Soziales und Gesundheit in Neukölln - März 2026

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

ich habe mir vorgenommen, neben den vielen Themen aus meinem großen Geschäftsbereich auch immer wieder ganz gezielt auf die Arbeit des Jobcenters Neukölln einzugehen. Das Jobcenter ist zwar eine eigene Behörde, aber der Bezirk hat daran einen maßgeblichen Anteil.

In meiner Funktion bin ich Vorsitzender der Trägerversammlung, der Bezirk trifft die letzte Entscheidung über die Übernahme von Kosten der Unterkunft und bei Mietschulen, wir sind bei der Auswahl von Maßnahmen der Arbeitsförderung beteiligt und ca. 100 bezirkliche Beschäftigte arbeiten im Jobcenter Neukölln.

Nicht zuletzt sind fast 57.000 Neuköllnerinnen und Neuköllner auf die Sicherung ihres Lebensunterhaltes durch die gemeinsame Einrichtung Jobcenter angewiesen. Und übrigens auch auf deren Bemühungen, sie für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und unabhängig von Sozialleistungen zu machen.

Für das Bezirksamt danke ich meinen Beschäftigten für ihren täglichen Einsatz in diesem – das werden Sie im folgenden lesen – mit großen Herausforderungen verbundenen Jobcenter.

Ihr Hannes Rehfeldt
Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit

Unser Jobcenter

Im Oktober 2025 wurden 27.999 Bedarfsgemeinschaften mit 56.675 Personen, davon 39.854 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten betreut. Die Arbeitslosenquote im Bereich des Jobcenters betrug im November 2025 10,7%.

Der größte Anteil der Arbeitslosen entfällt auf Kundinnen und Kunden mit einem Hauptschulabschluss (26,2%), gefolgt von Kundinnen und Kunden ohne Schulabschluss (25,0%).

71,7% der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im August 2025 erhielten 624 Personen ergänzend zum Arbeitslosengeld nach dem SGB III aufstockende Leistungen nach dem SGB II.

29.499 erwerbsfähige Leistungsberechtigte befinden sich im Langzeitleistungsbezug, dazu zählen sowohl Beschäftigte, deren Einkommen nicht bedarfsdeckend ist als auch Menschen, die an Maßnahmen teilnehmen oder arbeitslos sind.

In dieser Gruppe erfordern insbesondere die 7.716 Langzeitarbeitslosen eine enge und passgenaue Unterstützung durch Beratung und Förderung, um schrittweise die Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen.

Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Leistungsberechtigten weist Defizite in der deutschen Sprache, vielfach niedrige bzw. fehlende Schulabschlüsse und häufig keine abgeschlossene Berufsausbildung auf. Aktuell steht bei etwas mehr als 6.700 Kundinnen und Kunden der Erwerb oder die Verbesserung von Sprachkenntnissen im Vordergrund, um darauf aufbauend eine Integration in Ausbildung und Arbeit zu ermöglichen.

Ziele für 2026

Im Rechtskreis SGB II umfasst das Zielsystem drei Steuerungsziele, mit denen folgende Wirkung erreicht werden soll:

  • Verringerung der Hilfebedürftigkeit
  • Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit
  • Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug

Um die Chancengleichheit und Partizipation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu stärken, werden die Zielindikatoren geschlechterdifferenziert geplant und abgerechnet. Das gilt sowohl für die Integrationsquote als auch für die Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden.

Ausgehend von der Situation im Stadtbezirk sind für Frauen oft größere Anstrengungen erforderlich, um ihnen den (schrittweisen) Zugang zu einer bedarfsdeckenden Beschäftigung zu ermöglichen.

Geschäftspolitische Schwerpunkte

Die Geschäftsführung hat für dieses Jahr Schwerpunkte festgelegt, die ich hier nur auszugsweise darstellen möchte:

  • Wir gewähren die Leistungen schnell und rechtmäßig.
  • Die Verzahnung von kommunalen Leistungen mit Förderungen des SGB II, z. B. bei der psychosozialen Erstberatung oder den niedrigschwelligen Angeboten zur Aktivierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, unterstützt die zielorientierte Beratungs- und Vermittlungsarbeit.
  • Mit der Nutzung der Förderungen nach §§16i und 16e SGB II ermöglichen wir für Neuköllnerinnen und Neuköllner mit besonders hohem Unterstützungsbedarf die Soziale Teilhabe.
  • Wir arbeiten eng und auf Augenhöhe mit unseren Kundinnen und Kunden zusammen und nutzen alle integrationsfördernden Instrumente intensiv und passgenau.
  • Durch die Förderung der Erstausbildung und der beruflichen Weiterbildung wirken wir dem Fachkräftemangel entgegen und schaffen die Voraussetzung für eine möglichst bedarfsdeckende und nachhaltige Beschäftigung.
  • Wir fördern für Menschen mit Behinderung die inklusive Teilhabe am Arbeitsleben sowohl auf dem Ausbildungs- als auch Arbeitsmarkt.

Und noch mehr...

Wer mehr über die geschäftspolitischen Schwerpunkte, Landesprogramme und digitale Angebote erfahren will, kann das sehr umfassend im aktuellen Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm (AMIP) nachlesen.

Meine Bürgersprechstunde

Meine nächste Bürgersprechstunde für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Anliegen zu den Themen Soziales und Gesundheit findet statt am

Donnerstag, 16.04.2026, 13:00 – 14:00 Uhr
Guttempler in Berlin und Brandenburg
Wildenbruchstraße 80, 12045 Berlin

Donnerstag, 21.05.2026, 13:00 – 14:00 Uhr
Britzer Weinkultur
Koppelweg 70, 12347 Berlin

Über eine Anmeldung in meinem Büro per Mail oder telefonisch (030 90239 2241) zur besseren Planbarkeit freue ich mich. Gerne können Sie aber auch spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen.

Veranstaltungskalender für Seniorinnen und Senioren

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren sind jeden Monat neu hier erhältlich.