von Jutta Knubbe
Als Mitglied der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick werde ich immer wieder mit der Realität konfrontiert, dass ältere Menschen in unserer Gesellschaft oft das Gefühl haben, abgehängt zu werden. Ein Thema, das besonders oft zur Sprache kommt, ist die digitale Kluft. Die schnelle Entwicklung der Technologie und die zunehmende Digitalisierung stellen uns ältere Menschen vor große Herausforderungen. Viele können sich mit den neuen Geräten und digitalen Angeboten nicht identifizieren und fühlen sich von ihnen überfordert. “Digital werden wir Alten abgehangen” – so lautet oft der treffende Tenor in den Gesprächen, die ich führe.
Doch nicht nur die Digitalisierung macht uns zu schaffen. Auch die medizinische Versorgung wird für uns zunehmend schwieriger.
Arzttermine sind oft schwer zu bekommen, und viele Gesundheitsdienstleistungen werden immer mehr über Onlineportale abgewickelt – etwas, was für die ältere Generation nicht immer einfach zu handhaben ist. Zudem bleibt die Barrierefreiheit in vielen Bereichen der Mobilität ein ungelöstes Problem: Busse und Bahnen sind oft nicht ausreichend barrierefrei, und auch in der Stadtplanung wird zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse älterer Menschen genommen.
Ein weiteres Beispiel, das mir immer wieder begegnet, sind die Schwierigkeiten, mit denen ältere Bürgerinnen und Bürger unterwegs sind, die auf einen Rollator angewiesen sind. Häufig stehen sie vor unüberwindbaren Herausforderungen, wenn sie durch die Stadt gehen müssen.
Abgesenkte Bordsteine und Übergänge sind oftmals zugeparkt, was den Alltag erschwert. Selbst einfache Wege, wie der Gang zum Supermarkt oder zum Arzt, werden zu einem echten Kraftakt. Die Zeiten, in denen hilfsbereite Mitmenschen in der Nähe sind, sind leider meist sehr begrenzt. Diese alltäglichen Barrieren führen nicht nur zur Frustration, sondern auch zu einer immer größer werdenden Isolation.
Zur Verbesserung dieser Situation ist die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick im ständigen Kontakt mit den zuständigen Ämtern im Bezirk. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass Barrierefreiheit in der Stadtplanung stärker berücksichtigt wird und dass auf die Bedürfnisse älterer Menschen mehr Rücksicht genommen wird. Es ist wichtig, dass wir nicht nur auf die Probleme hinweisen, sondern auch konkrete Lösungen fordern. Nur so kann sich die Situation langfristig verbessern.
Haben Sie Vorschläge, Hinweise oder Gefahrenstellen in Ihrem Kiez?
Wenden Sie sich vertrauensvoll an die Seniorenvertretung!
Ihre Beobachtungen und Ideen sind von unschätzbarem Wert, um gemeinsam eine lebenswerte, barrierefreie Stadt zu gestalten.
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass ältere Menschen nicht nur gehört, sondern auch in ihrer Lebensqualität verbessert werden.