Der Bezirk Neukölln hat insgesamt zu viel Schulfläche, um mit der aktuellen und künftigen Zahl von Schülerinnen und Schüler wirtschaftlich arbeiten zu können. In der Praxis gibt es vereinzelte Schulen mit außergewöhnlich geringen Klassenfrequenzen oder außerordentlich guter Raumausstattung. Somit haben wir zum Teil unterausgenutzte Flächen in Betrieb, die geheizt, gereinigt und regelmäßig saniert werden. Das führt zu sehr hohen Nebenkosten. Im Durchschnitt bietet der Bezirk gut 23 qm Fläche pro Schüler, während es berlinweit rund 18 qm pro Schüler sind. Das ist Ausdruck der politischen Schwerpunktsetzung der letzten Jahre, eben weil die Startchancen von Kindern in Neukölln andere sind als in anderen Bezirken. Diese Kosten können nicht mehr aufgefangen werden.
Das bedeutet, dass insgesamt die Kosten für die bestehenden Schulgebäude so hoch sind, dass an anderer Stelle das Geld fehlt – zum Beispiel für die Tagesreinigung, für neue Möbel oder Pflege und Bau von Spielgeräten auf den Schulhöfen.
Deshalb muss der Bezirk insgesamt die Flächen reduzieren, die den Schulen zu Verfügung stehen, um ausgewogen eine hohe Qualität an unseren Schulen anbieten zu können. Das passiert aber natürlich nicht willkürlich. Gleichzeitig gibt es Gebäude bzw. Gebäudeteile, die einfach zu alt oder schon länger nicht mehr in Nutzung sind und die nicht wirtschaftlich betrieben werden können.
Aufgrund der Geburtsdaten prognostiziert das Land Berlin mit den Bezirken den Bedarf in den verschiedenen Regionen. Einerseits sind die Geburtenzahlen in den letzten Jahren grundsätzlich rückläufig, was sich auch auf die Schulplanungen auswirken muss. Andererseits gibt es bestimmte Regionen, an denen schon heute zu wenig Fläche für die Schulen besteht und wo in den kommenden Jahren noch mehr Druck entstehen wird. Vereinfacht gesagt: Die bestehenden Schulflächen sind falsch verteilt. Wo weniger Kinder eingeschult werden ist schon heute zu viel Fläche, und wo künftig noch mehr Kinder kommen sind die Schulen schon heute voll. Deshalb finden derzeit viele Planungen statt. Die wichtigste davon ist die Schulentwicklungsplanung, bei der für die einzelnen Regionen konkrete Schülerprognosen mit den bestehenden Schulflächen abgeglichen werden. Diese Planung enthält z.B. Informationen darüber, welche Schule in Zukunft wie viele Züge haben soll und wo neue Bauten entstehen müssen.