Hilfe bei Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft sowie von rassistischen oder antisemitischen Zuschreibungen

Zwei Personen unterhalten sich an einem Tisch

Viele Menschen mit (familiärer) Migrations- oder Fluchtgeschichte, Schwarze Menschen und People of Color, Jüdinnen und Juden machen immer wieder die Erfahrung, dass sie benachteiligt oder diskriminiert werden – sei es bei der Wohnungssuche, auf dem Arbeitsmarkt, beim Zugang zu Diskotheken oder in anderen alltäglichen Situationen. Rassismus oder Antisemitismus kann in vielfältigen Formen, wie bspw. Ungleichbehandlungen, verbalen Äußerungen oder sogar Gewalttaten auftreten. So werden Menschen wegen ihrer äußeren Erscheinung oder ihrer (zugeschriebenen) Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nationalität oder Religion herabgesetzt. Dabei kommt es nicht auf tatsächliche Unterschiede an, sondern auf sozial stigmatisierende, rassistische oder antisemitische Fremdzuschreibungen. Rassismus und Antisemitismus haben eine lange, komplexe und je spezifische Geschichte und sind strukturell verankert. Es führt dazu, dass eine gleichberechtigte Teilhabe in vielen Bereichen der Gesellschaft, wie etwa in Arbeit, Bildung oder Kultur erschwert wird.

Beispiele

Diskriminierung bei der Wohnungssuche

Yusuf L. meldet sich auf eine Wohnungsanzeige im Internet und fragt telefonisch nach einem Besichtigungstermin. Der Vermieter antwortet, dass die Wohnung bereits vergeben ist. Als wenige Minuten später sein Freund Thorsten S. anruft, kann er problemlos einen Besichtigungstermin für die angebotene Wohnung vereinbaren. Haben Sie diese oder eine ähnliche diskriminierende Erfahrung gemacht?

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Frau M. arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen in ihrer Heimatstadt. Sie fühlt sich dort wohl, das Verhältnis ist kollegial. Als noch eine weitere türkischstämmige Person in dem Unternehmen angestellt wird, freut sich Frau M. Im Pausenraum unterhalten sich die beiden türkischstämmigen Frauen mal auf Deutsch, mal auf Türkisch. Als die Vorgesetzte dies mitbekommt, wird den beiden Frauen die Konversation in ihrer Heimatsprache während der Pausen verboten.

Diskriminierung durch Behörden

Herr B. wird in der Fußgängerzone von der Polizei ohne Anlass aufgefordert, seinen Ausweis vorzuzeigen, während weiße Passant:innen nicht kontrolliert werden. Als er gegen die Ausweiskontrolle protestiert, erhält er einen Platzverweis. Herr B. vermutet, dass seine dunkle Hautfarbe der Grund für die Ausweiskontrolle ist.

Diskriminierung in der Schule

Yael B. trägt auch an der Schule ihre Kette mit Davidstern. Immer wieder kommt es zu Vorfällen die sie belasten. Wenn andere sich Geld von ihr borgen, kommen z.B. Sprüche wie ‚jetzt bist du aber ein richtiger Jude!‘ und andere Schüler*innen lachen. Manchmal beschimpfen sich andere Jugendliche gegenseitig auch als „Du Jude“. Ihr Klassenlehrer wiegelt ab: Das würden die anderen Schüler*innen nicht böse meinen. Als ihre Eltern sich an den Klassenlehrer wenden, reagiert dieser abwehrend: „Wollen Sie meinen Schülern etwa Antisemitismus unterstellen?“

Haben Sie eine ähnliche diskriminierende Erfahrung gemacht? Hier finden Sie Beratung und Unterstützung.

Bitte beachten Sie: Die hier aufgeführten Fälle sind Beispiele. Es gibt viele weitere Lebensbereiche, in denen rassistische, antisemitische oder ethnizitätsbezogene Diskriminierung stattfindet. Wenn Sie Diskriminierung erfahren haben, zögern Sie nicht, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Einige Beratungsstellen bieten psychosoziale Beratung und Information zum Umgang mit Diskriminierungserfahrungen. Andere Beratungsstellen können Betroffene auch dabei unterstützen, ihre Rechte juristisch durchzusetzen.

Beratungsstellen, FAQ und Meldestellen

Person mit Fernglas

Beratungsstellensuche

Diese qualifizierten Beratungsstellen in Berlin bieten kostenlose und vertrauliche Hilfe in Diskriminierungsfällen. Weitere Informationen

Frau denkt nach, Fragezeichen und Ausrufezeichen über dem Kopf

FAQ

Fragen und Antworten zum Umgang mit Diskriminierung - für Betroffene und Zeugen. Weitere Informationen

Person vor Kasten mit Sprechblase

Meldestellen für Diskriminierung

Die Berliner Meldestellen dokumentieren Diskriminierung im Alltag und Beruf, geben Beratungshinweise sorgen so für Sichtbarkeit. Weitere Informationen