Stolpersteinverlegung für Rosa, Berthold und Manfred Schnapp am 14. April 2026
Pressemitteilung vom 02.04.2026
am 14. April 2026 um 14:50 Uhr in der Reuterstraße 11, 12053 Berlin
Das Museum Neukölln setzt in Erinnerung an die Familie Schnapp am 14. April 2026 drei Stolpersteine vor das Haus Reuterstraße 11 in Neukölln.
Rosa (geb. Cohn) und Berthold Schnapp lernten sich 1903 in ihrem Geburtsort Posen kennen. Berthold Schnapp arbeitete als Anwalt. Das Haus, in dem sich sein Büro befand, gehörte Rosas Vater. Zehn Jahre später zog Rosa zu Berthold nach Berlin-Neukölln, wo beide heirateten. Am 5. April 1920 wurde ihr Sohn Manfred Marcus Schnapp geboren. Von den Nationalsozialisten wurde die jüdische Familie zunehmend entrechtet und ausgegrenzt. Berthold Schnapp starb am 20. April 1935 infolge einer Arteriosklerose. Im Juni 1939 ging Sohn Manfred auf ein sogenanntes Hachschara-Gut in Skaby bei Friedersdorf in Brandenburg – dies mit der Hoffnung, nach Palästina emigrieren zu können.
Rosa Schnapp wurde am 31. August 1942 mit dem sogenannten „19. Osttransport“ nach Riga deportiert und dort ermordet. Manfred Schnapp wurde am 14. April 1942 mit dem „13. Transport“ nach Warschau deportiert. Seine Spur verliert sich dort.
Stolpersteine erinnern am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Sie können von allen interessierten Bürger:innen gestiftet werden. 120 Euro ermöglichen die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteines. Für den Bezirk Neukölln koordiniert das Museum Neukölln (E-Mail: stolpersteine@museum-neukoelln.de) die Stolpersteinverlegungen.