Stolpersteinverlegung für Cäcilie und Meinhard Landau am 22. Juni 2026

Pressemitteilung vom 15.06.2026

am 22. Juni 2026 um 10:30 Uhr in der Sonnenallee 82, 12045 Berlin

Das Museum Neukölln setzt am 22. Juni 2026 in Erinnerung an Cäcilie und Meinhard Landau zwei Stolpersteine vor das Haus der Sonnenallee 82 in Neukölln. Die Verlegung findet in Anwesenheit von Janine Wolter, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Ernst-Abbe-Gymnasiums statt.

Cäcilie Landau, geborene Feuerstein, wurde am 1. September 1893 in Skala-Podilska geboren, das damals zum österreichisch-ungarischen Galizien gehörte und nach 1918 zu Polen wurde. 1914 heiratete sie in Berlin Oskar Landau. Die Familie lebte in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße 42 in Neukölln, heute Sonnenallee 82. Cäcilie und Oskar hatten drei Kinder: Regina, geboren 1915, Lottie, geboren 1917, und Meinhard, geboren 1921. Oskar Landau arbeitete in der Zigarrenherstellung und im Tabakgroßhandel. Laut Familienberichten kehrte Oskar Anfang der 1930er Jahre nach Polen zurück, nachdem sein Geschäft gescheitert war. Regina und Lottie Landau konnten 1937 und 1938 in die USA emigrieren.
Cäcilie Landau musste Anfang der 1940er Jahre ihre Wohnung aufgeben und in ein so genanntes „Judenhaus“ in die Hobrechtstraße 22 ziehen. Am 2. Juni 1942 wurde sie von Berlin aus mit dem Transport I/34 in das Konzentrationslager Majdanek deportiert und dort vermutlich kurz nach ihrer Ankunft ermordet. Sie war 48 Jahre alt.

Meinhard Landau verließ Familienberichten zufolge Ende der 1930er Jahre den Familienhaushalt oder wurde dazu gezwungen. Seine Mutter erhielt in dieser Zeit noch Postkarten von ihm mit Hinweisen auf ein Gebiet, das später innerhalb der Familie als „Niemandsland“ bezeichnet wurde. Diese wenigen Zeugnisse werden mit den Ausweisungen polnischer Staatsangehöriger aus dem Deutschen Reich Ende der 1930er Jahre in Verbindung gebracht, lassen sich jedoch nicht eindeutig belegen. Der Kontakt zu ihm brach ab. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Meinhard Landau ist 21 Jahre alt, als sich seine Spur verliert.

Stolpersteine erinnern am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Sie können von allen interessierten Bürger:innen gestiftet werden. 120 Euro ermöglichen die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteines. Für den Bezirk Neukölln koordiniert das Museum Neukölln (E-Mail) die Stolpersteinverlegungen.
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