Berlin informiert zum Coronavirus

Weitere Informationen unter: berlin.de/corona

Inhaltsspalte

Historische Architektur in Treptow-Köpenick: HEUTE

Bürgerbräu
Bild: HITCH
Pressemitteilung vom 24.08.2020

dokumentiert vom Fotokünstler HITCH

Fotoausstellung im Rathaus Köpenick vom 14.09.-13.11.2020

Öffnungszeiten: Mo – Fr 8 – 20 Uhr; Sa/So geschlossen

  • Vernissage: 11.09.2020, 19:00, Eintritt frei – nur mit Mund-Nasen-Bedeckung
  • Grußwort: Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick
  • Einführung: Christoph Tannert, künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Bethanien
  • Musikalische Umrahmung: Robert Meyer, Theremin.
  • Der Fotokünstler HITCH ist anwesend.

Im Jahr 2019 beauftragte das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, der Fachbereich Kultur und Museum, den Berliner Fotokünstler HITCH, für den Bezirk eine Auswahl bedeutsamer Industrieanlagen, Firmengelände und Gebäudekomplexe zu dokumentieren. Mit der Ausstellung „Historische Architektur in Treptow-Köpenick: Heute“ präsentiert der Fachbereich Kultur und Museum im Rathaus Köpenick einen spannungsreichen Beitrag zur Industriegeschichte des Bezirks, der von der Ansiedlung der großen Wirtschaftsunternehmen im späten 19. Jahrhundert bis zu den heutigen Umnutzungsplanungen für die einstigen Industriestandorte reicht.

Berlin entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum größten Industriezentrum Deutschlands. Vorangetrieben hatten diese Entwicklung vornehmlich die Unternehmen Borsig im Maschinenbau und Siemens & Halske sowie die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in der Elektroindustrie. Die Firmen starteten ihre Neugründungen in Randgebieten Berlins. Die AEG entwickelte Oberschöneweide, damals ein Ausflugs- und Naherholungsort im Südosten Berlins, in den 1890er Jahren in ein industrielles Ballungsgebiet. Namhafte Architekten wie Peter Behrens oder Ernst Ziesel wurden mit dem Bau der Fabrikationsstätten rund um die Wilhelminenhofstraße betraut. In 25 großen und einer Vielzahl kleinerer Fabriken unterschiedlicher Firmen arbeiteten binnen kurzer Zeit 25.000 Menschen. Die Bevölkerung von Oberschöneweide stieg deshalb sprunghaft an, von rund 159 Bewohnerinnen und Bewohnern im Jahr 1890, zu 19.000 im Jahr 1900 und bis auf 26.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Jahr 1928.

In den einstigen Bezirken Treptow und Köpenick entwickelten sich in der Folgezeit eine Vielzahl von Unternehmen, die mit ihren Produkten über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurden.
Nach der Wiedervereinigung 1989 brachen die Absatzmärkte vieler Ost-Berliner Betriebe parallel mit dem 1990 erfolgten Austritt der DDR aus dem Wirtschaftsverbund der ehemals sozialistischen Staaten (RGW) und der Privatisierung vieler Betriebe durch die Treuhandanstalt zusammen. Hunderte Industriebetriebe wurden in der Folgezeit geschlossen und die Gebäudeanlagen waren dem Verfall preisgegeben.

Im Zuge des rasanten wirtschaftlichen Strukturwandels verlagert sich die Hauptzahl der Arbeitsplätze in den Dienstleistungssektor, den Bereich Wissenschaft und Forschung sowie innovative industrielle Branchen, wie zum Beispiel Startups. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden inzwischen weltweit angeworben.

Die Beliebtheit Berlins als Arbeits- und Wohnort sowie die dadurch gestiegenen Zuzugszahlen lassen den Wohnraum knapp und teuer werden. Viele historische Firmenkomplexe werden umgewidmet, modernisiert und wieder vermietet oder unwiederbringlich abgerissen und zu Baugrundstücken. HITCH, ein Vertreter der Available Light Photography, fängt mit seinen Bildaufnahmen den aktuellen baulichen Erhaltungszustand dieser teilweise unter Denkmalschutz stehenden historischen Liegenschaften ein, bevor sie sich möglicherweise in naher Zukunft verändern werden. Die Ausstellung entführt auf eine spannende Entdeckungsreise der Wirtschaftsgeschichte in Treptow-Köpenick.