Ausstellungseröffnung „Unzucht – Kiss the Devil’s Arse” am 28. August 2026 um 18 Uhr in der Kunstbrücke am Wildenbruch

Pressemitteilung vom 19.08.2026

mit Performance „The Goat, the Flesh and the Gaze”

„Unzucht – Kiss the Devil’s Arse“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Itchi Fleischer und hinterfragt entlang der christlichen Ikonographie von Schaf und Ziege – Sinnbilder für das vermeintlich Gute und Böse – jene Zuordnungen, mit denen Staat und Kirche historisch queere und femme Menschen ausgrenzt und dämonisiert hat.

Die Ausstellung ist bevölkert von mythischen Mischwesen, Anspielungen auf Hexerei, der animalischen Natur des Menschen sowie den damit verbundenen negativen und positiven Konnotationen. Obwohl die behandelten Themen und Begriffe ernst sind, begegnet Itchi Fleischer ihnen mit ornamentaler Verspieltheit, Poesie und einer gewissen Frechheit und Ironie, die oft Teil queerer ästhetischer Strategien sind. Im künstlerischen Arbeiten findet Fleischer oft Schönheit in dem, was als „außerhalb von“, als aussätzig, abscheulich oder einfach nur hässlich abgestempelt wird, und verwandelt es in Skulpturen, Fotografie und Performances, die ihre eigenen Geschichten, ihren eigenen Widerstand und ihre eigene Lebendigkeit in sich tragen. Für „Unzucht – Kiss the Devil’s Arse“ verwebt Itchi Fleischer Referenzen auf weit verbreitete kirchliche Motive und Bildsprache, wie das Opferlamm, mit queerer Subkultur und einer Prise teuflischer Hexerei.

Die Ausstellung lädt dazu ein, darüber nachzudenken, was als „Widernatürliche Unzucht“, als böse, abartig oder schuldbeladen wahrgenommen wird und welche „Erlösung“ im Gegenzug für einen vollkommen sündenfreien, reinen Akt der Selbstaufopferung erlangt werden kann.

Bezirksstadträtin Janine Wolter, Bildung, Kultur und Sport: „Die Kunstbrücke am Wildenbruch ist ein besonderer Ort für zeitgenössische Kunst mitten im öffentlichen Raum. Mit „Unzucht – Kiss the Devil’s Arse“ zeigt Itchi Fleischer eine Ausstellung, die sich auf poetische, provokante und humorvolle Weise mit der Frage auseinandersetzt, wer eigentlich darüber bestimmt, was als „normal“, „gut“ oder „abweichend“ gilt. Gerade in einem vielfältigen Bezirk wie Neukölln ist es wichtig, Raum für solche Perspektiven und für eine offene Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen zu schaffen. Ich freue mich sehr, dass die Kunstbrücke erneut ein Ort für Kunst ist, die zum Nachdenken anregt, irritiert und neue Blickwinkel eröffnet.“

Begleitveranstaltungen
Samstag, 10. Oktober 2026, 16 Uhr
Performance „Children of Sodomy”

Samstag, 31. Oktober 2026, 16 Uhr
Finissage

Unzucht – Kiss the Devil’s Arse
29. August bis 31. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag:12 – 18 Uhr
Eintritt frei

Kunstbrücke am Wildenbruch
Weigandufer Ecke Wildenbruchbrücke, neben der Anlegestelle
12045 Berlin