Soziales und Gesundheit in Neukölln - April 2026

Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

etwas verspätet melde ich mich mit meinem Rückblick auf den wechselhaften April. Dieses Mal mit einem Schwerpunkt auf unseren Maximalversorger im Bezirk: das Vivantes Klinikum Neukölln.

Eine gute Nachricht möchte ich außerdem schon jetzt überbringen. Das kürzlich geschlossene Spendenwarenhaus im Möwenweg wird im Juni seine wichtige Arbeit wieder aufnehmen. Wann genau es losgeht und wie dieser Erfolg gelungen ist, berichte ich ausführlich in der nächsten Ausgabe meines Newsletters.

Viel Freude beim Lesen und einen (bald wieder) sonnigen Mai!

Ihr Hannes Rehfeldt
Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit

Die Hand eines Säuglings greift die Hand eines Erwachsenen

10 Jahre Babylotsen

Das Programm Babylotse soll Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen und psychosozial belasteten Eltern frühzeitig Unterstützung anbieten. Gemeinsam mit dem damaligen Jugend- und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke habe ich es ab 2014 in Neukölln auf den Weg gebracht und seitdem begleitet.

Babylotsinnen und Babylotsen arbeiten direkt in der Geburtsklinik und werden zum größten Teil aus Landesmitteln finanziert. Sie begleiten junge Eltern bereits während der Schwangerschaft und direkt nach der Geburt in der Klinik.

So können sie soziale Risikofaktoren frühzeitig erkennen und gemeinsam mit den Familien klären, wo sie Unterstützung benötigen. Dafür befragen sie die Eltern systematisch und bieten bei Bedarf ein persönliches Beratungsgespräch an. So können Sie sie gezielt Angebote vermitteln, etwa aus dem Bereich der Frühen Hilfen.

Allein in Neukölln haben die Babylotsinnen in den vergangenen zehn Jahren 28.114 Familien erreicht und ihren Unterstützungsbedarf erfasst sowie 9.970 Familien persönlich beraten. In allen sechs Geburtskliniken von Vivantes wurden insgesamt 46.092 Familien angesprochen und 18.069 Beratungen durchgeführt. In den Kreißsälen von Vivantes kommt etwa jedes dritte Kind in Berlin zur Welt. Als regionaler Weiterbildungsknoten hat Neukölln zudem 35 Babylotsen ausgebildet.

Es ist meine Überzeugung, dass die Babylotsen der wichtigste Beitrag zur frühen Unterstützung Neuköllner Familien sind, den wir in den vergangenen Jahrzehnten auf den Weg gebracht haben. Eine Erfolgsgeschichte, die es auch in den kommenden Jahren zu sichern gilt.

Ein im Auto angeschnallter Teddybär

10 Jahre Kinderschutzambulanz

Ebenfalls 10 Jahre wurde die Kinderschutzambulanz am Klinikum Neukölln. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit medizinischer Abklärung und verlässlicher Hilfe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Im Mittelpunkt stehen eine sorgfältige medizinische Untersuchung, Beratung und die Einbindung weiterer Hilfsangebote.

Wenn Unsicherheit besteht, ob Kinder oder Jugendliche gefährdet sind, bietet die Kinderschutzambulanz eine geschützte Umgebung für eine fachkundige Abklärung. Nicht nur das Jugendamt, sondern auch Fachkräfte wie etwa niedergelassene Ärztinnen können Familien gezielt dorthin vermitteln, damit mögliche Anzeichen von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt medizinisch untersucht werden.

Neben der Diagnostik gehören auch Gespräche mit den Eltern, Beratung und die Vermittlung weiterer Unterstützungsangebote zum festen Bestandteil der Arbeit. Alle Befunde werden standardisiert dokumentiert, um eine verlässliche Grundlage für weitere Schritte im Sinne des Kindeswohls zu schaffen.

Die Kinderschutzambulanz am Vivantes Klinikum Neukölln ist eine von sechs regionalen Kinderschutzambulanzen, die vom Berliner Senat finanziert werden. Geleitet wird die Neuköllner Ambulanz von dem Kinderchirurgen Dr. Sylvester von Bismarck und dem Kinderarzt Prof. Dr. Klemens Raile.

Innerhalb des Vivantes Klinikum Neukölln sind zahlreiche Fachbereiche eingebunden: von der Kinder- und Jugendmedizin über die Kinderchirurgie bis hin zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, Radiologie und dem Sozialdienst. So können Betroffene ganzheitlich betrachtet und bestmöglich unterstützt werden. Darüber hinaus ist die Ambulanz eng mit dem Berliner Kinderschutznetzwerk verknüpft und arbeitet mit Jugendhilfe und weiteren Institutionen zusammen.

Ehrenamtlicher Besuchsdienst

Gemeinsam mit dem Ida-Wolff-Krankenhaus, Fachkrankenhaus für Geriatrie, und dem Klinikum Neukölln (beide Vivantes) habe ich einen ehrenamtlichen Besuchsdienst in den beiden Einrichtungen eingerichtet.

Der neue Besuchsdienst wird den Krankenhausalltag besonders für viele ältere Patientinnen und Patienten und solchen mit langen Krankenhausaufenthalten erleichtern, da diese Menschen oftmals nur wenig Besuch bekommen und im Krankenhaus viel allein sind. Die Damen und Herren vom ehrenamtlichen Besuchsdienst tragen dazu bei, dass diese Patientinnen und Patienten nicht vereinsamen, sie nehmen sich Zeit und hören zu oder stehen mit Hilfe und Trost zur Seite.

Für diese Aufgabe werden sie von den Krankenhäusern direkt ausgewählt und können dann über den Seniorenservice im Bezirksamt im Rahmen einer Sozialkommission von der Bezirksverordnetenversammlung berufen werden. Die Ehrenamtlichen erhalten dann eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit in den Krankenhäusern.

Der ehrenamtliche Besuchsdienst ist ein ganz konkreter Schritt gegen Einsamkeit während des Krankenhausaufenthaltes. Unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Dass sich so schnell so viele engagierte Ehrenamtliche gefunden haben ist ein bemerkenswertes Zeichen, dass Neukölln auf dieses Angebot gewartet hat. Jeder Einzelne von ihnen wird Gutes tun und die gesundheitliche Versorgung in Neukölln ein kleines Stück besser machen.

Der ehrenamtliche Besuchsdienst ersetzt natürlich nicht die Regelversorgung durch die Krankenhäuser. Er stellt aber ein wichtiges ergänzendes Angebot für die Versorgung der Patientinnen und Patienten dar.

Meine Bürgersprechstunde

Meine nächste Bürgersprechstunde für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Anliegen zu den Themen Soziales und Gesundheit findet statt am

Donnerstag, 21.05.2026, 13:00 – 14:00 Uhr
Britzer Weinkultur
Koppelweg 70, 12347 Berlin

Donnerstag, 18.06.2026, ab 10:00 Uhr
Gropius-Passagen (vor der Buchhandlung Hugendubel)

Über eine Anmeldung in meinem Büro per Mail oder telefonisch (030 90239 2241) zur besseren Planbarkeit freue ich mich. Gerne können Sie aber auch spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen.

Veranstaltungskalender für Seniorinnen und Senioren

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren sind jeden Monat neu hier erhältlich.