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Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbes „Familienfreundliche Unternehmen 2020" in Treptow-Köpenick

Pressemitteilung vom 23.11.2020

Familienfreundliche Strukturen in Unternehmen trotz Corona Pandemie

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick vergibt in diesem Jahr erneut im Rahmen des Wettbewerbes „Familienfreundliche Unternehmen 2020 in Treptow-Köpenick“ Auszeichnungen an Unternehmen im Bezirk.
Der Bezirksbürgermeister Oliver Igel hat bezirklichen Unternehmen zum 15. Mal angeboten, sich an dem Wettbewerb „Familienfreundliche Unternehmen in Treptow-Köpenick“ zu beteiligen.

Unternehmen stehen mit der aktuellen Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie sind ein Einschnitt und zugleich ein „Härtetest“ für Unternehmen mit ihren Beschäftigten und deren Familien.

Aber es funktioniert!

Wie es gehen kann, Homeoffice, Videokonferenzen, Telefonschalten, Kinderbetreuung, Versorgung von zu pflegenden Angehörigen, eben den kompletten Alltag mit Job und Familie, mit Kontaktsperre und Abstandsgeboten zu managen, zeigen uns 5 Unternehmen aus dem Bezirk.
Ein besonderer Anreiz für die Beteiligung an dem diesjährigen Wettbewerb war sicher der Erwerb der neuen künstlerisch wertvollen Wanderskulptur. Dieses Kunstwerk wurde in dem bekannten Atelier Achim Kühn angefertigt.

Um den unterschiedlichen Möglichkeiten von größeren und kleineren Unternehmen gerecht zu werden, wurden wiederum 2 Preise ausgelobt. Ein Preis für Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten und der andere für Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten. Die Wettbewerbssieger erhalten ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro und die künstlerische Wanderskulptur. Unternehmen, welche 3-mal in Folge ausgezeichnet wurden, können die Skulptur behalten.
Zudem dürfen die Siegerunternehmen ein Logo verwenden, welches sie auf Ihren Geschäftspapieren verwenden können und sie als familienfreundliches Unternehmen ausweist.

Die Wettbewerbsjury hat am 14. September 2020 getagt und die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner ausgewählt. Zu der Wettbewerbsjury gehören
  • Herr Oliver Igel (Bezirksbürgermeister)
  • Frau Regina Rogge (Steuerberaterin und Schatzmeisterin in dem Unternehmerinnennetzwerk Ladys Stammtisch)
  • Frau Kristina Wendlandt (Werbestudio Wendlandt in Friedrichshagen)
  • Frau Schneekloth (Vorstandsmitglied beim Wirtschaftskreis Treptow-Köpenick)
  • Frau Romana Seth (Bezirksverordnete und Vorsitzende des BVV Ausschusses für
    Arbeit, Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und gesellschaftliche Vielfalt)

Siegerunternehmen in der Kategorie „Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigte “ ist die LGC Genomics GmbH

Bildvergrößerung: Preisträgerinnen und Preisträger
Bild: BA Treptow-Köpenick

Die LGC Genomics GmbH ist ein 1993 in Berlin Köpenick gegründetes Unternehmen, welches von den Gründern 2005 an den englischen Konzern LGC verkauft wurde.
Als global agierendes Life Science Unternehmen bietet es Kunden Services und Produkte rund um die Isolation und Sequenzierung von DNA aus verschiedenen Soffen und Geweben an. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Technologie- und Gründerzentrum TGS, in der Ostendstraße 25 am Standort Schöneweide und ist von Maximen wie, Chancengleichheit, Weiterbildung, Karriereentwicklung, Neugier, Integrität, Brillanz, Respekt und Leidenschaft geleitet.

Das Unternehmen bietet seinen mittlerweile 85 Beschäftigten, davon 59 Frauen und 26 Männern eine Vielzahl von Angeboten, um Familie und Beruf praktisch zu vereinbaren.

Bezeichnend ist ein Statement von der Geschäftsführerin, Steffi Ulrich. Sie sagt:
„Wer auf ein starkes Team bauen und vertrauen kann, kann ein Unternehmen auch erfolgreich in Teilzeit führen. Seit nunmehr zehn Jahren treffe ich Entscheidungen nicht nur an meinem Schreibtisch, sondern nicht selten auch zwischen Legobausteinen, am Bett des kranken Kindes oder auf dem Spielplatz. Meine Familie hat sich an mein Mobiltelefon und die außergewöhnlichen Arbeitszeiten gewöhnt; Meine Kolleg*innen sich an Kinderlärm und Kinderlachen im Hintergrund bei Telefonaten. Dass ein Unternehmen auch von einer dreifachen Mutter, mit entsprechend anspruchsvollen Tagesplänen und einem 5 Personen Haushalt im Nacken, erfolgreich geführt werden kann, zeigt unser stetiges Wachstum, eine sehr hohe Kundenzufriedenheit und unsere ausgesprochene Mitarbeiterbindung.“

Das Unternehmen bietet seinen Beschäftigten ein familiäres, freundschaftlich geprägtes Arbeitsklima. Eine kurze Kernarbeitszeit von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr ermöglicht den Beschäftigten Termine außerhalb dieser Kernarbeitszeit jederzeit flexibel wahrzunehmen und somit auch eine Flexibilität mit Kita- sowie Hortöffnungszeiten. In der aktuellen Corona Pandemiezeit entfällt die Kernarbeitszeit und ersetzt enorm flexible Anfangs- und Dienstende Arbeitszeiten, um die Kinderbetreuung abzusichern.
Es gibt keine Schichtarbeit und es erfolgt eine transparente Erfassung der Überstunden, welche die Beschäftigten in Gleitzeit umwandeln oder sich auszahlen lassen können.
Es gibt eine Facettenreiches Teilzeitangebot mit einer 4 Tage Woche, 20, 25, 30, 32 oder der 35 Stunden Woche. Es gibt die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten. Wenn Kinder krank sind, dann unterstützt das Unternehmen mit 3 bezahlten Kind-Krank Tagen, um den Beschäftigten bei Kurzerkrankung der Kinder, den Weg zum Arzt zu ersparen.
Die Beschäftigten erhalten 30 Tage Urlaub, unabhängig von der Betriebszugehörigkeit oder Position. Unter Corona Bedingungen gibt es 10 extra bezahlte Notfallsonderurlaubstage für Beschäftigte mit Kindern unter 12 Jahren, damit eben Homeschooling oder andere Betreuungsaufgaben abgefedert werden können. Beschäftigte mit schulpflichtigen Kindern erhalten bei der Urlaubsplanung Vorrang für die Ferienzeit.
Das Unternehmen stellt wöchentlich einen Obsttag zur Verfügung, um die bewusste und gesunde Ernährung zu fördern. Es finanziert und fördert Dienstfahrräder, bezuschusst BVG Tickets, führt Teamevents durch, bietet viele neue Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten und unterstützt Eltern, welche aus der Elternzeit zurückkehren. Väter werden insbesondere motiviert, die Zeit im Leben junger Eltern mitzugestalten, indem sie Elternzeit nutzen.

Für besondere Einsätze, Leistungen oder überdurchschnittliches Engagement werden einmal jährlich die sogenannten ‚Cheers Awards‘ und ‚Wuppie Awards‘ vergeben. Es sind weltweite LGC Awards, welche vergeben werden. Unter ca. 3.000 Beschäftigten des global aufgestellten Konzerns konnten Beschäftigte des Berliner Standortes diese Auszeichnungen auch schon in die Hauptstadt holen.

Dr. Frank Schubert, Senior Scientific Fellow sagt über sein Unternehmen: „Neben dem für mich wichtigsten familienfreundlichen Merkmal eines Unternehmens – ein faires, professionell und engagiert arbeitendes Management, welches mittel- und langfristig ein solides Einkommen für die Familien gewährleistet – bietet sich für mich als Exponent der sog. ‚Sandwichgeneration‘ (Alter zw. 50 und 60) durch die weitgehend flexible Arbeitszeit/Gleitzeitregelung die Möglichkeit, den sozialen Verpflichtungen in zwei Richtungen gerecht zu werden: Der Unterstützung der eigenen Kinder und Enkel in deren hektischem Alltag und die Sorge und das Versorgen der eigenen Eltern/Schwiegereltern, insbesondere wenn der Betreuungs- und Pflegeaufwand zunehmen.“

Dafür hat das Unternehmen den 1. Platz und Preis verdient.

Siegerunternehmen in der Kategorie „Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten“ ist der Betreuungsverein Treptow-Köpenick e.V.

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Bild: BA Treptow-Köpenick

In der Kategorie Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten hat der Betreuungsverein Treptow-Köpenick e.V. in diesem Jahr gewonnen.
Der Betreuungsverein Treptow-Köpenick e.V. ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen im Rahmen des Betreuungsrechts und hat seinen Sitz in der Baumschulenstraße 13, in 12437 Berlin.
Zu dem Team gehören insgesamt 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 4 Frauen und 2 Männer.
Das kleine Unternehmen bietet Beschäftigung mit gleitender Arbeitszeit, Teilzeit. Bei leichten Erkrankungen der Kinder, können diese auch zu Haus betreut werden oder vorübergehend zu Hause arbeiten. Ein Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit ist möglich. Sofern die Beschäftigten wegen der Pflege von Angehörigen nicht im Betreuungsverein tätig sind, hält der Verein telefonischen Kontakt, bezieht die Beschäftigten an Teamtagen oder bei Weiterbildungen mit ein.
Familienväter werden ermuntert Elternzeit zu nutzen.
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen beträgt 50 %und Frauen und Männer sowie Beschäftigte mit Familien haben gleiche Karrierechancen.
Der Betreuungsverein bietet Praktika für Studierende an.
Familienfreundlichkeit hat der Betreuungsverein in seiner Satzung verankert und achtet ebenso auf eine ausgewogene Work-Life-Balance bei den Beschäftigten.

Vergabe von Anerkennungsurkunden

Anerkennungsurkunden wurden an die SENTECH Instruments GmbH mit 88 Beschäftigten, die Feuchteklinik mit 31 Beschäftigten sowie den Behinderten- und Sozialtransport Peter Aulig mit 13 Angestellten, vergeben.

Die Lebenswirklichkeit von Familien sind Lebensrealität auf der Führungsebene bei der SENTECH Instruments GmbH und damit Herzensangelegenheit. Dies zeigt sich unter anderem in der inzwischen 30-jährigen Tradition der Kinderweihnachtsfeier für die Kinder der Mitarbeiter sowie den jährlich stattfindenden Sommerfesten, bei denen ausdrücklich auch die Familien der Mitarbeiter eingeladen sind.
Gerade in der Corona Zeit, welche die Flexibilität und Solidarität unserer Gesellschaft und somit auch derer der Unternehmen auf die Probe gestellt hat, konnte SENTECH zeigen, dass ihr die Belange der Familien wirklich am Herzen liegt. Während der ersten Wochen des Lockdowns waren Familienväter und Mütter von der Arbeit weitestgehend freigestellt, um sich um ihre Kinder zu Hause kümmern zu können. Auch im weiteren Verlauf während der Kitaschließungen in Berlin und Brandenburg durften alle Eltern von zu Hause arbeiten. Es wurden während dieser Zeit pro Woche bis zu 2,5 weitere Freistellungstage eingeräumt.

Die Feuchteklinik ist mit ihren Beschäftigten ein glückliches Familienunternehmen. Flexible Arbeitszeiten sind selbstverständlich und während des Lockdowns im Frühjahr hat ein Kollege über Wochen alle drei Kinder mit in die Firma gebracht. In der Feuchteklinikwerden Babys mit einem Geschenk begrüßt. Aktuell wird eine Feierabendecke gebaut. Es gibt eine Dankeswand im Büro, welche der Dankbarkeit im Unternehmen Ausdruck verleihen soll. Die Unternehmensführung der Feuchteklinik verfolgt die Vision 2025 „Glückliches Familienunternehmen“ und lässt sich dafür professionell von einem Coach begleiten.

Der Behinderten- und Sozialtransport Peter Aulig ist ein kleineres, aber sehr bemerkenswertes Unternehmen. Ein Mitarbeiter hat das Unternehmen für den Wettbewerb vorgeschlagen und sagt über sein Unternehmen folgendes.
„Unser Chef und seine Sekretärin tun alles für uns Mitarbeitende. Beide helfen wo sie können. Vom möglich-machen zur Wahrnehmung von Arztterminen, Umzüge, bis hin zum Verschenken von Kleidung für die eigenen Kinder. Es wird einem Rat gegeben, als ob es die eigenen Eltern sind, wir duzen uns alle, frühstücken zusammen, es werden Firmenjubiläum und Geburtstage mit Musik und einem schönen Essen begangen. Bei runden Geburtstagen wird für den jeweiligen Mitarbeiter Geld gesammelt um ihm oder ihr ein schönes Geschenk davon machen zu können. Wenn das private Fahrzeug in die Werkstatt muss, organisieren der Chef oder die Sekretärin einen Kollegen, der einen auch wieder nach Hause fährt. Auch privat helfen wir uns untereinander, vom Umzug, über Anträge ausfüllen, bis zum Malern. Auch bei der Kindererziehung werden Tipps gegeben. Auf Kranke und Schwächere wird Rücksicht genommen.
Als ich beide Kinder bekam, verzichtete ich auf die Elternzeit. Freiwillig. Um meinem Chef und die Mitarbeitenden nicht im Stich zu lassen. Denn oft haben wir auch so viel zu tun, dass die Mitarbeiter nicht ausreichen.
Wenn man verschlafen hat, erhält man statt einer Kündigung Tipps, was man besser machen kann. Man bekommt immer mindestens eine zweite Chance. Und auch anerkennende oder aufmunternde Worte fallen.
Unser Chef gibt alles für uns Mitarbeitende. Er schuftet sich ab für uns, damit wir es schön haben. Mit neuen Fahrzeugen und jetzt, wo die Firma umgezogen ist, hat er zusammen mit uns einen schönen Pausenraum gestaltet. Mit Küche, Musik, Sofa und einem stets kräftigenden Frühstück. Seine Tür steht stets offen und auch privat ist er immer erreichbar.“

Diese Unternehmen geben anderen Impulse und ganz konnte Beispiele, wie ein familienfreundliches Unternehmen funktionieren und gelingen kann.

Die SENTECH Instruments GmbH, die Feuchteklinik und der Behinderten- und Sozialtransport Peter Aulig erhalten dafür die Anerkennung vom Bezirksbürgermeister Oliver Igel.

Der Bezirksbürgermeister besuchte alle Unternehmen, um die Anerkennung und Wertschätzung für Ihre Bemühungen und Anstrengungen persönlich auszusprechen.