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Dahlem |
Jürgen-Fuchs-Platz |
Am 09.05.2011, dem 12. Todestag von Jürgen Fuchs, wurde in Dahlem der Platz an der Königin-Luise-Straße / Ecke Arnimallee nach Jürgen Fuchs benannt. Der Schriftsteller und Psychologe Jürgen Fuchs (19.12.1950 – 09.05.1999) hat sich mutig und einfallsreich für Bürgerrechte in der DDR eingesetzt. Wegen seiner Texte geriet er bereits als junger Mann in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit. Er wurde 1976 verhaftet und nach neun Monaten im Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen zur Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gezwungen. Er setzte sich auch von Berlin (West) aus für Bürgerrechtler in der DDR und anderen Ostblock-Staaten ein. Jürgen Fuchs engagierte sich für die Friedensbewegung in West und Ost. In Berlin (West) arbeitete er als Sozialpsychologe mit benachteiligten Jugendlichen. Das Ministerium für Staatssicherheit setzte die menschenverachtenden Aktionen gegen Jürgen Fuchs in Berlin (West) fort (u.a. mit Telefonterror und versuchten Anschlägen). Nach dem Mauerfall 1989 arbeitete Jürgen Fuchs an der Aufklärung über das Ministerium für Staatssicherheit mit, auch in der Stasi-Unterlagen-Behörde. Der Schriftsteller Jürgen Fuchs schrieb seit seiner Schulzeit Gedichte und Prosa. Er thematisierte das Leben in der DDR, auch seinen dort geleisteten Wehr-dienst. Die Haftzeit verarbeitete er u. a. in den „Vernehmungsprotokollen“. In seinem Roman „Magdalena“ (1998) – der Name bezieht sich auf die Stasi-Adresse Magdalenenstraße – flossen seine Erfahrungen innerhalb der Stasi-Unterlagen-Behörde und mit ihrem damaligen Leiter Joachim Gauck ein. 1999 starb Jürgen Fuchs in Berlin an Leukämie.
Der Jürgen-Fuchs-Platz in Dahlem erblühte 2020 in neuem Glanz! Die Auszubildenden des Fachbereichs Grünflächen haben 2020 rund 3.000 Stauden und 200 Gehölze auf dem Platz neu gepflanzt. Grundlage der Neu- und Umpflanzungen war der Pflanzplan und das Gutachten des Landschaftsarchitekten Hartmut Teske, die extra zur Wiederherstellung des Platzes angefertigt wurden. Das historische Vorbild ist dabei das Konzept des Landschaftsarchitekten Willy Lange aus dem Jahr 1903. |