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HANNOVERSCH MÜNDEN/CASSINO – Steglitz Zehlendorf sagt „Danke“ und „Grazie“ für jahrzehntelange Städtefreundschaft

Bürgermeister Enzo Salera (Cassino) trägt sich ins Goldene Buch des Bezirks Steglitz-Zehlendorf ein

Bürgermeister Enzo Salera (Cassino) trägt sich ins Goldene Buch des Bezirks Steglitz-Zehlendorf ein

Cassino/Hannoversch Münden / September 2022

Pandemiebedingt konnten gleich zwei wichtige Jubiläen der letzten Jahre nicht oder nur eingeschränkt begangen werden: 2019 hatte sich die Partnerschaft mit der italienischen Kommune Cassino (Region Latium) zum 50. Mal gejährt (1969-2019); 2020 schließlich wurde die Freundschaft zwischen dem ukrainischen Charkiw und Steglitz-Zehlendorf 30 Jahre alt (1990-2020). Als dritte Jubilarin hinzu kommt die im Landkreis Göttingen gelegene südniedersächsische Kommune Hannoversch Münden (Kurzform Hann. Münden). 2022 währt sie 60 Jahre (1962-2022).

Italienisch-deutsches Gipfeltreffen im Bürgersaal

Jubiläen bieten perfekte Anlässe, um einander zu begegnen, um Partnerschaften hoch- und wiederaufleben zu lassen. Am 6. September 2022 fanden sich die Rathausspitzen zweier Partnerstädte zu einem italienisch-deutschen Gipfeltreffen ein. Dabei freute sich Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg nach der Corona-Durststrecke sichtlich, zu mittäglicher Stunde den Bürgermeister aus Cassino, Enzo Salera, sowie ihren Amtskollegen aus Hann. Münden, Tobias Dannenberg, im Bürgersaal Zehlendorf zu begrüßen. Zusammen mit den Vizebürgermeisterinnen von Hann. Münden, Angelika Deutsch und Gudrun Surup, trugen sich die beiden Verwaltungschefs ins Goldene Buch des Bezirks ein. Die Fahnen Italiens, der Ukraine, Deutschlands und die Bezirksflagge lieferten die Kulisse eines festlichen Empfangs.

Anwesend waren neben Vertretern des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. fast alle Damen und Herren des Bezirksamtskollegiums, darunter die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski, sowie René Rögner-Francke, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf. Als Zeichen der engen Verbundenheit mit beiden Partnerstädten überreichte die Bezirksbürgermeisterin ihren Amtskollegen einen handbemalten Buddy-Bären. Verziert mit Steglitz-Zehlendorfer und Berliner Motiven sind diese in Porzellan gegossenen Kraftpakete ein weltweit bekanntes und anerkanntes Symbol für Toleranz, Frieden und Völkerverständigung.

Der Buddy-Bär als Symbol für Freundschaft: Übergabe an die Bürgermeister Salera (Cassino, links) und Dannenberg (Hann. Münden, rechts)

Der Buddy-Bär als Symbol für Freundschaft: Übergabe an die Bürgermeister Salera (Cassino, links) und Dannenberg (Hann. Münden, rechts)

60 Jahre Freundschaft mit Hann. Münden

Als sich 1962 Hannoversch Münden und der damalige Bezirk Steglitz zu einem Freundschaftsbund zusammenschlossen, stand die Berliner Mauer gerade einmal ein Jahr. Der Kalte Krieg hatte seinen Höhepunkt erreicht, Völkerverständigung stand nicht auf der Tagesordnung. Geschlossen unter der Ägide des damaligen Steglitzer Bezirksbürgermeisters Peter Bloch (1959-1965) setzten beide Städte ein Signal des Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen der westdeutschen Bundesrepublik (BRD) und der „Insel“ Westberlin. Die Luftbrücke von 1948/49 lag noch nicht allzu lange zurück und war im Bewusstsein der Berliner Bevölkerung auch Anfang der 1960er Jahre noch durchaus präsent.

Der „Antifaschistische Schutzwall“, der Staats- und Parteichef Erich Honecker im Januar 1989 zufolge noch hätte fünfzig oder sogar hundert Jahre bestehen sollen, zementierte die Trennung von West- und Ostberlin, mithin von den beiden Staaten in Deutschland. In dieser Situation war jede Verbindung eines Berliner Westbezirks zu einer westdeutschen Kommune hochwillkommen. Im Mai 2012 konnten wir das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft im Rahmen der „Steglitzer Woche“ feierlich begehen. Die Freundschaft zu Hann. Münden hat alles überdauert: die Mauer, die deutsch-deutsche Teilung, die Wiederannäherung der beiden deutschen Staaten, schließlich die Wiedervereinigung. Und sie ist lebendiger denn je!

Der Städtepartnerschaftsverein hat auf seiner Webseite einige Glanzlichter aus der Historie der Partnerschaft zu Hannoversch Münden zusammengefasst. Die Stadt zählte Ende Dezember 2021 rund 23.000 Einwohner:

Gastgeschenk aus Cassino anlässlich des Besuches am 6. September 2022

Gastgeschenk aus Cassino anlässlich des Besuches am 6. September 2022

35 Jahre Freundschaftsdienst: Steglitz-Zehlendorf beglückwünscht Städtepartnerschaftsverein

Wir schreiben das Jahr 1987: Mauer und DDR existieren noch, als sich der Städtepartnerschaftsverein im Altbezirk Zehlendorf gründet. Der Bundeskanzler heißt Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker ist Bundespräsident, Eberhard Diepgen Regierender Bürgermeister, Jürgen Klemann (1981-1991) Bezirksbürgermeister von Zehlendorf. Ein wunderbarer Anlass, um 35 Jahre später der Anfänge und der wechselvollen Geschichte des Vereins zu gedenken. Zu einer stimmungsvollen Jubiläumsveranstaltung lud Gisela Pflug, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. (SPV), am Abend des 6. September in ebenjenen Bürgersaal ein, in dem am Mittag bereits der Empfang der Partnerstädte stattgefunden hatte. In seiner sehr persönlich und emotional gehaltenen Festrede erinnerte Gerhard Harms, Gründungsmitglied und einst als stellvertretender Vorsitzender aktiv, an die vielen unvergesslichen Begegnungen, die er in der langen Zeit seiner Mitgliedschaft erlebt hat. Aktuell fungiert Harms als einer der beiden Kassenprüfer des Vereins.

In ihrem Grußwort ging Maren Schellenberg auf die erstaunliche Integrationsleistung ein, die der Städtepartnerschaftsverein nach der Bezirksfusion im Jahre 2001 bewältigt habe. Von einem Tag auf den anderen habe sich der im Altbezirk Zehlendorf ansässige Verein auch der zahlreichen Partnerschaften des Altbezirks Steglitz annehmen müssen. Mittlerweile ist die Zahl der vom Verein betreuten Partnerstädte im In- und Ausland auf rund 20 angewachsen. Das Bezirksamt könne die Pflege der zahlreichen Partnerschaften, die sich auf zehn Länder (inklusive Deutschland) und zwei Kontinente verteilen, personell nicht alleine schultern und sei auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Verein angewiesen, führte die Bezirksbürgermeisterin weiter aus.

Neben der politischen Bezirksprominenz nahmen die Bürgermeister von Cassino und Hann. Münden die Plätze der Ehrengäste ein. Hinzu gesellte sich Ralf Hilmes, Bürgermeister der hessischen Partnerstadt Nentershausen, der in seiner Eigenschaft als Vereinsmitglied zum Festakt eingeladen war. Bürgermeister Salera aus Cassino hob in seiner Ansprache die Bedeutung des italienisch-deutschen Schüleraustauschs für die Pflege der beiderseitigen Beziehungen hervor. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, die Tradition des Schüleraustausches nach pandemiebedingter Pause wiederaufleben zu lassen. Bürgermeister Dannenberg überbrachte herzliche Grüße aus Niedersachsen.

Gruppenbild vor dem Rathaus Zehlendorf: Bürgermeister Salera (Cassino, vorne links), daneben Bezirksbürgermeisterin Schellenberg und Vizebezirksbürgermeisterin Richter-Kotowski, Bürgermeister Dannenberg (Hann. Münden, Mitte), flankiert von Vorstandsmitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins, den beiden Vizebürgermeisterinnen von Hann. Münden und BVV-Vorsteher Rögner-Francke (hinten rechts)

Gruppenbild vor dem Rathaus Zehlendorf: Bürgermeister Salera (Cassino, vorne links), daneben Bezirksbürgermeisterin Schellenberg und Vizebezirksbürgermeisterin Richter-Kotowski, Bürgermeister Dannenberg (Hann. Münden, Mitte), flankiert von Vorstandsmitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins, den beiden Vizebürgermeisterinnen von Hann. Münden und BVV-Vorsteher Rögner-Francke (hinten rechts)

Ein kleiner Gruß nach Charkiw

Der Partnerschaftsverein hätte gerne auch Gäste aus der Ukraine willkommen geheißen, was aber aufgrund der gespannten Sicherheitslage nicht möglich war. Ursprünglich war geplant, am Festabend Schülerinnen und Schüler der Leo-Borchard-Musikschule zusammen mit jungen Musikern und Tänzern des Jugendkulturpalastes Charkiw auftreten zu lassen. Musikerinnen und Musiker der Musikschule sorgten für ein nicht minder attraktives musikalisches Alternativprogramm.

Maren Schellenberg würdigte die Verdienste des Städtepartnerschaftsvereins bei Organisation und Abwicklung von Hilfstransporten nach Charkiw. Dem Vorstandsmitglied Olga Pischel ist es zu verdanken, dass die auf dem Charkiw-Spendenkonto des Partnerschaftsvereins eingehenden Mittel die Adressaten in der ukrainischen Partnerstadt zuverlässig und zeitnah erreichen.

Der Vereinswebseite zufolge verfügt der SPV derzeit über rund 135 Mitglieder. Mit großen Schritten bewegt er sich auf die nächsten Jubiläen zu. Das Bezirksamt und sein Partnerschaftsbeauftragter freuen sich, die Zusammenarbeit im Geiste von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung fortsetzen zu dürfen. Den Satzungszweck erfüllt der Verein tagtäglich mit großem Engagement: „Zweck des Vereins ist die Aufnahme, Pflege und Vertiefung von partnerschaftlichen und freundschaftlichen Kontakten zwischen den Bürgern von Steglitz-Zehlendorf und den Bürgern anderer Städte und Gemeinden im In- und Ausland und damit die Förderung der Völkerverständigung, des Friedens und der Toleranz“. Dem ist nichts hinzuzufügen.