Auszug - Schulsportplatz für Freizeitsport öffnen  

 
 
23. (öffentliche, außerordentliche) Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 3.3
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
Datum: Mi, 26.09.2018 Status: öffentlich
Zeit: 18:30 - 20:30 Anlass: außerordentliche
Raum: Rathaus Treptow Kleiner BVV-Saal, Raum 217
Ort: Neue Krugallee 4, 12435 Berlin
VIII/0455 Sportplatz des Anne-Frank-Gymnasiums öffnen
   
 
Status:öffentlichVorgang/Beschluss:0407/22/18
 Ursprungaktuell
Initiator:DIE LINKEBA, WeiSchuKuS
Verfasser:Karin KantFlader, Cornelia
Drucksache-Art:AntragZwischenbericht in MdV
Ortsbezüge:2.10. Bezirksregion 09 Altglienicke

Die drei Drucksachen (VIII/0455; VIII/0473 und VIII/0492) werden inhaltlich gemeinsam beraten. Die Abstimmung erfolgt jedochr jeden Antrag extra. Zur fachlichen Unterstützung nehmen Mitarbeiter von Gangway und Outreach an der heutigen Sitzung teil.

Frau Erdmann (Gangway) gibt einen Überblick zur aktuellen Situation im Sozialraum. Drastisch zunehmend werden Jugendliche aus dem öffentlichen Raum verdrängt, das heißt Jugendliche haben kaum noch Raum, um sich überhaupt treffen zu können.

Orte für Jugendliche, beispielsweise zum Fußballspielen und um andere besser kennenlernen zu können, sind kaum noch vorhanden. Die Jugendlichen suchen sich daher andere neue Orte im öffentlichen Raum, die dann meistens wieder zu Beschwerden durch die Anwohner führen.

Herr Ostwaldt hält es für fatal, dass durch Zäune die Nutzung der Sportplätze außerhalb des Schulbetriebes durch Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit verhindert werden soll.

Herr Riexinger berichtet über Schwierigkeiten in der Sporthalle abends Angebote mit Kindern und Jugendliche (über 11 Jahre) durchzuführen. Hier gibt es Dissens mit dem Sportamt, ob eine Nutzung der Sporthalle durch den Träger mit über 11jährigen Kindern aus Gründen des Unfallschutzes zulässig ist

Auch Herr Michel, Outreach, verweist auf die besondere Situation im "Kosmosviertel". Durch die engen Innenhöfe wird der Lärm von den Anwohnern sehr laut wahrgenommen und jegliche Freizeitaktivitäten, auch der jungen Familien, werden bereits als störend empfunden. Durch die Schließung bisheriger Plätze werden die Jugendlichen immer mehr verdrängt. Insofern ist aber bereits der Standort entscheidend und zentral zwischen den Blöcken gelegen, erweist sich daher von vornherein als problematisch.

Herr Freier-Winterwerb betont, dass diese Drucksachen gemeinsam im Sinne der Platzschaffung für Jugendliche betrachtet werden müssen. Hier sollte im Bezirk ämterübergreifend ein Konzept erarbeitet werden.

Herr Lawrenz möchte auf die einzelnen Anträge zurückkommen. Die Schulsportplätze sind morgens so vermüllt, dass dort kein Schulsport durchgeführt werden kann. Ein Schulsportplatz soll genutzt werden wofür er gedacht ist. Bolzplätze stehen allen zur Verfügung, die festgelegten Regeln müssen aber auch dort eingehalten werden. Er plädiert daher für den Antrag der CDU.

Bezirksstadtrat Klemm hält es für erforderlich in einer grundlegenden Debatte, aus jugendpolitischer Sicht, die Stadtentwicklung zu betrachten. Immer mehr Freiräume werden den Jugendlichen entzogen und die Stadt wird zunehmend verdichtet, dass schafft Probleme. Daher muss die Politik sich auch grundsätzlich um die Frage kümmern, wo es denn noch Freiräume gibt.  

Durch höhere Zäune werden die Probleme nicht gelöst. Der Jugendhilfeausschuss hat die Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen. Frau Kant hält es für wichtig, die Anträge zu bündeln und sich als Jugendhilfeausschuss zu positionieren und zwar aus Sicht der Jugendlichen. In diesem Zusammenhang verweist sie auf das Berliner Spielplatzgesetz § 3, in dem die Bereitstellung von Flächen öffentlicher Einrichtungen geregelt ist. Zur angesprochenen Vermüllung regt Frau Kant an, dass hier bereits mit der Bereitstellung von Mülleimern die Situation entschärft werdennnte. Außerdem sollte man versuchen, über Patenschaften auf die Einhaltung bestimmter Regeln Einfluss zu nehmen.

Frau Trăsnea unterstützt den Vorschlag, das Thema in seiner Gesamtheit zu behandeln und als Jugendhilfeausschuss eine einheitliche Position zu beziehen. Die Nutzung der Schulsportflächen nur für den Schulsport hält sie für falsch, eine Schließung sei daher nicht unterstützungswert aus ihrer Sicht.

Als Streetworker (Gangway) können diese ja auch nicht auf die geschlossenen Schulsportplätze undnnen es damit auch nicht zum Gegenstand ihrer Arbeit machen, die Jugendlichen zu beraten.

 

Über den unveränderten Antrag VIII/0455 DIE LINKE „Schulsportplatz für Freizeitsport öffnen“ wird abgestimmt. 

Der Antrag wird bei drei Gegenstimmen mehrheitlich angenommen.

(8 Ja / 3 Nein / 0 Enthaltungen)


Es wird folgende Stellungnahme beschlossen:

 

Der JHA hat die Drucksache auf seiner Sitzung am 26.09.2018 abschließend beraten und empfiehlt dem federführenden Ausschuss für Schule mehrheitlich (8:3:0) die Annahme des Antrages in der ungeänderten Fassung.


Abstimmungsergebnis: dafür: 8; dagegen: 3; Enthaltung: 0.


 
 

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