EU-Badestelle Groß Glienicker See Süd (Moorloch) - Badegewässerprofil

Der Inhalt des Badegewässerprofils Groß Glienicker See an der südlichen Badestelle (Moorloch) ist gemäß § 7 Berliner Badegewässerverordnung festgelegt.

Abb. 1:Übersicht des Badegewässers Groß Glienicker See mit EU-Badestellen, Probenahmestellen und Einleitstellen.
Abb. 1:Übersicht des Badegewässers Groß Glienicker See mit EU-Badestellen, Probenahmestellen und Einleitstellen Bild: Quelle: FIS-Broker WMS-Service SenStadt Berlin: Digitale Topographische Karte 1:25.000 (DTK25)

Beschreibung des Badegewässers

Der Groß Glienicker See ist ein stehendes Gewässer im Südwesten Berlins im Bezirk Spandau, Ortsteil Kladow. Durch den See verläuft die Landesgrenze von Berlin und Brandenburg.
In Berlin liegen die zwei EU-Badestellen Groß Glienicker See Nord und Groß Glienicker See Süd (Abb. 1).

Der Groß Glienicker See liegt am östlichen Rand der Nauener Platte, er ist als eiszeitlicher Rinnensee Teil einer nord-süd-streichenden Seenkette, zu der auch der Sacrower See und der Heilige See in Potsdam gehören.
Der sandige Untergrund des Sees ermöglicht den Austausch zwischen dem Seewasser und dem Grundwasser; der Groß Glienicker See ist ein grundwasserabhängiger See.
Der ca. 67 ha große See hat ein Wasservolumen von 4,5 Mio.m³. An seiner tiefsten Stelle misst der See 11,25 m, im Mittel sind es 6,79 m. Die Uferlänge des Groß Glienicker See beträgt rund 5 km.

Der Groß Glienicker See ist ein intensiv genutztes Erholungsgewässer. Neben der Badegewässernutzung ist die Nutzung als Angel- und Fischereigewässer von Bedeutung.

Einige Teile des Ufers vom Groß Glienicker See auf Berliner Seite, u.a. die Halbinsel, liegen im Landschaftsschutzgebiet Gatow, Kladow und Groß Glienicke.

Infrastruktur

Abb. 2: Infrastruktur der Badestelle Groß Glienicker See, Süd
Abb. 2: Infrastruktur der Badestelle Groß Glienicker See, Süd Bild: Quelle: FIS-Broker WMS-Service SenStadt Berlin: Digitale farbige Orthophotos 2009 (DOP 10-C)

Die südliche Badestelle des Groß Glienicker Sees (Moorlake) ist mit dem Bus, per Rad oder Auto zu erreichen. Die Bushaltestelle befindet sich in etwa 400 m Entfernung.
Die Badestelle besteht aus zwei Bereichen, die durch eine Straße (Verlängerte Uferpromenade) getrennt sind. Der weiter vom See entfernte Bereich ist als Geschützte Grünanlage ausgewiesen. Hier liegt eine große Liegewiese mit zwei Beachvolleyballfeldern. Auf dem Gelände der Badestelle befindet sich ein großer Spielplatz (Abb. 2). Außerdem gibt es einen Bootsverleih.

Im Norden wird die Badestelle durch Forstflächen begrenzt, im Süden durch eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. Es gibt einen sandigen Hauptzugang zum Wasser; das übrige Ufer ist durch Holz- bzw. Metallzaun abgesperrt.

Ein Toilettencontainer befindet sich in etwa 75 m Entfernung zur Badestelle (Abb. 2) an der Straße. Duschen oder Umkleideräume sind nicht vorhanden.

Eine DLRG-Station (Wasserrettungsstation Glienicker See) grenzt nördlich an die Badestelle an (Abb. 2). Ein Rettungsring ist etwas abseits des Wasserzugangs an dem Begrenzungszaun angebracht.

Bewirtschaftung des Gewässers/Sanierungsmaßnahmen

Die Beschaffenheit des Groß Glienicker Sees hatte sich in den 1980er Jahren durch Einleitung unzureichend behandelter Abwässer zunehmend verschlechtert. Übermäßige Einträge des Pflanzennährstoffes Phosphor lösten Algenmassenentwicklungen aus.
1992/93 wurde eine Behandlung des Wassers und des Sedimentes mit Eisensalzen durchgeführt. Damit wurde der Pflanzennährstoff (Phosphor) des Seewassers ausgefällt und am Seeboden abgelagert. Der See blieb ab sofort klar.
Wasserpflanzen breiten sich seit 2003 aus.
Außerdem unterstützte eine Belüftungsanlage die Seetherapie. Diese erfolgreichen Sanierungsmaßnahmen führten dazu, dass der Groß Glienicker See heute wieder zu den klarsten Seen Berlins gezählt werden kann.

Überwachung der Badegewässerqualität

Die Badegewässerqualität des Groß Glienicker Sees wird vom LAGeSo auf Grundlage der Badegewässerverordnung von April bis September an den Badestellen Pferdekoppel (Nord) und Moorloch (Süd) (Abb. 1) überwacht.

An den Probeentnahmestellen werden 14-tägig Wasserproben entnommen, untersucht und beurteilt sowie jährlich eine Einstufung des Badegewässers vorgenommen.

Aktuelle Messergebnisse finden Sie hier.

Auf Grundlage der mikrobiologischen Messdaten aus den letzten 4 Jahren ist die Einstufung des Groß Glienicker Sees als Badegewässer mit „ausgezeichneter Qualität“ erfolgt.

Insgesamt weist der Groß Glienicker See ausgesprochen niedrige Nährstoffgehalte (vor allem Phosphor) auf. Dadurch lässt sich eine deutliche Begrenzung des Algenwuchses erwarten.
Dies wird durch sehr klares Seewasser, d.h. regelmäßig hohe Sichttiefen deutlich.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

An der Badestelle Groß Glienicker See Süd besteht die Gefahr einer kurzzeitigen Verschmutzung durch Schmutzwässer, die bei Starkregenfällen aus dem Leistungssystem der Schmutzwasserkanalisation austreten (Tab. 1) und nahe der Badestelle in den Groß Glienicker See gelangen können.
Ebenso stellen die Verunreinigungen am Ufer ein Verschmutzungspotential dar.

An der Badestelle besteht Hundeverbot. Auf den umliegenden Wegen sind Hunde an der Leine zu führen.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

potentielle Verschmutzungsquelle Bewertung Bemerkung
Zuflüsse nicht relevant Der Seewiesengraben als natürlicher Zufluss des Groß Glienicker Sees ist abgetrennt und entwässert seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr in den Groß Glienicker See.
Einleitungen relevant Bei Starkregenereignissen kann es zu Einleitungen aus der Regenkanalisation in den Groß Glienicker See kommen, welche die Wasserqualität beeinflussen können
Verunreinigungen am Ufer (Abfall, Fäkalien) relevant Durch Abschwemmungen von menschlichen und tierischen Verunreinigungen am Ufer sowie Abfällen sind lokale Verschmutzungen möglich (diffuse Quellen).

Bewertung des Risikos einer Massenvermehrung von Blaualgen

Aufgrund der geringen Nährstoffkonzentration (Phosphor) gibt es am Groß Glienicker See derzeit kein erkennbares Risiko einer massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien.
Cyanobakterien spielen am Groß Glienicker See bisher eine untergeordnete Rolle und kommen allenfalls vereinzelt vor.

Risiko der Massenvermehrung von Blaualgen

Parameter Feststellung Bemerkung
Potential zukünftiger Massenentwicklungen von Cyanobakterien nein Cyanobakterien haben am Gesamtplankton bisher einen vernachlässigbaren Anteil.
An der Badestelle beobachtete Massenvorkommen von Cyanobakterien innerhalb der letzten vier Jahre nein -

Gesamtbewertung

Die Befunde der hygienischen Überwachung des Groß Glienicker Sees sind bis auf einige wenige Ausnahmen als unauffällig zu bewerten.
Der Groß Glienicker See wird als Badegewässer mit „ausgezeichneter Qualität“ eingestuft.
Derzeit besteht kein erkennbares Risiko für eine Massenvermehrung von Blaualgen am Groß Glienicker See.

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

Profil erstellt 2011, 2014 aktualisiert
Verantwortlich für das Profil: Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) / Fachgruppe Wasserhygiene / Turmstr. 21, 10559 Berlin /
Nächste Überprüfung: Überprüfung in Abhängigkeit von der Einstufung

Die nächste Überprüfung und ggf. Aktualisierung wird abhängig von der Einstufung wie folgt festgelegt

Die nächste Überprüfung und ggf. Aktualisierung wird abhängig von der Einstufung wie folgt festgelegt

Einstufung Überprüfungshäufigkeit
ausgezeichnet Überprüfung nur bei Änderung der Einstufung
gut Überprüfung mindestens alle 4 Jahre
ausreichend Überprüfung mindestens alle 3 Jahre
mangelhaft Überprüfung mindestens alle 2 Jahre