Heute muss Randa Al-Mahwati selbst darüber lachen. „Dass es nicht schlimm ist, wenn man etwas einmal nicht schafft oder kann, das musste ich wirklich erst lernen.“ Die Jobcoaches von Goldnetz, die alle SGE-Teilnehmenden betreuten, halfen ihr dabei. Erst sie wiesen Randa Al-Mahwati darauf hin, dass niemand verpflichtet sei, sich zu überarbeiten. „Bei Goldnetz lernte ich: Man sagt nicht immer ja – und außerdem ‚und‘ anstatt ‚aber‘.“
Es gab viel zu tun und Randa Al-Mahwati verrichtete ihre Arbeit mit großem Elan. „Der Job füllte mich aus, sehr gern wäre ich nach dem SGE genau dort in eine Festanstellung gewechselt.“ Sobald sie dies ansprach, biss sie allerdings auf Granit. So gut sie auch arbeite, hieß es, ohne entsprechende Ausbildung in Deutschland würde es mit der Anstellung schwierig werden. Das ließ Randa Al-Mahwati keine Ruhe. „Ich besprach das frühzeitig mit meinem Jobcoach“, erzählt sie. „Ich wollte nach den fünf Jahren SGE auf eigenen Füßen und auf keinen Fall noch einmal ohne Job dastehen.“
Ihr Coach empfahl eine berufsbegleitende Qualifizierung zur staatlich geprüften Sozialassistentin an der ASIG-Berufsfachschule in Moabit. Im Zuge dieser zweijährigen Ausbildung konnte Randa Al-Mahwati nebenbei den Mittleren Schulabschluss (MSA) nachholen, den sie in Syrien nie offiziell abgelegt hatte. „Eine Ausbildung war schon lange mein Traum“, sagt sie. „Vor Jahren unternahm ich bereits einen Anlauf, doch die vom Jobcenter zugesagte Finanzierung fiel wieder ins Wasser, weil sich das Einkommen meines Mannes geändert hatte. Ich musste den Plan damals aufgeben.“ Als sie nun eine zweite Chance bekam, ließ Randa Al-Mahwati ihr Ziel nicht mehr aus den Augen. „Meine Chefin hätte mich gerne rund um die Uhr in der Volkssolidarität zur Verfügung gehabt, was erst einmal großartig ist“, sagt sie. „Aber sie sah auch, wie sinnvoll die Weiterbildung für mich war und stimmte zu.“