Schon montags früh um 9:00 Uhr ist Grit Fichte auf Hochtouren. Im Laufschritt hastet sie ins Büro der GESOBAU am Wilhelmsruher Damm 124 in Reinickendorf, wo das kommunale Wohnungsbauunternehmen unter anderem eine Nachbarschaftsetage betreibt. „Ich komme gerade von einer älteren Dame, die gleich um die Ecke wohnt,“ erklärt sie. „Ich rufe sie jeden Sonntagabend an und frage, was sie braucht. Meistens hat sie ihren Einkaufszettel schon fertig und ich übernehme sobald es geht die Besorgungen für sie.“
Ohne Grit Fichtes Hilfe käme die 87-Jährige kaum noch allein zurecht. Seit sie zu Hause schwer stürzte und sich ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, ist sie körperlich stark eingeschränkt. Als der Unfall passiert war und ihr sonntäglicher Anruf deshalb unbeantwortet blieb, alarmierte niemand anderes als Grit Fichte den Notarzt. Nicht nur Einkäufe erledigt sie für die Frau, auch zur Charité begleitet sie sie regelmäßig, wo der Herzschrittmacher überprüft werden muss. Ein Service, in dessen Genuss nur Mieter und Mieterinnen landeseigener Wohnungsbauunternehmen kommen konnten, in denen sogenannte Quartiershelfer und Quartiershelferinnen im Einsatz waren. Ihre Stellen wurden im Rahmen des Pilotprojekts Solidarisches Grundeinkommen (SGE) des Berliner Senats geschaffen und Grit Fichte war eine der Teilnehmenden.