Kinderarmutsprävention

Kind schaut auf das Wort Zukunft

Rund ein Viertel der Kinder in Berlin wachsen arm oder armutsgefährdet auf. In Neukölln sind mit 36,4 Prozent besonders viele Kinder und Jugendliche betroffen. In manchen Kiezen wächst die Mehrheit der Kinder in prekären Verhältnissen auf. Armut hat unter anderem Folgen auf die Entwicklung, Teilhabe, Gesundheit und Bildung und damit die Zukunftschancen. Ich wünsche mir, dass alle Kinder sich entwickeln und entfalten können und gute Perspektiven für die Zukunft haben.

2024 haben wir uns auf den Weg gemacht und im Bezirksamt ein Kernteam für die Prävention von Kinder – und Familienarmut gegründet, welches im Sinne der Berliner Strategie gegen Kinder – und Familienarmut wirkt.

Wir haben auf der ersten Neuköllner Kinderarmutskonferenz Akteur:innen zusammengebracht, die das Thema Kinderarmut bewegt. Wir haben einen Ort zum Austauschen und Vernetzen genutzt und gemeinsam diskutiert, wie die Kinder, Jugendlichen und Familien im Bezirk durch präventive Angebote gestärkt werden können. Dabei konnten wir auf umfassende bereits bestehende Angebote und Erfahrungen aufbauen.

Armut ist ein Thema, das weit über den Bezirk hinausreicht. Wir diskutieren deshalb auch: Wie kann es gelingen, Armut in unserer Gesellschaft grundsätzlich anzugehen?

Neuköllner Kinderarmutsbericht und Kinderarmutskonferenz

Am 27.11. fand die 2. Neuköllner Kinderarmutskonferenz im Jungen Tanzhaus Berlin, TanzZeit e.V., Lucy-Lameck-Straße 32, 12049 Berlin statt.
Hier wurde der 1. Neuköllner Kinder- und Familienarmutsbericht veröffentlicht. In 6 verschiedenen Workshops wurden auf der Kinderarmutskonferenz wichtige Fokusthemen rund Kinder- und Familienarmut in verschiedenen Bereichen diskutiert. Daraus entstanden ist ein Forderungspapier, eine Erklärung, die wir Ihnen hier zur Kenntnis hinterlegen.

Feedback zur Konferenz:

Sie waren am 27.11. dabei? Dann freuen wir uns hier über Ihr Feedback.

  • Kinderarmutsbericht Neukölln

    PDF-Dokument (4.0 MB) - Stand: 12-2025

  • Pressemitteilung 1. Kinderarmutsbericht

    PDF-Dokument (127.7 kB) - Stand: 11-2025

  • Erklärung zur Kinderarmutskonferenz

    PDF-Dokument (154.1 kB) - Stand: 12-2025

  • Programm 2. Kinderarmutskonferenz

    PDF-Dokument (69.9 kB) - Stand: 11-2025

Impressionen der 2. Neuköllner Kinderarmutskonferenz

  • Konferenz Nagel
  • Koferenz Audio
  • Konferenz Statistik
  • Konferenz Publikum
  • Konferenz Tanzgruppe
  • Konferenz Workshop
  • Konferenz Workshop2
  • Konferenz Gebiete
  • Konferenz Strategie

Einführung der Integrierten Bezirklichen Strategie gegen Kinder- und Familienarmut

Mit Beschluss des Ersten Berichts der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut im Senat am 3. August 2021 hat das Land Berlin eine gesamtstädtische Strategie gegen Kinder- und Familienarmut vereinbart.

Zwei Kernelemente stellen die maßgebliche Grundlage für armutspräventives Handeln im Land Berlin dar: Das kindzentrierte Zielesystem bestehend aus 15 strategischen Zielen und 68 Handlungszielen in den vier Handlungsfeldern materielle Versorgung, Teilhabe, Bildung und Gesundheit sowie fünf strategische Leitlinien zur Orientierung bei der Zieleerreichung. Beide Kernelemente der Berliner Strategie gegen Kinderarmut sind eng miteinander verknüpft und geben der gezielten Armutsbekämpfung im Land Berlin Orientierung und Richtung.

Die strategischen Leitlinien sind:

  • Stärkung und Ausbau der Integrierten Berliner Strategie zur Armutsprävention
  • Landesweite Bausteine der Armutsprävention stärken (vgl. z.B. Mittel für die Bezirke und Zielvereinbarung FamilienServiceBüros)
  • Ressourcenausstattung und –steuerung sozialräumlich ausrichten
  • Armutssensibilisierung fördern
  • Wirkungsorientierung fördern (z.B. Berichtswesen, Evaluation)

Das Bezirksamt Neukölln setzt sich dafür ein, dass Kinder und Familien in Armutslagen gleiche Chancen auf Gesundheit, Bildung und soziale Teilhabe haben. Unterstützt werden sie dabei vom Team des Projektes „MitWirkung – Perspektiven für Familien, die die Umsetzung der Berliner Strategie gegen Kinderarmut in den Bezirken – für armutssensible und wirkungsvolle Dienste, Angebote und Einrichtungen begleiten. MitWirkung setzt sich aktiv dafür ein, dass Kinder und Familien in Armutslagen im Mittelpunkt bezirklichen Handelns stehen. Am 08.04.2024 unterzeichnete auch Neukölln die Kooperationsvereinbarung zur Prozessbegleitung durch MitWirkung.

Alle Projekte aus den Mitteln der Armutsprävention, aber auch die Angebote der Jugendhilfe, lassen sich in der Regel unter diesen Zielen und Leitlinien subsumieren. In Neukölln baut die Integrative Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut auf der bereits bestehenden Präventionskette auf.

1. Kinderarmutskonferenz 11.10.2024

Grundsätzlich hat die erste Armutskonferenz das Ziel erreicht, Fachkräfte und interessierte Bürger:innen für die Folgen der Armut und für ihren jeweiligen fachlichen Beitrag an der Prävention von Armutsfolgen zu sensibilisieren bzw. stärker hierauf zu fokussieren.

Die Integrierte Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut konnte so noch einmal der (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Thema Armutsfolgen und Armutssensibilisierung wird in vielen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe bzw. Schule und Gesundheit Neuköllns verstärkt diskutiert und in den Blick ge-nommen.

Zu den einzelnen Workshops der Konferenz:

  • „Stärkung von armutsbetroffenen Ein-Eltern-Familien“:
    Die bereits seit längerem bestehende gute Kooperation zwischen der Koordinierungsstelle Alleinerziehende und den Angeboten der Familienförderung inklusive des FamilienServiceBüros wurde fortgesetzt. Für die Mitarbeitenden der Familienförderung wurde eine Fortbildung zu Klassismus aus den Mitteln der Armutsprävention angeboten, die gut angenommen wurde und viele Möglichkeiten eröffnet hat, die eigene Haltung zu reflektieren und die eigene Armutssensibilität zu erhöhen.
  • „Armut und gesundes Aufwachsen“:
    Die Ergebnisse fließen in die Strategien des Kernteams ein. Ein Schwerpunkt der Projekte 2024 und 2025 dient der Gesundheitsförderung (diverse Sportangebote für von Armut betroffene Kinder, Angebote zu Ernährung sowie die Stärkung der Lots:innenprojekte an Neuköllner Arztpraxen).
  • „Sprachförderung“:
    Armutssensibilität und die Folgen der Armut auf Kinder und Familien wird insbesondere bei den beteiligten Kitas weiter diskutiert. Das BEKI (Berliner Institut für Qualitätsentwicklung) hat Kontakt zur Fachsteuerung Kita im Jugendamt Neukölln aufgenommen und plant unter Beteiligung von Kitas einen Austausch zum Thema Armutssensibilität, deren Ergebnisse evtl. auch in die weitere Konzipierung der Übergangsprozesse einfließen soll. Auch das Thema der Erweiterung der bestehenden Lernwerkstätten als eine Methode der Gestaltung eines gelingenden Übergangs von Kita zu Schule wird in Neukölln weiterverfolgt.
    Darüber hinaus wird aktuell ein Projekt entwickelt, um den Zugang zu Kita für Kinder mit Sprachförderbedarf zu verbessern.
Team MitWirkung

MitWirkung - Perspektiven für Familien

Als Team MitWirkung stehen wir den Berliner Bezirken als Prozessbegleiter*innen zur Seite, um Integrierte bezirkliche Strategien (IBS) gegen (die Folgen von) Kinderarmut auf- und auszubauen und ihre Arbeit (noch) armutssensibler und wirkungsorientierter weiterzuentwickeln. Weitere Informationen

Hand in Hand

Berliner Strategie gegen Kinderarmut

Mit dem Beschluss der Berliner Strategie gegen Kinderarmut wurde 2021 im Senat ein gesamtstädtischer Rahmen geschaffen, um die Folgen von Armut gemeinsam konsequent zu bekämpfen und präventives Handeln zu stärken. Weitere Informationen

Bezirksamt Neukölln
Geschäftsbereich Jugend