Chag Sukkot Sameach – Bezirksbürgermeister Hikel wünscht frohes Sukkot-Fest
Pressemitteilung vom 13.10.2025
Heute endet das jüdische Laubhüttenfest Sukkot. Es erinnert an die Zeit nach dem ägyptischen Exil, welches das jüdische Volk jahrzehntelang in provisorisch errichteten Laubhütten verbrachte.
Die biblische Überlieferung, auf die sich das Dank- und Freudenfest Sukkot bezieht, tradiert die gemeinschaftliche Erfahrung des jüdischen Volkes von Unterdrückung und Exil, aber auch vom Überleben und von der Wiedererlangung von Selbstbestimmung. Die mit Sukkot verbundene Dankbarkeit und Freude ist im Oktober des Jahres 2025 n.d.Z. – d.h. im MonatTischri des Jahres 5786 jüdischer Zeitrechnung – besonders wichtig.
Dazu erklärt der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel:
„Das Sukkot-Fest ist in diesem Oktober nicht nur deshalb ein besonderes, weil heute die letzten lebenden Geiseln aus der Terrorgefangenschaft der Hamas befreit wurden.
Im Oktober 2025 grassiert der Antisemitismus, der seit dem 7. Oktober 2023 in Neukölln, Berlin, Deutschland und weltweit in einer Weise ausgelebt wird, die an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte erinnern muss. Die Zahl antisemitisch motivierter Straf- und Gewalttaten bewegt sich seither auf einem bis dahin seit 1945 unerreichten Niveau.
Das zeigt sich darin, dass Kiezspaziergänge, die die Geschichte des Zionismus in den 1920er und 1930er Jahren in Neukölln thematisieren, in sozialen Medien als „Fascho-Spaziergänge“ diffamiert werden. Der Veranstalter Masiyot e.V. wird dabei als Feindbild eines „antifaschistischen Widerstandes“ markiert, was einer Umdeutung von Geschichte und Begriffen gleichkommt.
Das zeigt sich auch in einem unverhohlenen Mordaufruf gegen die Menschen, welche die Neuköllner Programmschänke Bajszel betreiben: Dieser Mordaufruf zielt darauf ab, Stimmen, die sich für das Existenzrechts des Staates Israel einsetzen, zum Schweigen bringen.
Wohlgemerkt: Es geht nicht um die legitime Trauer um die zivilen Opfer des durch den Terrorangriff der Hamas ausgelösten Krieges, der den Gaza-Streifen verwüstet hat. Es geht nicht um die gerechtfertigte Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes der israelischen Streitkräfte im Krieg gegen die Hamas und auch nicht um die legitime Forderung, dass mutmaßliche, von Angehörigen und Befehlshabern der israelischen Streitkräfte begangene Kriegsverbrechen im Rahmen einer rechtsstaatlichen Strafverfolgung konsequent untersucht werden sollen.
Es geht vielmehr darum, dass Stimmen zum Schweigen gebracht werden sollen, die sachwidrige Relativierungen des Hamas-Terrors sowie des bürokratisch geplanten, systematisch und industriellen Völkermords an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten kritisieren.
Es geht darum, dass die Thematisierung des sekundären Antisemitismus sowie der Dämonisierung und Delegitimierung des Existenz- und Selbstverteidigungsrechts des Staates Israel durch Doppelstandards unterbunden werden soll. Nämlich, um das Existenzrecht des Staates Israel unwidersprochen zu bestreiten.
Der Mordaufruf will ausdrücklich Menschen, davon abschrecken, sich in Ausübung ihrer demokratischen Grundrechte mit dem jüdischen Volk und mit den Opfern des Massakers der Hamas vom 7. Oktober 2023 zu solidarisieren. Er ist ein offener Angriff auf die Grundlagen der freiheitlichen Demokratie, der sich – wie der Antisemitismus, der ihm zugrunde liegt – gegen alle Demokratinnen und Demokraten richtet.
Vor diesem Hintergrund ist es in Neukölln im Oktober 2025 nicht einfach, ein Fest der Dankbarkeit und Freude zu feiern. Vielleicht ist die Botschaft von Sukkot aber gerade in dieser Zeit besonders wichtig, um die Hoffnung nicht zu verlieren, dass ein Leben in Freiheit und Menschenwürde für alle – nämlich auf der Basis der freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes und der Werte eines universellen aufgeklärten Humanismus – künftig wieder gesicherter gestaltet werden kann.
In diesem Sinne: Chag Sukkot Sameach! Ein frohes Sukkot-Fest!“.