Stolpersteinverlegung für Werner Steinbrinck in Neukölln
Pressemitteilung vom 15.07.2025
am Freitag, 18. Juli 2025 um 14:50 Uhr, Onkel-Bräsig-Straße 111, 12359 Berlin
An den Widerstandskämpfer Werner Steinbrinck erinnert künftig ein Stolperstein. Auf Initiative der der Anwohner:innen von „Hufeisern gegen Rechts“ wird der Stolperstein am Freitag, dem 18. Juli 2025 um 14:50 Uhr in der Onkel-Bräsig-Straße 111 in das Straßenpflaster eingelassen. Die Britzer Initiative ist Pate dieses Stolpersteins.
Werner Steinbrinck stammte aus einer Neuköllner Arbeiterfamilie und wurde am 19. April 1917 geboren. Bereits während seiner Schul- und Lehrzeit gehörte er dem Sozialistischen Schülerbund und später der als illegal geltenden KJVD an. Als Verantwortlicher für die Herausgabe der Unterbezirkszeitung „Junge Garde“ wurde Steinbrinck 1934 in die Leitung der KJVD aufgenommen und lernte den Unterbezirksleiter Herbert Baum kennen. Die Gruppe erstellte und verteilte antifaschistisches Material und führte, getarnt als Wanderfahrten, Schulungen durch. Diese Aktivitäten führten zu seiner ersten Verhaftung. Danach setzte er jedoch seine politische Arbeit fort und plante gemeinsam mit der Gruppe um Herbert Baum einen Sprengstoffanschlag auf die Ausstellung der Nationalsozialisten „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Der Anschlag schlug fehl und in den darauffolgenden Tagen wurden die ersten Verhaftungen durch die Gestapo durchgeführt. Werner Steinbrinck wurde, ebenso wie seine Freundin Hilde Jadamowitz und sein Mitstreiter Joachim Franke, in dem ersten Verfahren von einem Sondergericht am 16. Juni 1942 zum Tode verurteilt und am 18. August 1942 in Plötzensee hingerichtet.
Stolpersteine erinnern am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Sie können von allen interessierten Bürger:innen gestiftet werden. 120 Euro ermöglichen die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteines. Für den Bezirk Neukölln koordiniert das Museum Neukölln (E-Mail: stolpersteine@museum-neukoelln.de) die Stolpersteinverlegungen.
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