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Neukölln setzt Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben – Gedenken an Hatun Sürücü

Mit einem gedenkkranz auf derv Neuköllner Hatun-Sürücü-Brücke erinnert der Bezirk an den
Bild: BA Neukölln

Vor 16 Jahren wurde Hatun Sürücü ermordet – weil sie frei leben wollte. Manches hat sich seither verändert. Gewalt gegen Mädchen gibt es noch immer. Der Bezirk Neukölln erinnert in jedem Jahr an die junge Frau, die am 07. Februar 2005 einem Ehrenmord zum Opfer fiel.

Gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel legten Can Alpbek und Evrim Altay von den HEROES, sowie Kazim Erdogan und Tufan Kücüksu vom Aufbruch Neukölln e.V. feierlich eineen Gedenkkranz und Blumen nieder. Als besonderes Zeichen des Respekts vor dem Andenken an diese junge Frau wurde die in Neukölln nach Hatun Sürücü benannte Brücke von Graffitiverschmutzungen befreit.

Die Neuköllner Projekte HEROES und Aufbruch Neukölln e.V. stehen für Gleichberechtigung, in dem sich junge Männer aus Ehrenkulturen gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre, gegen Gewalt, für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren. Hatun Sürücü kämpfte für ein selbstbestimmtes freies Leben. Daher soll ihr Mut auch in Erinnerung bleiben.

Anlässlich des Gedenktages wird die Fahne „Selbstbestimmt Leben“ aufgezogen. Außerdem erscheint der neu entwickelte Flyer „Selbstbestimmt leben ohne Zwang und Gewalt – gegen Kinderehen, Zwangsheirat und Verschleppung“ vom Arbeitskreis Mädchenarbeit in Neukölln und der Gleichstellungsbeauftragten.

Mit der stetigen Erinnerung an Hatun Sürücü soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Thematik einer systematischen Gewalt an Frauen wachgehalten und ein Bewusstsein für problematische Männlichkeitsbilder geschaffen werden.