Hilfe bei Diskriminierung aufgrund der Religion oder Weltanschauung

Person mit Kopftuch und Kopfhörern sitzt vor einem Laptop

Auch in Berlin werden Menschen immer wieder aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminiert. Teilweise basieren Diskriminierungen auch lediglich auf einer zugeschriebenen Religionszugehörigkeit. Diskriminierungen kommen häufig dann vor, wenn eine bestimmte Religionszugehörigkeit sichtbar wird, z.B. durch die Teilnahme an religiösen Festen, die Beachtung von religiösen Regeln oder Gepflogenheiten. Dazu kann das Tragen bestimmter Kleidungsstücke, wie z.B. einer Kippa oder eines Kopftuchs, gehören.

Beispiele

Diskriminierung bei der Jobsuche

Herr P. bewirbt sich um eine Stelle als Koch in einem Restaurant. Er ist gläubiger Sikh und trägt einen Bart. Das Restaurant lehnt Herrn P. wegen seines Bartes und der damit angeblich verbundenen Nichteinhaltung der Hygienevorschriften als Koch ab, obwohl er angeboten hat, ein Bartnetz zu tragen.

Diskriminierung bei Behörden

Frau L. lebt seit langem in Deutschland, ist Muslimin und trägt aus religiösen Gründen ein Kopftuch. Sie wurde vor kurzem eingebürgert und hat einen Reisepass beantragt. Als sie alle erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen Behörde einreicht, wird das biometrische Foto, das Frau L. mit Kopftuch zeigt, beanstandet und der Antrag vorerst nicht bearbeitet. Grund dafür sei die Vorschrift, dass biometrische Passbilder nur ohne Kopfbedeckung zulässig seien. Die Ausnahme, dass aus religiösen Gründen eine Kopfbedeckung auf dem biometrischen Passbild zulässig sei, könne nur gewährt werden, wenn ein Iman die Religionszugehörigkeit von Frau L. bestätige. Ohne diese Bestätigung könnte Frau L. keinen Reisepass beantragen.

Diskriminierung bei der Jobsuche

Frau M. bewirbt sich um eine Stelle, für die sie alle erforderlichen Qualifikationen besitzt. Sie bekommt die Stelle nicht. Auf die Frage nach dem Grund für die Nichteinstellung erklärt der Personalchef, er habe Bedenken, dass Frau M. im Fastenmonat Ramadan nicht voll arbeitsfähig sei und dies für das Unternehmen zu teuer wäre und auf Kosten der anderen Mitarbeiter:innen ginge.

Haben Sie eine ähnliche diskriminierende Erfahrung gemacht? Hier finden Sie Beratung und Unterstützung.

Bitte beachten Sie: Die hier aufgeführten Fälle sind Beispiele. Es gibt viele weitere Lebensbereiche, in denen Diskriminierung aufgrund der Religion oder Weltanschauung stattfindet. Wenn Sie Diskriminierung erfahren haben, zögern Sie nicht, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Einige Beratungsstellen bieten psychosoziale Beratung und Information zum Umgang mit Diskriminierungserfahrungen. Andere Beratungsstellen können Betroffene auch dabei unterstützen, ihre Rechte juristisch durchzusetzen.

Beratungsstellen, FAQ und Meldestellen

Person mit Fernglas

Beratungsstellensuche

Diese qualifizierten Beratungsstellen in Berlin bieten kostenlose und vertrauliche Hilfe in Diskriminierungsfällen. Weitere Informationen

Frau denkt nach, Fragezeichen und Ausrufezeichen über dem Kopf

FAQ

Fragen und Antworten zum Umgang mit Diskriminierung - für Betroffene und Zeugen. Weitere Informationen

Person vor Kasten mit Sprechblase

Meldestellen für Diskriminierung

Die Berliner Meldestellen dokumentieren Diskriminierung im Alltag und Beruf, geben Beratungshinweise sorgen so für Sichtbarkeit. Weitere Informationen