Personenbeförderung

Muster eines Beiblatts zum Ausweis mit Wertmarke
*Muster Beiblatt* Bild: LAGeSo

Beiblatt mit Wertmarke gegen Entgelt

Ein Beiblatt mit Wertmarke kann nur ausgestellt werden, wenn ein gültiger Schwerbehindertenausweis mit zweifarbigem Flächenaufdruck vorhanden ist!

Personen mit einem Schwerbehindertenausweis und einem Beiblatt mit gültiger Wertmarke können im öffentlichen Personenverkehr ohne Fahrschein fahren.

Da Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres öffentliche Verkehrsmittel grundsätzlich kostenlos nutzen können, wird für sie kein Beiblatt mit Wertmarke ausgestellt.

Ein Beiblatt mit Wertmarke kostet für ein Jahr 72,- Euro bzw. für ein halbes Jahr 36,- Euro.

Ein Beiblatt mit Wertmarke können anerkannte Schwerbehinderte erhalten,

  • bei denen im Schwerbehindertenausweis die Merkzeichen „G“ für erheblich gehbehindert bzw. „aG“ für außergewöhnlich gehbehindert oder „Gl“ für gehörlos eingetragen sind.

oder

  • Kriegsbeschädigte und Gleichgestellte sowie Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes, die bereits vor dem 1. Oktober 1979 Anspruch auf Freifahrt hatten.

Bitte führen Sie immer den Schwerbehindertenausweis und die Wertmarke im Original mit! Kopien oder veränderte Dokumente werden nicht anerkannt.

Der Betrag für die Wertmarke ist in einer Summe per Überweisung zu bezahlen. Eine Barzahlung ist nicht möglich. Für die Überweisung erhalten Sie entweder mit Ausstellung des Schwerbehindertenausweises oder ca. 4 – 6 Wochen vor Ablauf der Gültigkeit der Wertmarke einen vom Versorgungsamt vorbereiteten Überweisungsträger.

Dieser Überweisungsträger mit dem Antrag für eine neue Wertmarke kann Ihnen nur zugesandt werden, wenn der Schwerbehindertenausweis über den gesamten Zeitraum der Wertmarke gültig ist.

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Beiblatt mit Wertmarke unentgeltlich

Ein Beiblatt mit unentgeltlicher Wertmarke können anerkannte Schwerbehinderte erhalten, bei denen im Schwerbehindertenausweis die Merkzeichen “Bl” für blind und “H” für hilflos eingetragen sind.
Das Beiblatt mit unentgeltlicher Wertmarke wird immer für 12 Monate ausgestellt. Es muss jedes Jahr neu beantragt werden!
Personen, bei denen im Schwerbehindertenausweis die Merkzeichen „G“, „Gl“ oder „aG“ eingetragen sind, können ein Beiblatt mit unentgeltlicher Wertmarke erhalten, wenn sie

  • laufende Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) =Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) erhalten

oder

  • laufende Leistungen zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) bzw. Grundsicherung nach dem Grundsicherungsgesetz im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII)

oder

  • laufende Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII)

oder

  • Bezieher einer ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz sind. Dies betrifft einen Teil der Kriegsbeschädigten und -hinterbliebenen (§§ 27 a und 27 d BVG) sind

oder

  • Heimbewohner, die einen Barbetrag (Taschengeld) vom Sozialhilfeträger erhalten

oder

  • Asylbewerber mit Leistungen nach § 2 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).

Bei Bezug von Leistungen nach § 3 Asylbewerberleistungsgesetz kann keine unentgeltliche Wertmarke ausgestellt werden.

Ein Nachweis der amtlichen Stelle (JobCenter, Sozialamt, Hauptfürsorgestelle), welche die maßgebende Sozialleistung bewilligt hat, ist vorzulegen. Dafür ist die auf der Rückseite des Antragsformulars ausgefüllte und abgestempelte Bescheinigung zu verwenden.

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Wechsel zwischen Beiblatt mit Wertmarke und Beiblatt für die KFZ-Steuerermäßigung

Personen mit dem Merkzeichen „G“ oder „Gl“ können entweder das Beiblatt mit Wertmarke für den öffentlichen Personennahverkehr oder als Kraftfahrzeughalter das Beiblatt ohne Wertmarke für die Kfz-Steuerermäßigung nutzen. Ein Wechsel von einer Vergünstigungsart zur anderen ist jederzeit möglich. Der Wechsel muss schriftlich oder persönlich im KundenCenter beantragt werden.
(Einzelheiten hierzu siehe unter
Kraftfahrzeug)

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Rückzahlung für Beiblatt mit Wertmarke

Der eingezahlte Betrag für die Wertmarke kann zurückgezahlt werden, wenn Sie die Wertmarke vor Beginn ihrer Gültigkeit zurückgeben.
Der Betrag von 36 Euro kann zurückgezahlt werden, wenn die zurückgegebene Wertmarke länger als 6 Monate gültig ist.
Die Rückzahlung muss schriftlich – mit Angabe der Bankverbindung (BIC und IBAN) – beantragt werden.
Ist die zurückgegebene Wertmarke kürzer als 6 Monate gültig, kann Ihnen nichts zurückgezahlt werden.
Entscheidend für die Bemessung der Gültigkeitsdauer ist der Eingang der Wertmarke beim Versorgungsamt (Posteingangsstempel).

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Vergünstigungen bei der Beförderung

Die Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen mit dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis fährt immer kostenlos mit. Das gilt auch, wenn die schwerbehinderte Person selbst kein Beiblatt mit Wertmarke besitzt.
Das gegenseitige „Begleiten“ von zwei Personen mit dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis ist ausgeschlossen.

Hilfsmittel

Personen, die einen gültigen Schwerbehindertenausweis und ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke besitzen können Handgepäck, Krankenfahrstuhl und orthopädische Hilfsmittel kostenlos mitnehmen (§ 145 Abs. 2 SGB IX).

Orthopädische Hilfsmittel gemäß Bundesversorgungsgesetz § 13 Orthopädieverordnung (BVG/OrthV) sind u.a.:

  • verschiedene Arten von Rollstühlen (Elektro-, Sport-, Aktiv- und Faltrollstühle),
  • Gehhilfen (Unterarmstützen, Gehbänkchen, Deltaräder, Gehwagen)
  • besondere Fahrräder (Behindertenfahrräder oder Behindertendreiräder, die speziell für Schwerbehinderte hergestellt worden sind)

Wichtiger Hinweis:
Für normale Fahrräder müssen die entsprechenden Fahrscheine gelöst werden.

Beförderung von Hunden

Beim Vorliegen des Merkzeichens „Bl“ (Blindheit) werden Blindenführhunde kostenlos befördert. Eine Begleitperson kann zusätzlich mitgenommen werden.

Beim Vorliegen des Merkzeichens „B“ (Begleitung) im Schwerbehindertenausweis kann statt der Begleitperson ein großer Hund kostenlos mitgenommen werden.
Für einen weiteren großen Hund wird ein Fahrschein benötigt. Kleine Hunde (lt. BVG Katzengröße) werden in einem Behältnis (Tasche o. ä.) kostenlos befördert.

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Personennahverkehr

Die Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr mit einem Beiblatt mit Wertmarke beinhaltet:

die Fahrt mit

  • Straßenbahnen, Buslinien im öffentlichen Personennahverkehr, U- und S-Bahnen (Verkehrsverbünde und Tarifgemeinschaften in allen deutschen Städten und Gemeinden)
  • Bahnlinien innerhalb von Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften von Zügen, die mit Verbundfahrschein genutzt werden können .
  • Wasserfahrzeugen im Linien-, Fähr- und Übersetzverkehr im Orts- und Nachbarschaftsbereich (Nahverkehr)

Der Bus- und Bahn-Begleitservice des VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist ein Serviceangebot für alle mobilitätseingeschränkten Menschen und unter Telefon: 25 41 41 41 oder Internet: www.vbbonline.de/begleitservice erreichbar.

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Deutsche Bahn

Die DB erkennt die Vergünstigung im öffentlichen Personenverkehr auch in ihren Zügen bundesweit an.

Das bedeutet:

Mit dem grün-orangen Schwerbehindertenausweis können alle Nahverkehrszüge der DB in in der zweiten Klasse ohne Fahrschein genutzt werden. Dazu gehören:
Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und Interregio-Express (IRE)

In diesen Zügen – auch Fernzügen – ist für die Begleitperson ebenfalls die Fahrt ohne Fahrschein möglich.
Das gilt auch auf Buslinien der DB im Nah- und Fernverkehr, auf Strecken der NE-Bahnen (Privatbahnen) und in Sitzwagen von Nachtzügen.
Die Begleitperson wird auch auf den innerdeutschen Fernbuslinien unentgeltlich mitgenommen.

Auskünfte erhalten Sie beim jeweiligen Verkehrsunternehmen.

Benutzung der 1. Wagenklasse mit Fahrausweis der 2. Wagenklasse, wenn der Anspruch durch das Merkzeichen „1. Kl.“ im Ausweis nachgewiesen ist. Liegt zusätzlich das Merkzeichen „B“ vor, fährt natürlich auch die Begleitperson in der 1. Klasse.

Gebührenfreie Sitzplatzreservierung (DB) für Personen im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen „B“ oder „BL“ ist für bis zu zwei Sitzplätze möglich, wenn der Einsteigebahnhof in Deutschland liegt. Bei fernmündlicher Bestellung ist der Ausweis beim Abholen der Platzkarte vorzulegen.

Weitere Informationen enthält die kostenlose Broschüre der Deutschen Bahn AG „Mobil mit Handicap – Services für mobilitätseingeschränkte Reisende “, die in den DB-Reisezentren, DB-Agenturen, DB-Servicepoints und vielen anderen Stellen erhältlich ist. Auch das KundenCenter des Versorgungsamtes hat einige Exemplare vorrätig. Fragen Sie danach.
Für stark sehbehinderte und blinde Menschen stehen diese Informationen auf einer Audio-CD zur Verfügung.

Ermäßigte Fahrkarten (DB) Personen mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 70 haben die Möglichkeit eine „BahnCard 50 oder 25“ zum halben Preis zu erwerben, obwohl die sonst geforderten Voraussetzungen (z. B. Alter) nicht vorliegen.

Die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn gibt Auskünfte über Hilfemöglichkeiten auf dem gewünschten Bahnhof oder die Ausstattung der Züge und ist bei der Reiseplanung behilflich. Die Mitarbeiter nehmen auch die Bestellung von Ein-, Um- und Aussteigeservice entgegen unter e-Mail:msz@deutschebahn.com oder Telefon 01805 – 51 25 12/ Fax 01805 – 15 93 57 oder im Internet:
Mobil mit Handicap – Services für mobilitätseingeschränkte Reisende .

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Sitzplatzanspruch

Einen Rechtsanspruch auf einen Sitzplatz für anerkannte Schwerbehinderte gibt es in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht. Besonders ausgewiesene Sitzplätze sind für mobilitätseingeschränkte Personen entsprechend freizugeben. Das können Schwerbehinderte, vorübergehend in der Gehfähigkeit Beeinträchtigte, Schwangere, Personen mit sehr kleinen Kindern und ältere gebrechliche Menschen sein. Nur das Betriebspersonal ist berechtigt, Fahrgästen Plätze zuzuweisen (§ 5 Abs. 2 der Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg VBB).