Der Preis

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Die Regenbogenhauptstadt Berlin will die Sichtbarkeit lesbischen Lebens entschieden verbessern und lobt deshalb in 2018 erstmalig den „Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ aus. Die Auszeichnung soll alle zwei Jahre vom für die Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen (LSBTI) Menschen zuständigen Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung Dr. Dirk Behrendt überreicht werden. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die Nominierungsphase für den ersten “Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit” läuft vom 26. April bis zum 26. Mai 2018.

Vorgeschlagen werden dürfen:

  • Lesben*, unabhängig des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts, auch lesbische* Gruppen/Initiativen,
  • die durch ihr Handeln und ihr Engagement für lesbische* Sichtbarkeit
  • eine Spur in dieser Stadt hinterlassen haben (Berlin-Bezug)
  • und lesbisches* Leben in der Regenbogenhauptstadt sichtbar machen.

Nicht nominiert werden dürfen Verstorbene, zuwendungsgeförderte Vereine/Projekte, Jury-Mitglieder oder Politiker*innen.

Häufige Fragen / FAQs

Allgemeines

Warum verleiht das Land Berlin einen Preis für Lesbische* Sichtbarkeit?

Die Unsichtbarkeit von Lesben* ist kein isoliertes Randthema, sondern zieht sich systematisch durch alle Bereiche der Gesellschaft. Dabei haben Lesben* die Stadt Berlin an vielen Stellen positiv und nachhaltig verändert und Sichtbarkeiten hinterlassen, die jedoch nicht ausreichend gewürdigt werden. Oder aber ihre sexuelle Identität wird bewusst verschwiegen und bedient eine heterosexuelle Vorannahme.

Das Land Berlin möchte sich für lesbische* Sichtbarkeit einsetzen. Was wäre dafür besser geeignet, als die Menschen ins Rampenlicht zu rücken, die das Tag für Tag tun? Der Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit ist daher nicht nur eine Würdigung, sondern ist selbst auch ein Mittel, Sichtbarkeit herzustellen.

Warum das Sternchen (*) bei “lesbisch”?

Der Begriff “Lesbe” ist historisch bereits weiter gefasst als ein reiner Verweis auf eine sexuelle Orientierung. So konnte innerhalb der Lesbenbewegung das Phänomen Intersektionalität schon früh diskutiert und mitgedacht werden. Eine Erweiterung des Begriffes mit einem Sternchen oder den Vorsilben “Trans” und “Cis” ist daher eigentlich unnötig.

Aus klarstellenden Gründen verwendet der “Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit” dennoch den sogenannten Gender-Star, um Mehrfachzugehörigkeiten, Abweichungen sowie unterschiedliche Haltungen gegenüber dem Begriff “Lesbe” noch deutlicher sichtbar zu machen. Dies dient auch der Herstellung von intersektionalen Sichtbarkeiten, z.B. hinsichtlich Beeinträchtigungen, Trans*hintergründe, von Rassismus Betroffener, ethnischer Herkunft, sozialen Status, Religion, Alter etc.

Kriterien

Wer darf nominiert werden?

Der Preis ist an eine Person bzw. Personengruppe zu vergeben. Die Person(en) soll(en) sich als lesbisch* definieren und durch ihr Handeln zur Sichtbarkeit von Lesben*, lesbischem* Leben, lesbischer* Kultur oder Geschichte in Berlin beitragen. Verstorbene, zuwendungsgeförderte Projekte/Vereine sowie Politikerinnen* können nicht vorgeschlagen werden.

Was bedeutet “Handeln”?

Das Schaffen oder Verstärken lesbischer* Sichtbarkeit kann durch das grundsätzliche Auftreten und/oder durch konkrete Aktivitäten der Person geschehen. Denkbar ist dies z.B. in Form journalistischer Publikationen, politischer Aktionen, wissenschaftlicher oder künstlerischer Beiträge. Es kann darum gehen, dass eine grundsätzliche gesellschaftliche Diskussion angestoßen wird oder dass Lesben* als Gruppe in bestimmten Kontexten erstmalig oder besser wahrgenommen werden.

Was bedeutet “Berlin-Bezug”?

Der Berlin-Bezug muss sich auf das Wirken der Person beziehen und darf nicht nur zufällig sein. Der Geburts- oder Wohnort ist dabei nicht entscheidend. In Frage kommen vielmehr Personen, die durch ihr Handeln dazu beitragen (oder beigetragen haben), das Bild Berlins als Regenbogenhauptstadt mit Inhalten zu füllen und weiterzutragen.

Warum können Vereine nicht nominiert bzw. ausgezeichnet werden?

Der Preis soll deutlich machen, dass zivilgesellschaftliche Prozesse bei einzelnen Personen/Initiativen, nicht in Institutionen beginnen. So soll diese Auszeichnung gerade diese Art von Eigeninitiativ-Engagement würdigen, die nicht bereits als Projekt oder Verein öffentliche Mittel erhält – eben die klassische Graswurzelarbeit.

Warum können Politikerinnen* nicht Preisträgerinnen* werden?

Es geht hierbei nicht darum, dass Politikerinnen* per se nicht auszeichnungswürdig wären. Menschen in politischen Ämtern haben größere Privilegien durch ihre Öffentlichkeit und damit einen Wettbewerbsvorsprung. Bei diesem Preis geht es auch darum, die Graswurzelarbeit zu stärken und sichtbar zu machen.

Nominierungsverfahren

Wer darf Nominierungen einreichen?

Vorschläge können sowohl durch Einzelpersonen als auch durch Vereine, Unternehmen, Parteien oder andere Einrichtungen abgegeben werden. Es können auch mehrere Vorschläge von einer Stelle eingereicht werden.

Wer entscheidet über die Gewinnerin*?

Um lesbische Sichtbarkeit auf allen Ebenen dieses Preises umzusetzen und um die Deutungshoheit für vorbildhaftes lesbisches* Engagement auch dieser Gruppe zuzugestehen, wird eine 5-köpfige, lesbische* Expert*innen-Jury über die Gewinnerin* entscheiden. Das Gremium wird dabei aus den eingereichten Vorschlägen zunächste eine Shortlist aus drei Nominierten bestimmen, unter diesen danach die endgültige Gewinnerin* auswählen. Die Preisträgerin* soll jeweils im Folgejahr selbst Teil der Jury werden.

Wann und wie wird die Gewinnerin* bekanntgegeben?

Vor und bei der Verleihung werden die drei Nominierten zunächst alle gleichberechtigt vorgestellt. Erst vor Ort wird dann die endgültige Gewinnerin* verkündet.