Soziales und Gesundheit in Neukölln - Juli 2025

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

dass Berlin sparen muss, ist gefühlt schon immer so. Auch die kommenden beiden Jahre werden spürbare Einschnitte in die – in den vergangenen Jahren massiv angestiegenen Ausgaben des Landes – erfordern. Das Bezirksamt Neukölln hat zuletzt die Weichen für den Bezirkshaushalt gestellt und mit dem Beschluss der Eckwerte den Prozess zur Verabschiedung des Haushaltsplanentwurfes durch die BVV auf den Weg gebracht.

Ein genauer Blick lohnt sich. Denn es ist kein “Spardiktat”, das auf die Bezirke niedergeht, wie es hier und da in der politischen Debatte und Berichterstattung zu hören ist. Vielmehr ist die Finanzierungslogik – die auf den Irrweg des Neuen Steuerungsmodells der 1990er Jahre zurückgeht – an vielen Stellen schlichtweg ungeeignet, um die auf Daseinsvorsorge ausgerichtete Leistungserbringung der Bezirke abzubilden. Hinzu kommen individuelle Fehlplanungen und -entscheidungen einzelner Bezirke.

Für den Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit habe ich Maßnahmen vorgeschlagen, um notwendige Einsparungen ohne massiv spürbare Folgen bei sozialen Angeboten umzusetzen. Ich bin guter Dinge, dass das auch gelingen wird, wenn alle der ihnen zukommenden Verantwortung auch gerecht werden.

Beste Grüße
Ihr Hannes Rehfeldt
Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit

Das Füttern von Tauben ist - wenn es wie hier erfolgt - auf dem Hermannplatz untersagt

Ratten am Hermannplatz

Auch wenn der in der Presse teilweise erweckte Eindruck, Neukölln wäre besonders oder ausschließlich von Ratten betroffen, nicht zutrifft: auch Neukölln hat ein Problem mit den Schädlingen.

Der Bezirk Neukölln führt schon seit einiger Zeit am Hermannplatz Maßnahmen zur Rattenbekämpfung durch. So werden beispielsweise regelmäßig Giftköder gegen die steigende Population ausgelegt. Ratten sind Gesundheitsschädlinge über die die Krankheitserreger auf Menschen übertragen werden können. Die nicht nur in Neukölln, sondern ganz Berlin verbreiteten Wanderratten können mehr als 100 Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen, darunter Hepatitis, Tuberkulose, Tollwut, Fleckfieber, Salmonellen und Typhus.

Da sich die bezirklichen Maßnahmen allein als nicht effektiv erwiesen haben, da das Nahrungsangebot auf dem Hermannplatz für die Ratten zu groß ist, hat das Bezirksamt nun eine Allgemeinverfügung für den Platz erlassen. Sie ist am 1. Juli 2025 in Kraft getreten. Die Anordnungen sollen das Nahrungsangebot für Ratten erheblich reduzieren und so die Rattenpopulation und die damit einhergehenden Gesundheitsgefahren auf dem Hermannplatz zusammen mit den herkömmlichen Maßnahmen bekämpfen.

Ab dem 1. Juli ist auf den Flächen des Hermannplatzes das Füttern von Ratten sowie das Auslegen von Futtermitteln, Lebensmitteln oder sonstigen essbaren Sachen, die zum Anlocken beziehungsweise Füttern von Ratten geeignet sind, untersagt. Vögel oder andere Tiere (zum Beispiel Haustiere) dürfen nur derart gefüttert werden, dass ein Herankommen von Ratten an die Futterstelle oder an herabfallendes Futter nicht möglich sind. Für Ratten zugängliches Futter und Futterreste sind nach der Fütterung unverzüglich zu beseitigen. Ebenso sind Abfälle unverzüglich so zu beseitigen, dass sie für Ratten unzugänglich sind, in der Regel durch Verwendung von geeigneten Behältnissen für Hausabfälle. Lebensmittel sind so zu lagern, dass Ratten keinen Zugang haben.

Ein Verstoß gegen die Allgemeinverfügung kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Das Ordnungsamt Neukölln wird auf dem Hermannplatz verstärkt Kontrollen durchführen und wird dabei bezirksübergreifend durch das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt.

Ergänzend wird das Land Berlin weitere bauliche Maßnahmen auf dem Hermannplatz prüfen, um Nistmöglichkeiten für die Ratten zu beseitigen.

Die in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen zur Verringerung der Rattenpopulation können nicht erfolgreich sein, wenn das Futterangebot auf dem Hermannplatz so umfangreich bleibt. Wir Menschen schaffen die besten Lebensbedingungen für Ratten. Von unserem Verhalten hängt ihre Population ab. Darum lautet die klare Botschaft des Bezirksamtes Neukölln: Füttere keine Ratten.

Die Maßnahmen werden begleitet von der Plakatkampagne „Füttere keine Ratten“, die Passanten auf Deutsch, Englisch und Türkisch darauf aufmerksam macht, dass das offene Füttern von Vögeln, das Wegwerfen von Lebensmitteln in die Umgebung oder eine unbedachte Müllentsorgung den Anstieg der Rattenpopulation begünstigt.

Schutz vor Spritzen

Dass Spritzen und Konsumreste vom Konsum illegaler und gefährlicher Drogen auf Kitagelände nichts zu suchen hat, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Nicht erst die Berichte über Kinder, die sich an Kanülen verletzt haben, zeigen, dass die Lebensrealität in Neukölln oftmals eine andere ist.

Neben vielen weiteren Maßnahmen wie Straßensozialarbeit, Reinigung durch ein Peer-Projekt, Konsumräumen und Beratungsangeboten sowie dem klaren Bekenntnis des Bezirks, dass Kitas, Spielplätze und Schulen besonders schützenswerte Orte sind, hilft manchmal auch: ein Zaun.

So am Beispiel eines Hortgeländes, das im vergangenen Jahr unter massivem Druck durch Campieren und illegalen Drogenkonsum stand. Noch mit der ehemaligen Schulstadträtin Karin Korte war ich vor Ort. Wir haben einen Zaun vorgefunden, der keinerlei Zugangshürde zum Hortgelände darstellte. Auf unsere Initiative hin wurde nun ein neuer Zaun gebaut, der den Hortbetrieb und die Kinder zuverlässig schützen wird.

Noch in diesem Jahr werde ich Kitas dabei unterstützen, ihre Gelände sicherer zu machen. Wichtig ist mir dabei, dass die Eigentümer und Träger nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Wo es aber eine Unterstützung des Bezirksamtes braucht, soll es sie auch noch in diesem Jahr geben.

Meine Bürgersprechstunde

Meine nächste Bürgersprechstunde für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Anliegen zu den Themen Soziales und Gesundheit (oder auch anderen Dingen) findet statt am:

Donnerstag, 17.07.2025
13 bis 14 Uhr
im Gemeindehaus der ev. Dorfkirche Alt-Buckow

Über eine Anmeldung in meinem Büro per Mail oder telefonisch (030 90239 2241) zur besseren Planbarkeit freue ich mich. Gerne können Sie aber auch spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen.

Wenn Sie an dem Tag nicht zur Sprechstunde kommen können, nutzen Sie gerne die Gelegenheit mir zu schreiben an stadtratsozialesgesundheit@bezirksamt-neukoelln.de

Veranstaltungskalender für Seniorinnen und Senioren

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren sind jeden Monat neu hier erhältlich.