Extremwetterlagen

Starkregen, Stürme, Hitzewellen oder viel Schnee und Eis – durch den Klimawandel nehmen Extremwetterereignisse auch in Berlin und Brandenburg zu. Durch einige vorbeugende Maßnahmen können Sie sich vorab bestmöglich auf den Ernstfall vorbereiten und die Auswirkungen abmildern. Ist ein Unwetter oder eine Hitzewelle durch den Wetterdienst angekündigt, informieren Sie sich rechtzeitig durch die Medien und im Internet. Nutzen Sie zudem die Warn-Apps NINA und Katwarn.

Fernsehturm mit stürmischen Wolken

Wie kann ich mich auf einen Sturm vorbereiten?

Gebäude und Bäume stellen im Falle eines Sturms eine besondere Gefahr dar. Bei Neubauten sollte bereits bei der Planung die Sturmsicherheit beachtet werden. An bestehenden Bauten sollten regelmäßig Kontroll- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Als Eigentümerin oder Eigentümer eines Grundstücks, haben Sie eine Verkehrssicherungspflicht und müssen den Baumbestand Ihres Grundstücks in der Nähe von angrenzenden Gebäuden und öffentlichen Verkehrsflächen regelmäßig auf Standsicherheit überprüfen. Nach Möglichkeit sind Gebäude und Hausrat gegen Sturmschäden zu versichern.

Sturmschäden im Wald

Was sollte ich während und nach einem Sturm beachten?

  • Bleiben Sie während des Sturms im Gebäude und halten Sie sich von Fenstern fern. Meiden Sie Dachgeschossräume sowie Zimmer, die von umstürzenden Bäumen geschädigt werden können.
  • Schließen Sie alle Fenster und Türen.
  • Sichern Sie lose Gegenstände am Gebäude, wie Mülltonnen, Gartenmöbel, Blumenkästen, Lichterketten sowie alles, was auf Personen herabfallen kann.
  • Meiden Sie Orte, an denen Sie von Gegenständen getroffen werden können.
  • Stellen Sie, wenn möglich, Ihr Fahrzeug in der Garage und nicht in der Nähe von Bäumen und Häusern ab.
  • Nach dem Sturm sollten Sie Ihr Gebäude auf Sturmschäden überprüfen, diese gegebenenfalls beseitigen und Ihrer Versicherung melden.
Auto auf nasser Fahrbahn

Wie soll ich mich auf Starkregen und Überflutungen vorbereiten?

Als Starkregen werden Unwetter bezeichnet, bei denen in kurzer Zeit viel Regen fällt. Er kann überall eintreten, das Risiko ist jedoch je nach Lage und Umgebung unterschiedlich. Auf der Starkregenkarte des Land Berlin (Karten zeigen Gefahren durch Starkregen – Berlin.de) sehen Sie die Bereiche, die von Überflutung gefährdet sind.

Bei großflächigen Überflutungen kann sich die Feuerwehr nicht akut um das Eigentum jeder einzelnen Person kümmern und beispielsweise sofort alle Keller freimachen. Daher sollten Sie, je nach Wohnlage, vorsorglich eigene Maßnahmen ergreifen und folgende Empfehlungen beachten:

  • Schützen Sie Ihr Gebäude, vor allem das Inventar in Ihrem Keller, gegen flutendes Wasser und lagern Sie keine Wertgegenstände im Keller.
  • Schaffen Sie sich Sandsäcke an. Diese bekommen Sie beispielswese in Baumärkten und landwirtschaftlichen Fachmärkten.
  • Legen Sie Schwellen vor Kellerfenstern und Türen an.
  • Installieren Sie Stromversorgungsanlagen in oberen Stockwerken sowie wasserdichte Fenster und Türen im Kellerbereich.
  • Lassen Sie eine Rückstausicherung in tiefergelegenen Räumen zum Schutz vor eintretendem Wasser durch die Kanalisation installieren.
ein Thermometer in der Sommerhitze

Wie kann ich mich auf eine Hitzewelle vorbereiten?

Die Hitzebelastung hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wenn eine Hitzewelle angekündigt ist, sollten Sie sich bestmöglich auf die steigenden Temperaturen vorbereiten:

  • Trinken Sie viel und legen Sie ausreichende Getränkevorräte an. Gute Durstlöscher sind Mineralwasser (auch gegen den Mineralverlust durch das Schwitzen), Kräuter- oder Früchtetees sowie verdünnte Säfte.
  • Sollten Sie im Stadtgebiet unterwegs sein, nutzen Sie die öffentlichen Trinkbrunnen der Berliner Wasserbetriebe
  • Machen Sie Ihr Zuhause hitzefest, indem Sie beispielsweise Räume abdunkeln.
  • Wenn Sie auf Medikamente angewiesen sind, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, da es sinnvoll sein kann, die Dosierung bei Hitze anzupassen.
  • Verwenden Sie Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Schützen Sie Babies und Kleinkinder besonders vor der Sonne.

Wie verhalte ich mich während einer Hitzewelle?

  • Luftige Kleidung hilft, den Körper abzukühlen. Verwenden Sie Kopfbedeckungen und Sonnencreme zum Schutz vor Sonnenbränden.
  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen und versuchen Sie wichtige Erledigungen nicht während der heißesten Tageszeit zwischen 11 und 17 Uhr durchzuführen.
  • Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf und denken Sie daran, viel zu trinken (mindestens anderthalb bis zwei Liter pro Tag).
  • Lassen Sie Kinder oder Tiere nie in einem Auto zurück. Selbst in kurzer Zeit kann die Temperatur im Innenraum stark ansteigen und Lebensgefahr verursachen.
  • Wenn der Verdacht eines Hitzeschlags besteht, verständigen Sie bitte sofort den Notruf unter 112.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen. Älteren Menschen, Kleinkindern und Babies setzt die Hitze besonders zu.
  • Suchen Sie kühle Orte beispielsweise in Flussnähe oder im Wald auf.

Weitere Informationen und aktuelle Angebote zum Hitzeschutz erhalten Sie hier: Hitzeschutz in Berlin-Neukölln

Vorsorge und Handeln bei Kälte und Schneefall

Unterwegs bei Schnee und Eis

Wer weiß, worauf bei Schnee und Eis zu achten ist, kann Schäden reduzieren und sich und anderen helfen:

Beachten Sie Wetterwarnungen vor starkem Schneefall und Glätte. Wenn es Ihnen möglich ist, bleiben Sie zu Hause – mit einem Vorrat an Lebensmitteln und Getränken können Sie beispielsweise bei Wetterwarnungen auf Einkäufe verzichten.

Starker Schneefall und Glätte kann für alle Verkehrsteilnehmer – ob zu Fuß, im Auto oder auf dem Fahrrad – gefährlich werden. Seien Sie vorsichtig, um Unfälle und Stürze zu vermeiden. Wenn Sie Zeuge von Unfällen oder Stürzen mit Verletzten werden, leisten Sie Erste Hilfe und verständigen Sie den Notruf!

Gefahr von oben

Es können sich Schneelawinen von Hausdächern lösen und herunterstürzen. Oft hängen auch Eiszapfen an den Regenrinnen, die abbrechen und Sie verletzen können. Halten Sie sich daher in sicherer Entfernung von geneigten Dachflächen auf.

Warnen Sie Ihre Kinder: Schneemänner bauen oder Schneeballschlachten – Das Spielen mit Schnee macht viel Spaß. Doch Vorsicht! Wenn der Schnee eisig und hart wird, kann es unter anderem zu Schnittverletzungen an den Händen kommen. Auch ungünstige Treffer mit harten Schneebällen bei einer Schneeballschlacht können zu ernsten Verletzungen führen.

Eisflächen nur nach Freigabe betreten

Zugefrorene Seen oder andere gefrorene Gewässer locken besonders spielende Kinder an. Die Eisdecke erscheint dick und geschlossen, doch das kann täuschen! Es besteht immer die Gefahr, einzubrechen und zu ertrinken.

Erst ab einer Eisschicht von 15 cm sollte man die Eisflächen betreten. Die Gemeinden geben entsprechende Eisflächen frei. Betreten Sie nur freigegebene Flächen, das Betreten anderer Eisflächen ist lebensgefährlich. Achten Sie auf die Warnschilder und lassen Sie Ihre Kinder nie allein auf zugefrorenen Gewässern spielen.

Sollten Sie einen Einbruch bemerken, alarmieren Sie die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

Beachten Sie auch die folgenden Eisregeln der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft e.V. (kurz: DLRG):
  • Gehen Sie nie allein aufs Eis!
  • Fragen Sie bei der zuständigen Behörde nach, ob das Eis schon trägt.
  • Achten Sie auf Warnungen im Radio und in der Zeitung
  • Betreten Sie einen See erst, wenn das Eis 15 Zentimeter und ein fließendes Gewässer erst, wenn das Eis 20 Zentimeter dick ist.
  • Verlassen Sie das Eis sofort, wenn es knistert und knackt.
  • Legen Sie sich flach aufs Eis und bewegen Sie sich nur vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer, wenn Sie einzubrechen drohen.

Hohe Schneelast kann verheerende Folgen haben

Dachlawinen und die unsachgemäße Räumung eines Daches können Menschen in Lebensgefahr bringen. Extreme, lang anhaltende Schneefälle können auch die Standsicherheit eines Daches gefährden.

Wie gefährlich das ist, hat im Jahr 2006 der Einsturz der Bad Reichenhaller Eissporthalle gezeigt. Kurz vor der Schließung der Halle aufgrund der extremen Schneewetterlage kam es zum Einsturz des Daches. Zu dem Zeitpunkt befanden sich noch über 50 Personen im Gebäude. Bei dem Einsturz wurden 34 Personen schwer verletzt und 15 Menschen kamen ums Leben, darunter 12 Jugendliche und Kinder.

Schneelast lässt sich nicht mit dem bloßen Auge erkennen
Mit dem bloßen Auge sind bedrohliche Schneelasten nur schwer zu erkennen, denn oft ist nicht die Dicke der Schneeschicht auf dem Dach entscheidend, sondern die darunter liegende Zusammensetzung.

Gerade bei einem ungünstigen Wechsel von Tau- und Frost-Phasen können dicke und schwere Eisplatten das Gewicht auf den Dächern immens erhöhen. Denn eine gerade mal ein Zentimeter dicke Eisschicht wiegt genauso viel wie Pulverschnee mit einer Tiefe von zehn Zentimetern.

Professionelle Hilfe von Dachdeckern oder den Feuerwehren sollte daher bei langanhaltenden Schneefällen auf jeden Fall hinzugezogen werden, um die Schneelast zu bemessen und zu räumen. Aufgrund der Ausrutsch- und Einsturzgefahr sollten Sie dies nie eigenständig tun.

Katastrophenschutzbeauftragter

- Kat -

stellv. Katastrophenschutzbeauftragter

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