Tierärztliche Hausapotheke

Im Arzneimittelgesetz ist geregelt, dass am Verkehr mit Arzneimitteln nur teilnehmen darf, wer dies der zuständigen Behörde vor Aufnahme der Tätigkeit anzeigt. An Tierärzte und Tierärztinnen dürfen außerdem von pharmazeutischen Unternehmen und Großhandlungen Arzneimittel nur abgegeben werden, wenn diese eine Bescheinigung vorlegen, dass sie ihrer Anzeigepflicht nach dem Arzneimittelgesetz nachgekommen sind. Tierärzte und Tierärztinnen zeigen in diesem Zusammenhang den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke an, die alle zwei Jahre überprüft werden muss. Rechtliche Grundlagen sind das Arzneimittelgesetz und die Tierärztliche Hausapotheken-Verordnung. In Berlin gibt es über 350 angezeigte tierärztliche Hausapotheken. Dabei handelt es sich zu 94% um in eigener Praxis niedergelassene Tierärzte und Tierärztinnen, die im Rahmen der Behandlung von Patienten Arzneimittel anwenden und abgeben. Die anderen tierärztlichen Hausapotheken befinden sich an Instituten oder Unternehmen, die nur ihre eigenen Tiere, z.B. Versuchstiere, behandeln. Auch die Institute des Fachbereichs Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin unterhalten im Rahmen ihrer Kliniken tierärztliche Hausapotheken und ebenso der Zoologische Garten und der Tierpark. Bei der Kontrolle der tierärztlichen Hausapotheken wird u.a. überprüft, ob die Arzneimittel ordnungsgemäß aufbewahrt werden, so dass ihre einwandfreie Beschaffenheit sichergestellt ist. Weiter wird kontrolliert, ob Arzneimittel wirklich nur im Rahmen der Behandlung von Patienten angewendet und abgegeben werden, denn ein Verkauf, wie in der Apotheke, ist nicht erlaubt. Zu diesem Zweck müssen von den Tierärzten und Tierärztinnen umfangreiche Aufzeichnungen geführt werden, die vom LAGeSo überprüft werden. Für die Prüfung der tierärztlichen Hausapotheken wird ein bundeseinheitliches Protokoll verwendet, welches Teil des nationalen Qualitätsmanagementsystems im Pharmaziewesen ist. In Berlin werden in den Praxen überwiegend Heimtiere behandelt. Werden Tiere behandelt, die der Lebensmittelgewinnung dienen, müssen sowohl in der tierärztlichen Hausapotheke, als auch in der Tierhaltung zusätzliche Aufzeichnungen geführt und ebenfalls überprüft werden. Damit soll verhindert werden, dass Lebensmittel von mit Arzneimitteln belasteten Tieren in den Verkehr kommen.
Steht in Deutschland für die Behandlung von Tieren ein Arzneimittel nicht zur Verfügung, kann unter bestimmten Voruassetzungen ein Arzneimittel aus dem Europäischen Ausland bezogen werden. In diesem Zusammenhang muss der Tierarzt/ die Tierärztin die entsprechenden Regelungen des Arzneimittelgesetzes (AMG) beachten, insbesondere § 73 Absatz 3a AMG in Verbindung mit § 56 a AMG. Ein Bezug von Tierarzneimittel über § 73 Absatz 3a ist anzeigepflichtig.

Verordnung über Tierärztliche Hausapotheken 2009

Entsorgung von Arzneimitteln

Anzeige einer Tieraerztlichen Hausapotheke nach § 67 Arzneimittelgesetz

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Anzeige nach § 73 Absatz 3a AMG

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Beispiel der Bilanzierung von Arzneimitteln und Impfstoffen

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Niederschrift über die Inspektion der tierärztlichen Hausapotheke (Prüfprotokoll)

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Zusatz: Beanstandete Arzneimittel

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Merkblatt Umwidmungskaskade

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Dokumentation Therapienotstand

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Kodex “Gute Veterinärmedizinische Praxis“ vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

PDF-Dokument Dokument: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.