefreie Ausstellungs- und Informationsangebot soll gezielt dazu anregen, die umliegenden Orte zu besuchen und insbesondere die touristischen Angebote im Bezirk Steglitz-Zehlendorf – vor allem im Bereich des Rad- und Wassertourismus – aktiv zu nutzen. Serviceeinrichtungen wie Ticketverkauf, Shop, Sanitäranlagen sowie eine saisonale
Außengastronomie ergänzen das touristische Angebot.
Nächste Schritte
Zunächst werden aus den Gebäuden des Ensembles die nicht denkmalgerechten Einbauten wie Trafostationen, WC-Anlagen und Trennwände entfernt. Dadurch können insbesondere im markanten „Turmgebäude“ zwei große Räume wiederhergestellt und für den Ausstellungs-, Informations- und Shop-Bereich genutzt werden. In der sogenannten „Remise“, einem ehemaligen Stallgebäude, entstehen die erforderlichen Funktionsflächen, darunter Sanitär- und Technikflächen sowie eine kleine Kioskgastronomie. Die „Konditorei“ ist für weitere Ausstellungs- und Serviceflächen vorgesehen. Alle für Besucherinnen und Besucher zugänglichen Bereiche werden barrierefrei im Erdgeschoss realisiert. Die Obergeschosse sind für betriebliche Nutzungen wie Verwaltungs-, Technik- und Abstellräume vorgesehen. Im Innenhof des Gebäudeensembles entstehen rund 60 Sitzplätze für die Außengastronomie. Zudem soll die Durchfahrt im Turmgebäude als historischer Hauptzugang zum angrenzenden Park und Schloss Glienicke wiederhergestellt
werden. Der zukünftige Einsatz einer Wärmepumpe als regenerative Technologie gewährleistet einen klimafreundlichen und ressourcenschonenden Betrieb des Tourismus-Besucher-Zentrums Glienicke.
Für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin übernimmt das landeseigene Unternehmen Grün Berlin die Bauherrenfunktion und das Gesamtprojektmanagement. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 11,66 Millionen Euro wird zu 90 Prozent von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Förderprogramm zur Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), ergänzt durch Landesmittel. Das Projekt fügt sich in die Tourismusstrategie des Landes Berlin ein, die den Tourismus besonders an der Peripherie Berlins stärken will. Mit dem Bezirk Steglitz‑Zehlendorf, der Obersten Denkmalschutzbehörde – zuständig für das UNESCO‑Welterbe – sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wurde das gemeinsame Ziel formuliert, dass der Standort künftig als Berliner Eingangsportal für das UNESCO‑Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ fungieren soll.
UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“
Die Welterbestätte „Schlösser und Parks in Potsdam und Berlin“ wurde 1990 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen und in den Jahren 1992 sowie 1999 erweitert. Als erste gesamtdeutsche Welterbestätte ist sie zugleich Sinnbild der deutschen Wiedervereinigung. Die Potsdam-Berliner Kulturlandschaft umfasst eine Vielzahl an Bauwerken, Parkanlagen und gestalteten Ensembles. Hierzu gehören neben Schloss Sanssouci unter anderem Schloss Babelsberg, das Belvedere auf dem Pfingstberg, die russische Kolonie Alexandrowka in Potsdam sowie der Glienicker Park mit Pfaueninsel in Berlin, der Neue Garten im Westen des Heiligen Sees mit dem Marmorpalais und Schloss Cecilienhof.
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