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Projekt: R.future-TV, Flüchtlinge für Demokratie und Menschenrechte

Beschreibung des Projektes:

Alle Menschen sind gleichwertig, egal welches Geschlecht, welche Religion, Nationalität oder sexuelle Orientierung sie haben. Dieser Gedanke verbindet die Berliner Geflüchteten, die sich beim filmischen Integrationsprojekt „R.future-TV, Flüchtlinge für Demokratie und Menschenrechte“ für ein erfolgreiches Miteinander stark machen und dies in arabisch-deutschen Filmen in Zusammenhang mit unterschiedlichen Themen kommunizieren.

So sprechen sie über Gleichberechtigung, Homosexualität, religiöse Vielfalt und Selbstbestimmung und fördern so Offenheit, Integrationsbereitschaft und einen respektvollen und zugewandten Dialog. Als Hauptfiguren in den Filmen lernen die Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Somalia Deutschland kennen und informieren die Zuschauer über hier geltende Regeln, Rechte und Grundwerte.

Ihnen zur Seite stehen die Berliner Filmemacherin Nina Coenen, die die Initiative 2015 gegründet hat und der gebürtige Syrer Sami Alkomi, der selbst einst als Flüchtling nach Deutschland kam und aufgrund seiner eigenen Integrationsgeschichte als Vorbildfigur und Vertrauensperson für die geflüchteten Projektteilnehmer dient.

Mit Unterstützung von ausgebildeten und erfahrenen Fachkräften aus dem Bereich Soziologie und Mediengestaltung erarbeiten sie in wöchentlichen Sitzungen mit den Geflüchteten das jeweilige Thema und beziehen sie bei der Filmproduktion von der
Ideenfindung über das Drehbuch, der Arbeit vor und hinter der Kamera bis zur Übersetzung und Postproduktion in alle Arbeitsschritte ein.

Auf diese Weise entstanden bereits erfolgreich neun Folgen, von denen der Großteil von der Berliner Senatsverwaltung im Rahmen des Masterplans für Integration und Sicherheit gefördert wurde. Sie erreichten über Fernsehen, Internet und bei öffentlichen Veranstaltungen hunderttausende Menschen.

Ausgangspunkt für jeden Beitrag sind Ereignisse aus der Lebenswelt der Geflüchteten, Vorkommnisse in den Unterkünften, den sozialen Medien oder aktuelle Geschehnisse, die durch die Teilnehmer an die Gruppe herangetragen werden. So stellt der Film mit dem Titel: „Die Ehe“ beispielsweise eine Reaktion auf eine Frühverheiratung dar, die im Umfeld der Mitwirkenden stattfand.

Die Folgen im Einzelnen:

  • Folge 1: Die Rallye: Ein Streifzug durch Berlin und die Grundlagen des
    Zusammenlebens
  • Folge 2: Die Ehe: Heirat und das Recht auf Selbstbestimmung
  • Folge 3: Lass uns reden: Was erwarten Deutsche und Flüchtlinge vom
    gemeinsamen Zusammenleben?
  • Folge 4: Über Gott reden: Eine Pfarrerin, ein Imam und ein Rabbi stellen sich
    denselben Fragen
  • Folge 5: Geschlechterduell: Rollenbilder und Gleichberechtigung
  • Folge 6: Antisemitismus: Besuch der Al-Quds-Demo, des KZ-Sachsenhausens und des Begegnungsprojektes meet2respect
  • Folge 7: Fußball: Was man vom Fußball für die Integration lernen kann:
    Zusammenhalt, Fairness, gemeinsame Ziele
  • Folge 8: Radikalisierung Wie kann man der Radikalisierung junger Menschen
    entgegenwirken?
  • Folge 9: Werte: Warum gemeinsamer Wertedialog wichtig ist und wie die
    Integration davon profitiert

Die Filme sind auf youtube R.future-TV und der Facebook-Seite des Projektes mit aktuell über 12.000 Followern veröffentlicht: www.facebook.com/R.future.TV.

Außerdem stehen sie als wetransfer-Link zum Herunterladen kostenlos zur Verfügung. Sie eignen sich inhaltlich und aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit besonders gut für den Einsatz in Integrationskursen, Willkommensklassen, Begegnungsstätten, Unterkünften, etc., wo sie als Grundlage und Impuls für den themenbezogenen Dialog herangezogen werden.

Projektleitung und Teilnehmer folgen Einladungen und bieten in Form von Vorträgen, Workshops und Vorführungen mit anschließender Diskussion interkulturelle Fortbildung sowohl für Geflüchtete als auch für Multiplikatoren in der Flüchtlingsarbeit an, z.B. bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Stiftung SPI, der Charité, TERRE DES FEMMES, Unionhilfswerk, OSZ Gastgewerbe, Morus14, FamilienZentrum Fabrik Osloer Straße, Refugee Film Cafe, Mobile Kontakt- und Beratungsstelle für Geflüchtete, etc.
Die Initiative findet überregionale Beachtung in den Medien (Washington Post, EMMA, die Zeit, WDR) und ist Partner von „Farben bekennen“, einer Kampagne der Staatssekretärin Sawsan Chebli.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und größere Strukturen zu schaffen, wird das Projekt in den neuen Verein „Demokratielotsen, Gesellschaft für Wertedialog und interkulturelle Bildung e.V. i.G.“ eingebettet.
Die Ziele des Projektes wie des Vereins sind die Orientierung, Weiterbildung und Stärkung der Geflüchteten zur verbesserten Partizipation sowie ein gelingendes Zusammenleben in respektvollem Miteinander.

Ansprechpartnerin: