Ausstellungseröffnung „Um|Benennen – Neukölln und seine Straßennamen“ am 3. Juli 2026 um 17 Uhr im Museum Neukölln
Pressemitteilung vom 23.06.2026
in Anwesenheit von Janine Wolter, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport
Alt-Britz 81, 12359 Berlin
Straßennamen prägen die Orientierung im Alltag und sind Ausdruck historischer Erinnerungskultur. Wer im Straßenbild sichtbar wird, ist das Ergebnis gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Die Ausstellung „Um|Benennen – Neukölln und seine Straßennamennimmt diese Prozesse in den Blick. Sie erzählt die Geschichte Neuköllns aus einer neuen Perspektive und zeigt, wie sich politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen im öffentlichen Raum widerspiegeln.
Neukölln, das selbst 1912 durch die Umbenennung von Rixdorf entstand, besitzt eine besondere Entwicklungsgeschichte. Neben gründerzeitlichen Quartieren entstanden im Laufe des 20. Jahrhunderts große Wohnsiedlungen wie die Hufeisensiedlung, die Gropiusstadt, die High-Deck-Siedlung oder die Weiße Siedlung. Mit ihnen wurden zahlreiche neue Straßen und Plätze geschaffen, deren Namen bis heute von den politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit erzählen.
Die Ausstellung beleuchtet die Hintergründe bedeutender Straßenbenennungen und geht unter anderem der Frage nach, wie Karl Marx gleich zweimal auf ein Neuköllner Straßenschild gelangte, warum sich das erste Frauenviertel Deutschlands in Rudow befindet und welche historischen Persönlichkeiten hinter heute wenig bekannten Straßennamenstehen. Zugleich thematisiert sie Namensgeber, die mit kolonialen, nationalistischen, rassistischen oder antisemitischen Positionen verbunden waren.
Mit historischen Dokumenten, Fotografien, Karten und biografischen Zugängen eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf die Geschichte Neuköllns und aktuelle Debatten um Erinnerungskultur, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Teilhabe im öffentlichen Raum.
Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungsreihe Umbenennen!?, ein gemeinsames Projekt des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen. Gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.
Begleitende Führungen
8. Juli 2026, 16:30 Uhr, mit Bärbel Ruben
27. August 2026, 16:30 Uhr, mit Dr. Matthias Henkel
Weitere Termine finden Sie auf der Internetseite des Museums.
Um|Benennen – Neukölln und seine Straßennamen
4. Juli 2026 bis 11. April 2027
Öffnungszeiten: Täglich 10-18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Museum Neukölln
Alt-Britz 81
12359 Berlin