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Bezirksbürgermeister Igel enthüllt Informationstafeln auf dem Evangelischen Friedhof Friedrichshagen

Pressemitteilung vom 20.02.2020
  • Zeit: 23.02.2020 um 11 Uhr
  • Ort: Evangelischer Friedhof Friedrichshagen, Peter-Hille-Straße 84, 12587 Berlin

Bezirksbürgermeister Oliver Igel enthüllt am kommenden Sonntag, dem 23. Februar 2020 um 11 Uhr auf dem Evangelischen Friedhof Friedrichshagen zwei neue Informationstafeln zur Erinnerung an den Flugpionier Robert Thelen und die Bronzegießerei Gladenbeck.

Diese auf Anregung des Heimatvereins Köpenick e. V. produzierten Tafeln wurden durch die Kiezkasse für Friedrichshagen mitfinanziert und durch den Heimatverein gestaltet und hergestellt. Mit den Informationstafeln sollen Besucherinnen und Besucher des Friedhofs erneut wichtige geschichtliche Informationen erhalten. Auf dem Friedhof sind bereits Informationstafeln zu den Ehrengräbern von Claus-Dieter Sprink, langjähriger Leiter des Heimatmuseums Köpenick sowie Karl Pokern, Opfer der Köpenicker Blutwoche, zu finden.

Im Anschluss wird in der Friedhofskapelle der historische Film “Ziel in den Wolken” gezeigt, der auf dem Flugplatz Johannisthal spielt.

Nachfolgend die Texte der Tafeln:

  • Robert Thelen (1884 – 1968)
    Der 1884 in Nürnberg geborene Robert Thelen studierte Maschinenbau und erhielt 1909 an der Technischen Hochschule Charlottenburg sein Diplom. Mit Beginn des Motorflugs war er begeistert von der neuen Technik und erwarb bereits 1910 seine Pilotenlizenz. Thelen arbeitete als Konstrukteur und Fluglehrer auf dem Flugplatz Johannisthal. Im gleichen Jahr absolvierte er als erster deutscher Pilot einen ausgedehnten Rundflug über Adlershof, Grünau, den Langen See und die Müggelberge.
    Thelen bildete als Fluglehrer auch Melli Beese aus, die erste deutsche Motorfliegerin. Später arbeitete er als technischer Leiter der Albatros-Werke in Friedrichshagen, wo er Jagdflugzeuge für den Einsatz im Ersten Weltkrieg entwickelte und auch erprobte. Nach Kriegsende wechselte Robert Thelen zum Motorbootsbau, ehe er ab 1926 in der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt tätig wurde. Mit Erreichen des Pensionsalters schied er 1944 dort aus. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, wurde er als Luftfahrtexperte in die Sowjetunion dienstverpflichtet. Nach der Rückkehr lebte er bis zu seinem Tod 1968 in der Familienvilla in Hirschgarten.
  • Bronzegießerei Gladenbeck & Sohn
    In dieser Grabstelle liegen mehrere Angehörige der Familie Gladenbeck, die zur renommierten Bronzegießerei Gladenbeck & Sohn gehörten, die ab 1887 ihren Firmensitz in der heutigen Peter-Hille-Straße in Friedrichshagen hatte. Dort wurden für die Gießerei zwei große Fabrikgebäude errichtet.
    Nach einer wechselvollen Firmengeschichte, die von unternehmerischen Erfolgen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt war, erfolgte 1945 die endgültige Löschung aus dem Handelsregister. In der Gladenbeck’schen Gießerei entstanden viele bedeutende Statuen und Denkmäler. Dazu gehören
    unter anderem das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV. vor der Alten Nationalgalerie, die Viktoriafigur auf der Siegessäule am Großen Stern, der Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus, die Löwen im Tierpark Friedrichsfelde vom ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal sowie das alte Denkmal Friedrichs des Großen auf dem Marktplatz in Friedrichshagen, das nach dem Abbau 1945 verschwand. Viele der in der Gießerei gefertigten
    Bronzeplastiken wurden während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen und gingen damit für die Nachwelt verloren.