Dajana Strehlow ist waschechte Berlinerin. Jahrgang 1980, wurde sie in Kaulsdorf geboren, wo sie nach Stationen in Lichtenberg und Hohenschönhausen heute wieder wohnt. Nur ein einziges Mal überlegte sie ernsthaft, aus der Hauptstadt wegzuziehen: nach ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei Strauss Innovation. Die Kaufhauskette, die vor etlichen Jahren insolvent ging, bot Dajana Strehlow damals die Übernahme in einen festen Job an. „Allerdings nur in Hamburg“, erzählt sie. „Wohin ich sogar fuhr, um mich nach einer Wohnung umzusehen. Aber es war ein Ding der Unmöglichkeit, ohne entsprechende Sicherheiten etwas zu bekommen. Ich ließ den Plan und das Angebot der Firma fallen.“
Dajana Strehlow blieb in Berlin und begann, anstatt im Einzelhandel, in der Gebäudereinigung zu arbeiten. Der Job gefiel ihr. „Ich lernte viele Leute und viele Gebäude kennen“, sagt sie. „Zuletzt war ich Tagesfrau bei Vattenfall. Ich betreute tagsüber ein riesiges Gebäude, von den Blumentöpfen über die Teeküche bis zu den Toiletten.“ Ihr Arbeitsvertrag war fest an dieses Gebäude gebunden. Als sie es im Zuge ihrer zweiten Mutterschaft nicht mehr betreuen konnte, verlor Dajana Strehlow deshalb den Job.
Während der ersten drei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes blieb sie zu Hause und zog nicht nur ihre beiden Kinder auf, sondern pflegte nebenbei auch ihre kranke Mutter. „Mein Sohn war ein Baby, meine Tochter kam gerade in die Schule und dann starb damals meine Mama“, erinnert sich Dajana Strehlow. Eine schwierige Zeit begann. „Das war ein bisschen zu viel und nahm mich ziemlich mit. Eine Zeitlang war es mir tatsächlich egal, ob ich Arbeit hatte oder nicht, ich wollte hauptsächlich für meine Kinder da sein.“