Feierliche Verleihung der Neuköllner Ehrennadel 2025
Pressemitteilung vom 05.12.2025
am Samstag, 13. Dezember 2025, 18 Uhr
im Festsaal von Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin
Die Neuköllner Ehrennadel ist die höchste Ehrung des Bezirks an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Bezirk verdient gemacht haben. Sie wird seit 1984 jährlich in feierlichem Rahmen verliehen. Martin Hikel, Bezirksbürgermeister und Karsten Schulze, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung verleihen die Ehrennadel am 13. Dezember im Festsaal von Schloss Britz an fünf Bürgerinnen und Bürger:
Renate Fröhlich
Siegfried Helias
Rabbiner Jeremy Borovitz
Prof. Dr. phil. Hudhaifa Al Mashhadani
Ruth Weber
Die Träger:innen der Neuköllner Ehrennadel werden mit einer Ehrentafel in der Galerie des Neuköllner Rathauses gewürdigt.
Hintergrundinformationen zu den Träger:innen der Neuköllner Ehrennadel 2025
Renate Fröhlich betreute jahrzehntelang als Wachleiterin ehrenamtlich die Wasserrettungsstation Heckeshorn der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) und war in der Kinder- und Jugendarbeit der DLRG aktiv. Die Neuköllner Rettungsschwimmerin wurde 2010 vom Land Berlin mit dem Feuerwehr-und Katastrophenschutzehrenzeichen in Gold geehrt. Seit 2017 ist sie Lesepatin in der Kita Wutzkyallee, seit 2018 zudem beim Verein Erlebnislernen engagiert, mit dem es der ehemaligen Erzieherin und Kitaleiterin gelang, mehrere Kitas mit Smartboards auszustatten, einen Naschgarten anzulegen und die Woche des Lesens zu unterstützen. Renate Fröhlich ist stellvertretende Geschäftsführerin des DLRG für den Bezirk Neukölln und kümmert sich um die Mitgliederaufnahme. In der Lipschitzallee unternimmt sie heute noch die Eingangskontrolle für die Ausbildung der Nichtschwimmer.
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Siegfried Helias blickt auf ein jahrzehntelanges vielfältiges Engagement zurück, für das er vom Bundespräsidenten in diesem Jahr mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt worden ist. Der Neuköllner setzt sich besonders für das Wohl benachteiligter Kinder ein – besonders jenen, die krank sind oder geistig/körperlich eingeschränkt leben. Aus diesem Engagement heraus gründete er den Verein „Kinder in Gefahr e.V.“, der eine Blindenschule in Steglitz unterstützt. Er initiierte auch die jährlich stattfindende Charity Gala für krebskranke Kinder im Estrel. Als Vorstandsvorsitzender der City Stiftung Berlin rief er das „Festival of Lights“ ins Leben und das „Netzwerk der Blauen Herzen“, welches das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationen und Generationen fördern soll. Er war 12 Jahre lang Charity-Partner beim Britzer Mühlenfest und setzt sich für den Mondeo-Mitmachzirkus und zusammen mit dem Verein MORUS 14 für Kinder im Rollbergviertel ein.
Rabbiner Jeremy Borovitz ist Mitgründer von Hillel Deutschland e.V. Der Verein hat seinen Sitz in Neukölln und ist Teil einer der weltweit größten jüdischen Studierendenorganisationen. Rabbi Jeremy Borovitz tritt für ein offenes, tolerantes und friedliches Zusammenleben ein. Jüdisches Leben wird durch ihn sichtbar, er verbindet Menschen jenseits ihrer religiösen und nationalen Zugehörigkeiten. 2023 entzündete er zum ersten Mal an Chanukkah die Lichter einer Chanukkiah auf dem Balkon des Neuköllner Rathauses. Der Dunkelheit des umgreifenden Antisemitismus setzt er Licht entgegen als ein Zeichen der Hoffnung, dass das Licht der Vernunft und Menschenliebe die Verfinsterung des menschlichen Geistes überwinden wird.
Prof. Dr. phil. Hudhaifa Al Mashhadani setzt sich mit großem Einsatz und Hingabe für die Bildung und das Miteinander in unserer vielfältigen Gesellschaft ein. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brücken zwischen Kulturen zu bauen. Der Politikwissenschaftler und Mediziner kam als 2020 als politischer Flüchtling aus dem Irak nach Berlin. Es ist seine Überzeugung, dass Extremismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf und das Verständnis füreinander die Voraussetzung für ein friedliches Miteinander ist. Dies fördert er seit seiner Übernahme der Leitung der deutsch-arabischen Schule in Neukölln. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in einem respektvollen und inspirierenden Umfeld lernen können. Seine „Sonntagsschule“ vermittelt jungen Menschen v.a. aus arabischstämmigen Familien einen Zugang zur arabischen Sprache, Schrift und Kultur, der frei von ideologisierter Religion und frei von Antisemitismus ist. Zugleich werden Angebote für eine Wertebildung gemacht, die sich auf die Normen und Werte der freiheitlichen Demokratie gründet. Die Ehrung mit der höchsten Auszeichnung des Bezirks Neukölln ist eine Anerkennung seiner persönlichen Verdienste und der Bedeutung interkultureller Bildung und des Dialogs in unserer Gesellschaft.
Für außergewöhnliche Verdienste um die Neuköllner Jenaplan-Schule erhält Ruth Weber die Neuköllner Ehrennadel. Mit Leidenschaft und Herz prägte sie dort über 60 Jahre lang als Lehrerin und Schulleiterin sowie ehrenamtlich als Mitglied und Kassenwartin des von ihr gegründeten Fördervereins die Schule. Ruth Weber unterrichtete nicht nur, sie inspirierte und prägte: 1984 war sie die treibende Kraft hinter der Einführung des pädagogischen Konzepts nach Peter Petersen. Die Schule ist heute reformpädagogisch geprägte Unesco-Projektschule. Ruth Webers zentrale Anliegen waren stets Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit: Auch Kinder aus nicht akademischen Familien sollten Zugang zu hochwertiger Bildung und kultureller Förderung erhalten. Sie eröffnete mit ihrem Engagement und Einsatz vielen Generationen von Neuköllner Kindern neue Perspektiven.