Bestattungen sind kein Grund zur Freude. Umso weniger, wenn man anhand der wenigen Informationen, die über die durch den Bezirk ordnungsbehördlich bestatteten Menschen bekannt sind, auf ihre Lebensumstände schließen muss. Es sind oft Geschichten von Einsamkeit – zumindest am Lebensende, es sind Geschichten von Entfremdung von den eigenen Kindern und Angehörigen.
Die Neuköllner, die am Ende keine Angehörigen haben, die sich auch nur um ihre würdige Bestattung kümmern, haben zumindest den Bezirk. Viele Jahre erfolgte das in Mitte, dann kurzzeitig in Tempelhof-Schöneberg. Seit dem 3. Juni 2026 werden sie in Neukölln beigesetzt. Und das ist dann doch ein Grund zur Freude.
“Neuköllner in Neuköllner Erde” lautete auch der Titel eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung auf Initiative der Seniorenvertretung, die dieses Anliegen unterstützt hat. Dass es so schnell umgesetzt werden konnte, ist vor allem der Seniorenvertretung selbst zu verdanken aber auch dem Evangelischen Friedhofsverband Stadtmitte, der mehrere Friedhöfe in Neukölln betreibt, und den engagierte Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes.
Die Beisetzungen finden wöchentlich auf dem Neuen Luisenstädtischen Friedhof in der Hermannstraße 186 bis 190 statt und sind öffentlich. Eine Begleitung durch Neuköllnerinnen und Neuköllner ist ausdrücklich gewünscht. Die genauen Termine werden zeitnah – zukünftig auch auf der Internetseite des Bezirksamtes und in meinem Newsletter – veröffentlicht.